*Rezension* Die Leiden des jungen Werther


(3/5)

Der junge Werther zieht in eine Stadt namens Wahlheim und findet hier die Liebe seines Lebens. Lotte, die so zärtlich mit ihren Kindern umgeht. Lotte, die ein perfektes Aussehen und ein perfektes Inneres hat, verzaubert den liebeskranken jungen Mann. Doch zu Werthers Unglück ist sie schon vergeben. Ihr Verlobter Albert ist bodenständig und ein Gentleman. Zunächst versucht Werther nicht allzu viele Gedanken an seinen Konkurrenten zu verschwenden. Doch nach und nach sieht er ein, dass er keine Chance gegen Albert hat.Sein einziger Ausweg ist der Tod…

 

 In Goethes Klassiker geht es um die gute alte Liebe. Seine Gefühle und Gedanken teilt er dem Leser in vielen Briefen mit. Die Briefe sind überwiegend an seinen Freund Wilhelm gerichtet, einige auch an Lotte.

 

 Der Roman enthält sehr viel Herzschmerz. Die Gefühle des Werthers werden detailiert beschrieben, so schreibt er zum Beispiel in einem der Briefe:

 

 „Was soll diese tobende endlose Leidenschaft? Ich habe kein Gebet mehr als an sie; meiner Einbildungskraft erscheint keine andere Gestalt als die ihrige, und alles in der Welt um mich her sehe ich nur im Verhältnis mit ihr.“

 

  Der Leser bekommt die anfängliche Euphorie mit, die die Hauptperson in Wahlheim empfindet. Nach und nach werden die glücklichen Gefühle jedoch immer schwächer. Werther bekommt Depressionen und versinkt teilweise in Selbstmitleid. Während er am Anfang sich noch über diejenigen Menschen lustig macht, die das Leben zu schwer nehmen, wird er selbst zunehmend verzweifelter angesichts seiner unglücklichen Liebe. Seine Gefüle werden für ihn zur Qual. Und auch wenn ich schon vor dem Lesen wusste, wie der Klassiker der Literatur ausgeht, so wollte ich doch nicht, dass der junge Mensch Suizid begeht.

 

 Die Sprache in dem Roman ist natürlich längst überholt. Ich konnte das Meiste verstehen, was Werther in den Briefen schrieb, jedoch muss man sich beim Lesen wirklich sehr konzentrieren, um die vielen Stilmitteln (Metaphern, usw…) zu erkennen und im Zusammenhang deuten zu können. Die Sätze gehen manchmal über viele Zeilen hinweg, was das Leseverständnis erschwert. Auch habe ich einige Zeit gebraucht, bis ich die ganzen Figuren auseinanderhalten konnte und sie nicht mehr verwechselt habe.

 

 Für mich ist „Die Leiden des jungen Werther“ nicht das beste Werk von Goethe, aber dennoch ein Buch, dass man einfach gelesen haben sollte.

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12 Gedanken zu “*Rezension* Die Leiden des jungen Werther

  1. Schüler2015/2016 schreibt:

    Hallo!
    Ich bin ein Schüler im letzten Jahr meiner FH-Reife und wollte mich über werther schlau machen(Prüfung), habe einige rezensionen gelesen und festgestellt das alle dieses Buch ziemlich gut bewerten so mindestens 3 Sterne. Nun frage ich mich wie das zu stande kommt denn die brief monologe sind äußerst langweilig(keinerlei Spannungsaufbau oder sonstiges), die liebe und gefühle die dargestellt werden nicht annähernd ergreifend geschweige denn nachvollziehbar (vielleicht für alte frauen mit vielen katzen die niemals geliebt haben :P) und im allgemeinen nicht lesenswert(da werther nur ein weinerlicher egoist ist, zudem muss ich mir jedes mal vorstellen das er regenbögen erbricht sobald er mit seinen Natur und schönheits gleichnissen anfängt). Sehr sehr schlecht gealtert und absolut nicht als schullektüre geeignet –>falls das ein Lehrer lesen sollte NICHT FÜR DIE SCHULE NEHMEN!

