*Rezension* Beta


BETA von Rachel Cohn

 (4/5)

Elysia ist ein Klon. Klone haben keine Gefühle, das weiß sie. Sie ist sich auch bewusst, dass sie keine Wünsche besitzt. Klone haben zu dienen. Elysia kommt bei einer reichen Familie unter und dient dort als Gesellschafterin. Sie macht mit Ivan, dem Sohn der Gouverneurs, zusammen Sport und plaudert mit ihrer Käuferin, die die Frau des Gouverneurs ist und die sie „Mutter“ nennt.  Das Leben auf der Insel Demesne scheint idyllisch und perfekt. Doch nach und nach merkt Elysia, dass mit ihr etwas nicht stimmt. Sie hat sehr wohl Gefühle, Empfindungen, Wünsche für die Zukunft. Immer mehr lehnt sie sich gegen das Sklavendasein auf, sie strebt nach Autonomie und Freiheit. Zusammen mit Tahir, einem Jungen, mit dem sie sich anfreundet, möchte Elysia fliehen. Doch dann kommt alles anders…

 

Das Cover ist wunderschön. Auf dem Umschlag ist das Gesicht eines Mädchens zu sehen, eines perfekten Mädchens mit fuchsiaroten Augen, woraus man schließen kann, dass das Mädchen ein Klon ist.

 

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Elysia erzählt. Der Schreibstil von Rachel Cohn ist ganz nett. Nicht besonders herausragend, aber auch nicht grottenschlecht. Mich stört es, dass das Aussehen der Personen so detailliert beschrieben wird. Welches Kleid Elysia heute anhat, wie ihre Haut aussieht, ihre Frisur, die Frisur von anderen Personen…usw. All diese Beschreibungen des Aussehens lese ich einmal und habe sie im nächsten Augenblick schon wieder vergessen. Diese Stellen waren etwas langatmig.

 

Elysia gefällt mir als Buchfigur. Sie ist sehr naiv und versteht viele Dinge nicht. Kein Wunder, schließlich wurde sie auch gerade erst erschaffen und muss sich erst auf der Welt zurechtfinden. Interessant ist auch, dass sie von einigen Sachen falsche Informationen hat. Klone besitzen nämlich einen Chip, der unter die Haut am Handgelenk implantiert worden ist. Dieser Chip enthält alle möglichen Informationen, die für Klone wichtig sind. Aber der Chip ist kein Lexikon. Einige Begriffe tauchen gar nicht auf, wie z.B. das Wort „Revolte“. Eine zensierte Informationsquelle sozusagen.

 

Das Klonen ist ein brisantes Thema und es ungewohnt, darüber zu lesen, als wäre das Klonen ganz normal. Am Anfang wird ziemlich viel beschrieben und man muss sich erst in Elysias Welt zurechtfinden. Normalerweise kann ich mit allzu langen Beschreibungen gar nichts anfangen, aber bei „Beta“ war es ok, mehr noch, es war sogar richtig spannend zu lesen, wie Demesne funktioniert und was es mit den Klonen auf sich hat. Rachel Cohn beschreibt eine Welt, in der Perfektion und das Wohl des (reichen) Individuums über alles andere steht. Moral und Menschlichkeit scheinen auf Demesne einen ganz anderen Stellenwert zu besitzen als in unserer heutigen Gesellschaft. Ich war beim Lesen der Geschichte entsetzt über die Gewissenslosigkeit der reichen Bürger auf Demesne. Ihre Gier und Habsucht. Ihre Grausamkeit. Was kann alles passieren, wenn man anfängt, Menschen zu klonen? Haben Klone Rechte? Was ist richtig und was ist falsch? Ich führte Dialoge in meinem Kopf und dachte über das Gelesene nach. Gut ist, dass Rachel Cohn das Klonen aus verschiedenen Facetten beleuchtet, so ist es leichter, sich eine eigene Meinung zu bilden.

„Beta“ ist eine gelungene Dystopie über eine für uns unvorstellbare Gesellschaft. Der Roman regt zum Nachdenken an. Ich bin gespannt auf Band 2!

 

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2 Gedanken zu “*Rezension* Beta

  1. Ebru schreibt:

    Eine tolle Rezi!
    Das Buch steht auch noch auf meiner Wuli und ich bin richtig gespannt darauf 🙂 Im Moment gibt es ja sooo viele Dystopien und ich will mal wieder eine richtig gute lesen 😉
    Liebe Grüße,
    Ebru ❤

    • Buchheldin schreibt:

      Dankeschön 🙂 Jaa, die Dystopie ist echt schön. ODer kennst du „Partials 1“ von Dan Wells? Das lese ich gerade und ich weiß jetzt schon, dass ich dem Buch fünf Herzchen geben werde, MINDESTENS. 😀

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