*Rezension* Das letzte Zeichen


 (4/5)

 

Evie lebt in einer Zeit, in der das „Gut“ und „Böse“ streng voneinander getrennt werden. Während die guten Menschen innerhalb der Mauern der Stadt ein ruhiges Leben haben, weilen außerhalb der Mauern die Bösen, welche brutal und gewalttätig sind. Jeder Bürger innerhalb der Stadt hat ein Rangabzeichen, je nachdem, wie gut der Mensch ist. „A“ ist der beste Rang, während Menschen mit dem Rangzeichen „D“ nichts als Verachtung zu spüren bekommen. Und dann gibt es da noch das „K“-Zeichen. Wer dieses Zeichen zugeteilt bekommt, ist abgrundtief verdorben und wird von der Stadt verbannt. „K“s müssen die Stadt verlassen, wo das Böse schon auf sie wartet…

Evie arbeitet als Rangwechslerin und verändert die Ränge der Leute, je nachdem, ob sie in letzter Zeit viel Gutes oder Schlechtes getan haben. Sie hat ein friedliches Leben und soll bald Lucas heiraten, einen „A“, den Evie jedoch nicht liebt. Heimlich trifft sie sich mit Raffy, den geächteten Bruder von Lucas, für den sie tiefe Gefühle empfindet.Doch dann soll Raffy zum „K“ herabgestuft werden. Er flieht gemeinsam mit Evie, um dem Tode zu entgehen. Auf dem Weg entedckt Evie, dass sie lange in einer Stadt gelebt hatte, in der nichts so wahr, wie es schien…

 

Und schon wieder war ich in einer tollen und mitreißenden Dystopie versunken. Die Geschichte von der Stadt und der neuen Welt voller Staatsgeheimnisse ist spannend geschrieben. Gemma Malley hat mich in eine Zukunft entführt, in der nichts so ist, wie es scheint.

 

Die Charaktere in dem Buch haben mir gut gefallen. Ich fühlte mit Evie, fieberte und litt mit ihr zusammen. Sie ist eine Kämpferin, selbstbewusst und stark. Raffy hingegen stellt einen geheimnisvollen Jungen dar, der perfekte Schönheit ausstrahlt. An einigen Stellen finde ich seine Charakterzüge jedoch etwas übertrieben. Raffys Bruder Lucas ist phlegmatisch und gleichgültig, doch seine Handlungen stecken voller Geheimnisse und Überraschungen. Seine Figur finde ich am gelungensten.

 

Die Liebesgeschichte von Raffy und Evie ist relativ klischeehaft. Es sind die klassischen zwei Liebenden, deren Zuneigung geheim gehalten werden muss. So treffen sie sich heimlich in der Nacht, immer darauf bedacht, nicht entdeckt zu werden. An dieser Stelle hätte ich mir mehr Originalität gewünscht.

 

Der „Bruder“, der die Gemeinschaft der Stadt zusammenhält und darauf achtet, dass alles seine Ordnung hat, ist eine geheimnissvolle Figur. Seine Taten sind undurchschaubar, sodass der Leser bis zum Schluss nicht weiß, auf welcher Seite der „Bruder“ steht.

 

Gemma Malleys Roman mag zwar vor allem an Jugendliche gerichtet sein, aber auch ältere Lesefans werden sicherlich mit dieser Lektüre bestens bedient sein. Die Geschichte von einer Welt,unterteilt in Gut und Böse, ist gesellschaftskritisch und regt den Leser zum Nachdenken an. Wer ist schon heutzutage „gut“? Und welche Menschen nennt man „böse“? Sind Mörder böse? Oder Diebe? Oder vielleicht doch eher Regimekritiker…? Und hat man das Recht, „bösen“ Menschen „Böses“ zu tun, um andere Menschen vor „Bösem“ zu beschützen?

 

„Das letzte Zeichen“ ist der Auftakt einer spannenden Dystopie-Reihe. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil!

 

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2 Gedanken zu “*Rezension* Das letzte Zeichen

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