*Rezension* Aufbruch


 (5/5)

 

Kira Walker lebt in einer Welt, in der die medizinischen und technischen Forschungen so weit fortgeschritten sind, dass man Krieger erschaffen kann, die praktisch unbesiegbar sind. Die Menschheit hat diese Krieger, „Partials“ genannt, erschaffen, damit diese für die Menschen die Kriege gewinnen. Doch nach den letzten Kriegen haben sich die Partials gegen die Menschheit gewandt, der RM-Virus ist ausgebrochen und hat mehr als 99 Prozent der Erdbevölkerung getötet. Seitdem leben die Partials getrennt von dem kläglichen Rest der Menschheit. Kira gehört zu denjenigen, die gegen das Virus immun sind. Doch diese Immunität nützt nicht viel, denn die Existenz der Menschheit ist bedroht. Neugeborene infizieren sich mit dem RM-Virus und sterben in ihrer ersten Lebenswoche. Kira erhofft sich Hilfe beim Feind. Ausgerechnet die Partials können der Schlüssel für ihr Überleben sein, denn diese sind immun gegen das Virus. Kira beschließt, sich einen Partial zu schnappen und diesen medizinisch zu untersuchen, um eventuell einen Impfstoff gegen den RM-Virus entwickeln zu können…

 

„Aufbruch“ ist eine Dystopie der besonderen Art. Die Geschichte ist von der ersten Seite an so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und mit „spannend“ meine ich atemberaubend, brillant, lebendig- einfach perfekt!

 

Dan Wells hat einen wunderbaren Schreibstil! Er versteht es, die richtigen Wörter zu benutzen und Spannung aufzubauen. „Aufbruch“ gehört zu den Büchern, die man nicht nur liest, sondern in denen man versinkt, in denen man lebt. Ich habe beim Lesen mit Kira gefiebert und gelitten. Ich habe so sehr gehofft, dass Kira tatsächlich einen Partial entführen kann und nicht unterwegs selbst getötet wird  als wäre sie eine gute Freundin.  Dan Wells hat mit dem Auftakt einer neuen Trilogie ein wunderbares Werk geschaffen. Er hat eine Geschichte geschrieben, die der Leser nicht nur passiv begleitet, nein, man hat wirklich das Gefühl, Teil der Handlung zu sein. Auch auf Long Island zu leben. Zusehen zu müssen, wie jeden Tag viele, viele Babys sterben. Nichts dagegen tun zu können. Dann ist da diese Hoffnung, einen Impfstoff entwickeln zu können, einen Partial beschaffen zu können. Dieser kleine Funke namens Hoffnung. Die Gefahr. Die Verzweiflung. Die Ohnmächtigkeit und Wut. Liebe. Trauer. Glück. Was Kira empfindet, empfand ich beim Lesen auch.  „Aufbruch“ ist eine Geschichte voller Emotionen. Lebendig. Echt. Ich liebe das Buch.

 

Kira ist noch eine Jugendliche, sechzehn Jahr alt, kaum erwachsen und doch setzt sie sich in den Kopf, die gesamte Menschheit retten zu wollen. Sie hat hohe Ziele, aber sie hat auch die Kraft und besitzt das Potential, um diese zu erreichen. Kira ist sympathisch und liebenswürdig, mutig und intelligent. In der Vergangenheit hat sie viel durchgemacht, sie wirkt reif für ihr Alter. Kira hat eine medizinische Ausbildung hinter sich und kennt sich mit Viren und ihrer Verbreitung aus. Sie ist eine Person, die der Leser während der Geschichte immer mehr ins Herz schließt. Sie wirkt so echt, so real, weil sie Dinge denkt und Dinge macht, die viele von uns in ihrer Situation auch denken/ tun würden.

 

Auch die anderen Charaktere besitzen alle Individualität. Der erste Partial, der im Buch namentlich erwähnt wird, heißt Samm. Partials werden von den Menschen als Monster und Maschinen charakterisiert, ohne Gefühle, auf das Töten programmiert. Doch Samm ist anders. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, sicher ist nur, dass er keineswegs als Monster und Maschine dargestellt wird.

 

Man merkt, dass Dan Wells weiß, wovon er schreibt. Ein roter Faden zieht sich durch die gesamte Handlung und rundet die Geschichte ab. Dennoch gibt es viele überraschende Wendungen während der Geschichte. Wem kann man vertrauen? Wer ist ein Verräter? Was sind die wahren Intentionen der Figuren? Der Leser wird immer wieder überrascht. Die Geschichte endet mit einem fiesen Cliffhanger, aus dem man alles Mögliche und doch rein gar nichts schließen kann.

 

„Aufbruch“ gehört zu den Büchern, nachdem man erst mal eine Pause braucht, bevor man ein anderes Buch anfängt zu lesen. Weil man einfach noch zu sehr in Kiras Welt und in der Geschichte drinsteckt und noch nicht auftauchen kann. Nicht auftauchen möchte.

 

„Aufbruch“ gehört zu den besten Dystopien, die ich gelesen habe. Kiras Geschichte ist manchmal traurig, brutal und düster, manchmal aber auch lustig und schön. Von vorne bis hinten wirkt die Geschichte lebendig. Absolut empfehlenswert!!!

 

Hier kann man sich das wundervolle, atemberaubende, rundum perfekte Buch aus dem ivi-Verlag kaufen!

 

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11 Gedanken zu “*Rezension* Aufbruch

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