*Rezension* Die Auslese


 

   (5/5)

 

Malencia  Vale, genannt Cia, ist sechzehn und möchte nichts sehnlicher, als für die Auslese ausgewählt zu werden. Denn nur diejenigen, die bei der Auslese punkten, dürfen später eine Universität besuchen und an dem Wiederaufbau ihrer Heimat Five Lakes Colony mitwirken. Schon ihr Vater hat erfolgreich die Auslese bestanden und nun wünscht sich Cia, in seine Fußstapfen treten zu können. Als sie tatsächlich ausgewählt wird, scheint ein Traum in Erfüllung zu gehen. Doch ihr Vater ist alles andere als glücklich, dass Cia nun nach Tosu-Stadt geht und sich der Auslese stellt. Normalerweise werden die Erinnerungen der Kandidaten nach der Auslese gelöscht, aber Cias Vater besitzt dennoch bruchstückhafte Erinnerungen an die grausame Zeit der Auslese und berichtet seiner Tochter davon. Die erste Zeit in Tosu-Stadt gefällt Cia sehr gut. In den Tests schneidet sie gut ab und zudem kommen sie und Tomas, ein weiterer Ausgewählter aus der Five Lakes Colony, sich immer näher. Doch dann sterben die ersten Teilnehmer während der Testrunden und Cia beginnt an der Richtigkeit der Auslese zu zweifeln. Doch Umkehr ist zu spät. Wer sich krank meldet oder bei den Testrunden zu schlecht abschneidet, wird danach nie mehr gesehen…

 

 

Die Auslese. Wow. Was soll ich dazu sagen? Am Anfang war ich noch skeptisch: wird mir das Buch gefallen? Oder ist es bloß eine weitere Dystopie, die in der großen, weiten Welt der Endzeitromane untergeht? Doch nachdem ich einmal den Buchdeckel aufgeschlagen hatte, konnte ich sagen, dass all meine Sorgen unbegründet waren. Eigentlich wollte ich mich nur kurz in den Roman einlesen, doch das Ganze ist dann zu einer Lesenacht ausgeartet und ich habe gleich fast die ganze Geschichte verschlungen. Es gibt Bücher, die sind toll und es gibt Bücher, die sind sehr toll. Und dann gibt es noch Bücher wie Joelle Charbonneaus „Die Auslese“, bei denen einfach jedes Wort stimmt. Frau Charbonneau hat es einfach drauf!

 

 

Der Roman ist total spannend!  Man kann gar nicht anders, als weiterzulesen. Die Testrunden sind erschütternd und grausam und als Leser fragt man sich, wie fortgeschritten die Dekadenz einer Gesellschaft sein muss, damit Offiziere mit so viel Brutalität ungestraft durchkommen.  Viele Teilnehmer der Auslese sterben nach und nach, doch dem Vorsitz ist es egal, solange einige Teilnehmer übrigbleiben und man immer noch genug Teilnehmer hat. Ich war beim Lesen empört, schockiert, berührt und wie traumatisiert. Ohne Witz, zeitweilig verschwammen die Grenzen zwischen Realität und Auslese– so wirklich hat sich die Geschichte angefühlt.

 

 

Ich bewundere Cia sehr. Sie ist noch total jung, kaum erwachsen und doch muss sie mit so viel Schrecken während der Auslese zurechtkommen. Ihre Entscheidungen und Ergebnisse in den Testrunden zeichnen sie aus- sie handelt nicht egoistisch, sondern bedenkt auch immer noch das Wohl der anderen Personen, ob sie es nun verdient haben oder nicht. Doch ihr Altruismus beinhaltet auch eine gewisse Naivität, was Cia zu einem leichten Opfer macht. Ihr Vater hat ihr eingeschärft, niemandem zu vertrauen. Aber was tun, wenn viele Personen so vertrauenswürdig erscheinen und offenkundig Hilfe brauchen? Cia ist ehrgeizig und möchte liebend gern an die Universität, aber sie spielt im Gegensatz zu manch einem anderen Teilnehmer der Auslese nur mit fairen Mitteln.

 

Tomas ist sehr talentiert und gut zu Cia, jedoch vertraut er anderen Leuten nicht leicht. Cia und Tomas verstehen sich während der Auslese immer besser, doch dann  bekommt sie den Verdacht, dass Tomas womöglich doch nicht so eine reine Weste besitzt. Er scheint ihr etwas zu verschweigen. Nur was?

 

Das Einzige, was mich an „Die Auslese“ etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass es doch sehr an „Die Tribute von Panem“ erinnert. In Charbonneaus Roman gibt es Kolonien, in Panem Distrikte. Beide Welten sind nach schweren Kriegen zerstört worden, die Bürger müssen nun unter ärmlichen Bedingungen leben. Five Lakes Colony bzw. Distrikt 12 ist besonders arm, weshalb die Ausgewählten von den anderen Teilnehmern nicht ernst genommen werden. Beide Romane handeln davon, dass Teilnehmer in der Wildnis ausgesetzt werden und um das Überleben kämpfen müssen. Eine Dreiecksgeschichte ist auch bei beiden Geschichten vorhanden. Dann sind da noch ganz viele andere Kleinigkeiten, die mich an Panem erinnern. Zwar ist „Die Auslese“ nichtsdestotrotz wunderbar und genial, aber man fragt sich doch, woher all die Parallelen kommen.

 

 

Falls ihr demnächst einen superspannenden Roman lesen wollt, schnappt euch „Die Auslese“! Die Geschichte ist fantastisch, beim Lesen versinkt man in eine andere Welt. Eine klare Leseempfehlung!

 

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13 Gedanken zu “*Rezension* Die Auslese

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