*Rezension* Der Fluch der falschen Frage


(4/5)

Lemony Snicket ist ein seltsamer Mensch, der schon viele Geschichten geschrieben hat. Berühmt wurde er mit seiner Romanserie „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“. Nun berichtet er zum ersten Mal von seiner Kindheit, die turbulent und abenteuerlich war. Lemony wird als junger Detektiv angeheuert und muss gemeinsam mit seiner Mentorin versuchen, einen kniffligen Fall zu lösen. In der Stadt mit dem auffallenden Namen Schwarz-aus-dem-Meer wurde eine berühmte Statue seinem rechtmäßigen Besitzer entwendet. Diese Statue muss nun schleunigst gefunden und dorthin gebracht werden, wo sie hingehört. Doch wem gehört die Statue wirklich? Statt der Lösung näher zu kommen, verstrickt sich Lemony in ein Netz aus Fragen, Versprechungen und richtigen oder falschen Antworten…

Ich habe vor einigen Jahren „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“ von Lemony Snicket verschlungen. Als ich erfahren habe, dass nun ein neuer Roman von dem Autor erschienen ist, musste ich ihn natürlich sofort lesen. Die Geschichte hat mir gut gefallen, auch wenn ich sie nicht so toll finde wie die vorherigen Werke des Autors.

Habt ihr schon mal etwas von Lemony Snicket gelesen? Wenn nicht, tut es! Er hat einen fantastischen Schreibstil. Sein Stil ist einfach genial (ein besseres Wort für seine Schreibkünste fällt mir nicht ein). Allein schon die Tatsache, dass Snicket selbst in seinen Romanen eine tragende Rolle spielt, ist einfach cool. Ich mag Geschichten, in denen die Autoren aktiv mitwirken anstatt über die Handlung vom olympischen Erzählstandort aus zu berichten. Hinter dem Pseudonym Lemony Snicket verbirgt sich ein begnadeter Autor, der seine Leserschaft mit seinem Humor zum Schmunzeln bringt. Seine Schreibweise unterscheidet sich von dem anderer Autoren, so bringt er zum Beispiel immer wieder Sätze an, die typisch für ihn sind.

 

„Der Fluch der falschen Frage“ beginnt spannend, zieht sich jedoch nach einigen Seiten in die Länge. Auf den ersten hundert Seiten passiert relativ wenig. Der Leser tappt im Dunkeln und weiß zeitweise überhaupt nicht, was Sache ist. Snicket lässt einen im Dunkeln tappen, doch ab und zu hätte er ruhig auch etwas Licht mit einbringen können. Mich ärgert zudem, dass am Ende der Geschichte noch eine große Menge an Fragen nicht beantwortet ist. Offene Fragen sind eine weitere Spezialität des Autors. Ein kleiner Cliffhanger am Ende eines Romans schadet nicht, aber bei „Der Fluch der falschen Frage“ habe ich das Gefühl, dass der Roman wirklich mitten in der Geschichte endet und die restlichen zweihundert Seiten beim Druck vergessen wurden.

Die Charaktere der Geschichte sind einfach toll. Manche sind klischeehaft, andere geheimnisvoll und undurchdringlich. Aber bei Snicket stört es mich nicht, wenn die Figuren zu sehr einem Stereotypen entsprechen, weil gerade diese Leute die Handlung interessant machen.

„Der Fluch der falschen Frage“ ist der Auftakt einer Reihe. Ich kann es kaum erwarten, die restlichen Bände zu lesen. Der erste Teil enthält zwar einige kleine Mängel, ist aber dennoch einfach typisch Snicket und somit witzig und klug  geschrieben. Klare Leseempfehlung!

 

Hier könnt ihr euch die Geschichte aus dem Goldmann-Verlag bestellen.

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6 Gedanken zu “*Rezension* Der Fluch der falschen Frage

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