*Rezension* Die Scanner


 

 (4/5)

 

Rob lebt in einer Welt, in der Bücher und Printmedien überhaupt nicht mehr erwünscht sind. Wer braucht schon Bücher, wenn es Ultranetz gibt? Rob ist ein Buchagent und als solcher nimmt er seinen Kunden Bücher ab, scannt diese ein und stellt das Buch online auf Ultranetz. Das Printmedium wird vernichtet. „Alles Wissen für alle! Jederzeit! Kostenlos!“. So lautet das Motto der Buchagenten. Die meisten Menschen trennen sich früher oder später von ihren Büchern, denn Rob und sein Buchagent-Freund Jojo zahlen ihnen gutes Geld. Nur einen können die beiden anscheinend einfach nicht überreden. Arne Bergmann, der Leser, der sein Buch nicht rausrückt. Nach und nach stellt sich heraus, dass Arne Mitglied einer geheimen Büchergilde ist… Er führt Rob in die Welt der Bücher ein. Nun muss Rob sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen möchte. Ultranetz oder Arne Bergmann? Wem kann er vertrauen?

 

„Die Scanner“ ist ein Roman, der nachdenklich stimmt. Rob lebt in einer digitalisierten Welt. Bücher erscheinen sinnlos, es gibt doch schließlich den Konzern Ultranetz. Mithilfe der „Mobril“, die Computer und Brille in einem ist, kann man sich jederzeit Informationen besorgen. Dafür sorgen Rob und Jojo, die für die Scan-AG, der Tochterfirma von Ultranetz, diese Informationen beschaffen. Doch kann die Bequemlichkeit wirklich der einzige Grund sein, alle Bücher zu vernichten? Printmedien zu verbrennen, nur weil man die Informationen auch einfacher beschaffen kann? Nach und nach kommt Rob einem düsteren Geheimnis der Scan-AG auf die Spur…

 

Die Geschichte ist interessant. Die Beschreibungen von Robs Welt gefallen mir gut. Rob lebt in einer Welt, in der die meisten Menschen aufgrund von Gehirnwäsche total naiv sind und das Staatssystem nicht in Frage stellen. Beziehungen werden über die Mobril erhalten, man muss die Liebe seines Lebens nicht persönlich sehen, da das Chatten den Zweck doch genauso gut erfüllt. Wer Urlaub machen möchte, geht in ein großes Gebäude, in der man verschiedene Themenhallen vorfindet.

 

Schade ist nur, dass der Roman „Die Scanner“ so dünn ist. Ich konnte mich nicht in die Hauptfiguren hineinversetzen und somit habe ich das Gefühl, die Geschichte wirklich nur gelesen zu haben, anstatt richtig erlebt. Zudem wird der Leser nicht Schritt für Schritt in die Geschichte eingeführt, sondern man wird sofort mit einer Flut von neuen Begriffen überschüttet, deren Sinn mir auf dem ersten Blick vollkommen unklar war. So habe ich mir zum Beispiel erst nach und nach die Definition der „Mobril“ zusammenbasteln können.

 

Je mehr die Geschichte sich ihrem Ende nähert, desto spannender ist es. Das Ende ist meiner Meinung nach richtig gut gelungen, es ist total überraschend und unerwartet.

 

„Die Scanner“ beruht auf einer grandiosen Idee von einer weniger grandiosen Welt. Schade ist nur, dass ich nicht wirklich in der Geschichte versinken konnte. Dystopiefans werden bei diesem Roman dennoch sicherlich auf ihre Kosten kommen.

 

Hier könnt ihr den Roman aus dem Fischer Verlag bestellen.

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