*Rezension* Edelberb


(3/5)

 

Die berüchtigte Anya Balanchine sitzt ihre Haftstrafe in der Erziehungsanstalt Liberty ab und flieht nach ihrer Entlassung auf eine Kakaoplantage nach Mexiko. Dort lernt sie den gleichaltrigen Theo kennen, der auf den Plantagen arbeitet und sich sofort gut mit ihr versteht. Das Land gefällt Anya, alle sind nett zu ihr und sie fühlt sich wohl, auch wenn es ihr schwer fällt, die Tatsache zu akzeptieren, dass ihre große Liebe Win mittlerweile eine neue Freundin hat. Doch gefährliche Dinge geschehen – sowohl in Mexiko als auch in New York. Anya muss zurück und sich neuen Herausforderungen stellen. Schreckliche Dinge geschehen innerhalb der Familie, Verrat und Misstrauen stehen an der Tagesordnung. Wer soll das Schokoladengeschäft der Balanchines in Zukunft leiten? Und wem kann Anya vertrauen?

Den ersten Band der Serie habe ich vor mehreren Monaten verschlungen. Der erste Band war durchweg spannend, die Charaktere waren toll und die Handlung genial. Dementsprechend hatte ich hohe Erwartungen an den Nachfolger von „Bitterzart“. „Edelherb“ ist eine nette Geschichte, kommt jedoch nicht an seinen Vorgänger ran.

Anya ist mittlerweile ein großes Stück erwachsen geworden. War sie im ersten Band noch in großen Liebesdramen verstrickt, so geht es in Band zwei mehr um ernsthaftere Dinge wie den Kampf um Leben und Tod. Anya ist selbstbewusst und eine starke Persönlichkeit. Sie ist eine Kämpfernatur und nicht besonders gefühlvoll. An einigen Stellen in der Geschichte zeigt Anya für meinen Geschmack jedoch zu wenige Emotionen. Es geschehen schreckliche Dinge in der Familie, doch Anya betrachtet die Sachlage dennoch mit Ruhe. Ja, sie ist traurig, wenn Verwandte zu Schaden kommen, aber sie ist noch viel mehr wütend. Dieser Zorn und das Bedürfnis, Rache zu nehmen, ziehen sich durch den ganzen Roman. Wo bleibt der Schmerz? Wo bleibt die Trauer? Sie kommen, aber sie kommen zu kurz.

 

Die Handlung ist geprägt von dem Mafiosi-Flair. Verschiedene illegale Gruppierungen buhlen um Geld, Macht und Ansehen und scheuen auch nicht vor Morden zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Für meinen Geschmack geht es in Band 2 zu sehr um die Frage, wer das Schokoladengeschäft der Balanchine leiten soll und zu wenig um die im Vorgängerband so schön dargestellte Liebe und die Familiengeschichte von Anya. Zu viel Geschäft, zu wenig Gefühl, würde ich sagen.

 

Die Geschichte ist überwiegend spannend, aber dieses Ich-muss-unbedingt-wissen-wie-es-weitergeht-Gefühl ist nicht vorhanden. Teilweise gibt es auch langatmigere Passagen, in denen nicht so viel passiert.

 

Scarlet, die beste Freundin von Anya, ist nach wie vor eine tolle Person mit einem starken Charakter. Jedoch ist auch sie nicht perfekt. Scarlet versteht sich immer besser mit Anyas Ex-Freund Gable, jedoch bringt ihre Beziehung auch viele Probleme mit. Scarlet beginnt, Gable für sein mieses Verhalten zu Anya zu verzeihen, doch dann trifft Gable eine Entscheidung, die Scarlets Naivität und Gutmütigkeit ins Schwanken bringt.

 

„Edelherb“ ist ein netter, zweiter Überbrückungsband der Serie rund um Anya Balanchine und das Schokoladengeschäft ihrer Familie. Die Geschichte ist nicht schlecht und auch der Schreibstil ist ganz nett. Schaut man sich jedoch den zweiten Band im Vergleich zum ersten an, so sieht man doch, dass aus „Edelherb“ viel mehr hätte werden können.

 

Hier könnt ihr euch den Roman aus dem FJB-Verlag bestellen.

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7 Gedanken zu “*Rezension* Edelberb

  1. buchstabentraeume schreibt:

    Ich fand schon Teil 1 eher mittelmäßig, aber immer noch gut genug, um wissen zu wollen, wie es weitergeht. 😉 Aber so wie ich das hier herauslese, macht es nichts, wenn ich die Fortsetzung noch etwas warten lasse und vorher andere Bücher lese…

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