*Rezension* Das silberne Einhorn


 

 (3/5)

An dem ersten Geburtstag der Prinzessin eines Königreiches organisiert sein Vater ein großes Fest. Leider vergisst er, eine bestimmte Fee einzuladen, die furchtbar böse wird und das gesamte Königreich mit dem Fluch der Traurigkeit belegt. Allen Menschen im Königreich wurde die Freude gestohlen, vor allem dem König trifft es hart. Er ist immerzu traurig und träge. Die Fee macht den Fluch nur rückgängig, wenn sie dafür ein Einhorn bekommt. Tatsächlich taucht eines Tages ein Einhorn im Schlossgarten auf. Zusammen mit ihrem Freund, dem Müllerssohn, führt die  Prinzessin das Einhorn zur Fee und muss unterwegs viele Aufgaben meistern.

 

Von diesem dünnen Büchlein habe ich mir ein schönes Märchen erhofft. Eine Geschichte mit ein bisschen Dramatik, einer Portion Romantik und mit vielen märchenhaften Elementen- so eine Geschichte wollte ich lesen. Meine Erwartung wurde leider nur teilweise erfüllt.

 

Der Anfang der Geschichte ähnelt dem Anfang des Märchens „Dornröschen“. Eine Fee belegt ein Königreich mit einem Fluch, weil sie nicht zu einem Fest eingeladen wurde. Da ich wie alle das Grimmsche Märchen kenne, finde ich die ersten Seiten von „Das silberne Einhorn“ wenig originell.

 

Der Schreibstil von Max Kruse ist interessant, denn er gestaltet die Geschichte wie ein klassisches Märchen. So beginnt auch „Das silberne Einhorn“ nach einer kurzen Einleitung mit den Worten „Es war einmal…“. Dieser märchenhafte Schreibstil verleiht der Geschichte etwas Träumerisches und Fantastisches. Die verzierten Anfangsbuchstaben eines jeden Kapitels verstärken den märchenhaften Eindruck. Die Personen in der Geschichte werden nicht beim Namen genannt. So gibt es „nur“ die Prinzessin, den Müllersohn, das Einhorn usw.. Auch dies verstärkt das märchenhafte Flair, doch zugleich herrscht dadurch stets eine gewisse Distanz zwischen dem Leser und der Geschichte.

 

Die Geschichte an sich ist ganz nett, mehr aber auch nicht. Besonderen Wert legt Max Kruse scheinbar auf die magische Zahl „Drei“, die in der Geschichte des Öfteren zu finden ist. Unter anderem dadurch kommt es häufig vor, dass der Autor sich wiederholt. Einige Wiederholungen bestimmter Dinge sind ok und gehören zu fast jedem Märchen. Aber auf den 144 Seiten von „Das silberne Einhorn“ kommen so viele wiederkehrende Ereignisse, so viele immer wieder auftauchende Dinge und so viele Floskeln und Sprüche auf, dass das Ganze irgendwann ziemlich nervig wird. Die Geschichte ist zudem leicht durchschaubar und verliert so den Reiz zum Lesen.

 

Was ich aber schön finde und mich trotz allem am Lesen gehalten hat, sind die vielen Lebensweisheiten und Sprüche, die in dem Märchen zu finden sind. Sie sind so poetisch, wahr und schön. Sie stammen von diversen Figuren der Geschichte, vor allem aber von dem silbernen Einhorn. Diese Sprüche und Weisheiten sind eine kleine Kunst für sich. Ich finde sie einfach schön und habe mir alle aus dem Buch herausgeschrieben. Ein Beispiel:

„…(W)er das Mögliche nicht tut, tut in Wahrheit das Schlechte!“

-„Das silberne Einhorn“, S. 43

 

Die Geschichte ist nichts Besonderes, all die Zitate dafür schon. Insgesamt gibt es von mir 3 von 5 Herzchen für ein eher langweiliges Märchen, das dennoch durch die erwähnten Weisheiten und Sentenzen lesenswert ist.

 

Interesse? Hier könnt ihr das Buch aus dem Piper-Verlag kaufen!

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