*Rezension* Flamingos im Schnee


 

 (4/5)

 

Campbell Cooper ist siebzehn Jahre alt und weiß genau, dass sie bald sterben wird. Sie hat Krebs. Mittlerweile hat sie sich mit der Diagnose abgefunden, doch ihre Mutter kommt nicht damit klar, dass Cam bald nicht mehr unter den Lebenden weilen wird. Cams Mom sieht nicht ein, dass Cam unheilbar erkrankt ist und bringt Cam und ihre kleine Schwester in die kleine Stadt Promise, in der das Unmögliche möglich sein soll. Hier erlebt Cam viele Dinge, die sie nie für möglich gehalten hätte…

 

„Flamingos im Schnee“ ist ein Roman über ein sehr ernstes Thema. Die Geschichte ist gut geschrieben und das Ende sehr bewegend, aber eine Beziehung zu der Geschichte konnte ich leider nicht aufbauen.

 

Das Thema ist bewegend und interessant, doch die Feinheiten der Geschichte sind weniger originell. So habe ich einfach schon zu viele Geschichten gelesen, in denen es darum geht, dass Krebskranke eine bestimmte Liste abarbeiten wollen. Auf dieser Liste sehen Sachen, die sie noch in ihrem Leben tun möchten. Auch Cam besitzt so eine „Flamingoliste“, die sie vor einiger Zeit verfasst hat und nun wiederfindet. Eine Party machen, die Jungfräulichkeit verlieren- wie so viele Jugendliche, deren Zeit knapp bemessen ist, möchte auch Cam ihr Leben im Schnelldurchlauf meistern.

 

Cam ist eine faszinierende Persönlichkeit. Obwohl sie einen schweren Schlag aufgrund der Unheilbarkeit ihrer Krankheit erleiden muss, ist sie eher eine optimistische und fröhliche Person. Sie ist lustig, selbstbewusst und tapfer. Ihr Kampf gegen den Krebs ist sehr emotional und bewegend. Dieser ganze Mut, den sie aufbringt, um sich gegen die Krankheit stellen zu können, ist beachtenswert. Obwohl oder vielleicht auch gerade da sie sich bewusst ist, dass sie nur noch wenig Zeit zum Leben hat, genießt sie jeden einzelnen Tag.

 

Die Hauptfigur wird sehr detailliert beschrieben und man bekommt Cams Gedanken mit. Leider werden die Personen rund um Cam ziemlich vernachlässigt. Zu der Mutter, zu Cams kleinerer Schwester und zu Cams Bekanntschaften in Promise kann ich nicht viel sagen. Sie alle wirken wie leblose Hüllen, die als Platzhalter in der Geschichte stehen. Aber wo bleibt die Lebendigkeit der Figuren? Die Merkmale der Personen werden kaum erwähnt und der Leser weiß nach dem Lesen nicht viel über die Menschen, die in „Flamingos im Schnee“ auftauchen. Die einzige Person, die im Gedächtnis haften bleibt, ist Cam.

 

Wendy Wunder hat einen schönen Schreibstil. Sie schreibt an einigen Stellen sehr poetisch und tiefgründig und verfasst diese wunderbaren, kleinen Sätze, die man sich immer wieder durchlesen kann. Andererseits habe ich die ersten fünfzig, sechzig Seiten eher als langweilig empfunden. Die Vorgeschichte zieht sich ein wenig. Zudem finde ich, dass einige Dinge zu detailliert beschrieben werden, was den Lesefluss stört.

 

„Flamingos im Schnee“ ist eine schöne Geschichte mit einem emotionalen Ende. Die Geschichte hat einige Ecken und Kanten, ist aber dennoch ein gelungener, tiefsinniger Roman und als solches zu empfehlen.

 

Hier könnt ihr den Roman aus dem Goldmann-Verlag (auch auf Facebook;)) bestellen.

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7 Gedanken zu “*Rezension* Flamingos im Schnee

  1. Carey Beck schreibt:

    Und obwohl mich das Buch nicht erreicht hat, hatte es auf seine Art das gewisse Etwas, was mich zum weiterlesen animiert hat. Ich wollte einfach wissen, was es mit der Stadt Promise auf sich hat und auch auf das Ende war ich Neugierig. Das Ende konnte mich dann auch endlich erreichen und ich fand es sehr passend. Dies wiederrum hat mich ein wenig mit dem Buch versöhnt.

    • Buchheldin schreibt:

      Ging mir genauso. Irgendwie musste man einfach weiterlesen und das lag wohl unter anderem an dem angenehmen Schreibstil der Autorin. Das Ende mochte ich auch. Es passte einfach alles.

  2. Fina schreibt:

    Schöne Rezi ^^ Habe das Buch genauso bewertet, weil mir genau deine Kritikpunkte auch nicht gefallen haben… 🙂

    Schade, dass dir „Arkadien“ nict gefallen hat. Aber bei mir ist es auch manchmal so, dass mir Bücher, die jeder zu lieben scheint, mir gar nicht gefallen 😀

    LG, Fina ❤

    • Fina schreibt:

      Ja, das stimmt schon. So toll wie angespriesen war es leider nicht…

      Vom Tal habe ich habe schon 6 Bände gelesen und nun beim 7. ist die Story zwar immer noch gut, aber ich habe das Gefühl, der Teil ist nur nochmal eine Brücke zum eigentlichen Finale im 8.Teil. Ich hoffe, das wird nich besser.. ^^

      LG, Fina 🙂

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