    MFG
    iCh

    • Buchheldin schreibt:

      Hallo,

      einen sehr netten Kommentar hast du mir dagelassen.
      Goethe ist nicht jedermanns Sache, das steht fest. Und vielleicht sind diejenigen Lektüren tendenziell eher schlechter bewertet, welche in der Schule gelesen werden müssen? Ich habe das Gefühl, dass Schullektüren einem manchmal den Spaß an dem Roman an sich verderben können, weil alles sehr penibel auseinandergenommen wird.
      Ich selbst habe das Buch nicht in der Schule gelesen, sondern einfach so aus Spaß. Und was ich dazu denke, habe ich in meiner Rezension erläutert. Sicherlich müssen nicht alle Leute den Werner gut finden – und ich erinnere mich, dass die Liebe in der Geschichte auf eine Weise dargestellt wurde, wie man es heutzutage nicht mehr tun würde. Aber hey, die Zeiten ändern sich. Was mittlerweile uns nur noch als peinlich erscheint, war damals vielleicht Standart. Wer kann das schon wissen.

      Viel Erfolg für die Klausur!

    • stella schreibt:

      zu deinem Komentar SCHÜLER2015/2016 ich stimme mit deiner Meinung gar nicht zu, denn hast du das Buch überhaupt mal interpretiert oder wenigstens versucht?
      Ich bin im Gymnasium und wir haben das Buch zusammen gelesen am Anfang fand ich auch dass es einfach nur langwielig sei. Aber dann mit der Zeit habe ich es verstanden. In dem Buch kannst du sehen wie die Einbildugskraft Werther „verarscht“, obwohl er weiss, was die Einbildungskraft bedeutet (er erklärt es selbst in einem seiner Briefe), verliebt er sich in Lotte und hat dass Gefühl sie erwidere seine Gefühle. Er dramatisiert ihre Berührungen, Blicke und merkt sich wie er sich in etwas hineinsteigert dass in schliesslich zum Selbstmord führt.
      Dieses Buch zeigt das Zeitalter des Sturm und Drangs und hatte nach seiner Veröffentlichung zahlreiche junge Männer dazu verleitet ebenfalls Selbstmord zu begehen.
      Also dadurch kann man unglaublich viel lernen und es ist alles andere als langweilig. Versuch mal die Briefe zu vergleichen und zu analysieren, dann wirst noch so einiges entdecken.

  2. claus werth schreibt:

    den werther ist definitiv der roman, der den damaligen zeitgeist widerspiegelt
    er hat alles veraendert, hat liebenden geholfen berstaendnis fuer ihre gefuehle zu entwickeln.
    er hat ihnen gezeigt, das sie nicht aeine sind mit ohren gefuehlen und sehnsuechten.
    er ist das erste opus, dad man als roman bezeichnen darf, der eine voellig neue gefuehlswelt erschaffen hat und eine mode ( werther tracht ) die durch aeisserlickeiten rueckschluesse suf eine geisteshaltung zuliess
    napoleon war diesem buch verfallen und gerade heute ist dieses buch ein schluessel, um sich der wahren liebe an zu naehern.
    werther sind wir alle.

    • Buchheldin schreibt:

      oha, das ist mal ein anspruchsvoller kommentar. 🙂 ich bin allerdings nicht unbedingt der meinung, dass man sich mithilfe dieses romans der wahren liebe nähern kann. da gibt es definitiv bessere bücher, die den heutigen zeitgeist wiederum widerspiegeln. 🙂

  3. lilstarnic schreibt:

    Ui, eine Rezension zu einem Klassiker finde ich super! Auch wenn ich selbst Goethe gehasst habe 😀 Und im Studium musste ich ein Goethe Seminar belegen. Ich fand es schrecklich *G*

  4. Klausbernd schreibt:

    Liebe Buchheldin,
    mir gefällt`s, dass du einen der ersten Weltbestseller betrachtest. Dem alten Goethe war ja trotz seines Erfolgs der Werther fürchterlich peinlich. Er distanzierte sich davon. Ich empfinde den Werther als einen Roman, der schlecht gealtert ist. Ich wusste beim abermaligen Lesen vor zwei Jahren nicht, ob ich lachen oder weinen sollte. Zu viel Pathos, aber das entsprach dem Zeitgeist. Für unser cooles Zeitalter wirkt Werthers sich Verzehren und Martern eher höchst befremdlich.
    Liebe Grüße von der Küste Norfolks
    Klausbernd
    Und DANKE 🙂 für den Besuch und das Folgen meines Blogs.

    • Buchheldin schreibt:

      Ja, stimmt schon. Die Sprache ist gealtert und so wie Werther würde man sich heute nicht mehr aufführen. Aber dennoch hat der Roman Klasse. Sicherlich nicht Goethes bestes Werk, aber dennoch sollte man es mal gelesen haben, wie ich finde.

      Gerne doch, danke auch an dich 😀

      Liebe Grüße
      Buchheldin

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