*Rezension* Die große Wildnis


(2/5)

Kester ist ein etwas ungewöhnlicher zwölfjähriger Junge. Im Mentorium, dem Heim, in dem er lebt, wird er oft von anderen Kindern geärgert, weil er mit niemandem spricht. Die wenigen Tiere, die es noch auf der Erde gibt, sind Ungeziefer, welche Kesters einzige Freunde darstellen. Alle anderen Tiere sind während einer schlimmen Seuche namens „Roter Pest“ gestorben. Eine Kakerlake namens General findet besonders viel Zuwendung von Kester. Doch als diese Kakerlake eines Tages anfängt zu sprechen, bekommt der kleine Junge doch einen ziemlich großen Schock. Zusammen mit einem Schwarm Tauben führt die Kakerlake Kester in die große Wildnis, in ein Gebiet, in dem die letzten Tiere dieser Welt leben. Hier gibt es noch Hirsche und Löwen, Vögel aller Art, Hasen und viele kleine Tiere. Doch selbst diese sind nun in Gefahr. Die Seuche breitet sich unaufhörlich aus. Und Kester ist ihre einzige Hoffnung, denn er soll ein Heilmittel für die Tiere auftreiben…

„Die große Wildnis“ ist eine Geschichte, die man zwischendurch ganz gut an einem Stück durchlesen kann. Allerdings hat sie bei mir nicht sehr viel Eindruck hinterlassen.

Piers Torday schreibt aus der Sicht von Kester, dem Jungen, der irgendwann aufgehört hat zu sprechen. Seine Gedanken und Gefühle werden ziemlich genau beschrieben. Man bekommt das Innenleben von Kester detailliert vor Augen geführt und hat somit fast das Gefühl, zusammen mit Kester die Aufgaben bestehen zu müssen. Der Schreibstil ist ziemlich gewöhnlich, außer wenn es um die wörtliche Rede der Tiere und Kester geht. Da benutzt Piers Torday Sternchen (*) anstatt Anführungsstriche, eine Tatsache, die doch etwas gewöhnungsbedürftig ist.

Die Handlung der Geschichte ist gut durchdacht, jedoch zieht sie sich des Öfteren in die Länge. Hier und da hätte der Autor eine Beschreibung oder einen Dialog ruhig weglassen können, um die Handlung insgesamt actionreicher und spannender zu gestalten.

Vielleich hätte man stattdessen mehr auf Kester als Person eingehen können. Ich wurde während der gesamten Geschichte nicht so richtig mit ihm vertraut, was womöglich daran liegt, dass er noch ein relativ junger, entdeckungsfreudiger Junge ist, der gerne Abenteuer besteht und deshalb auch so die eine oder andere Entscheidung trifft, die ich nicht unbedingt nachvollziehen kann.

Die Tiere im Wald können sprechen (zumindest zu Kester) und wirken in der Geschichte ziemlich menschlich. Allerdings werden viele Tierarten auch stereotypisiert dargestellt, so gibt es zum Beispiel das Rudel mit den bösen Wölfen.

Man merkt, dass „Die große Wildnis“ für jüngere Kinder geschrieben ist, für die sprechende Tiere und ein mutiger Junge auf einer Mission genau das Richtige ist. Für ältere Jugendliche mag die Geschichte jedoch etwas zu gewollt wirken.

Der Roman ist der Auftakt einer Reihe.

Insgesamt ist „Die große Wildnis“ ein netter Abenteuerroman für Jüngere über einen tollen Jungen, der in einer schrecklichen Welt aufwächst. Für Ältere kann ich diesen Roman nicht empfehlen.

 

Hier könnt ihr euch das Buch aus dem randomhouse-Verlag bestellen.

Danke an BloggdeinBuch für das Rezensionsexemplar!

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14 Gedanken zu “*Rezension* Die große Wildnis

  1. packingbooksfromboxes schreibt:

    Oh, das ist mir gestern grad in die Hände gefallen und damit auf meine Wunschliste geklettert. Mal sehen, ob ich ähnliche Eindrücke habe, wenn ich mal dazu komme es zu lesen.
    Ich find’s übrigens ganz toll, dass du die Verlagsseiten zum Bestellen verlinkst und nicht wie (leider) meist üblich zu Amazon!!! 🙂

      • packingbooksfromboxes schreibt:

        Das habe ich nicht gesehen :D, aber du gibst den Verlagen auf jeden Fall auch eine Chance und das ist mindestens genauso gut

      • packingbooksfromboxes schreibt:

        Ich möchte nicht generell dagegen wettern, denn manchmal greif ich darauf auch zurück.
        Aber ich arbeite als Buchhändlerin und da habe ich in den letzten Jahren natürlich auch viel über Hintergründe der Buchbranche und des Handels im Allgemeinen gelernt. Man bekommt dann eine andere Sicht auf die vielen Leerstände in den Städten und ich versuche einfach viel möglichst irgendwie über die Läden ansich und nicht unbedingt über das Internet zu kaufen.
        Natürlich gibt es da manchmal ganz erhebliche Preisunterschiede, aber zumindest bei Büchern durch die Preisbindung ja nicht, weshalb ich da immer gerne sage „Support your local Buchhändler“ 😉
        Mir fiel das bei dir deshalb einfach sehr positiv auf

      • Buchheldin schreibt:

        Ach so ist das. 🙂

        Ja, manchmal kaufe ich auch bei Amazon aus Bequemlichkeit, aber Bücher besorge ich generell lieber aus der Mayerschen (gibt es die bei euch auch? :)) Buchhandlungen sind einfach immer so herrlich gemütlich. 🙂

      • packingbooksfromboxes schreibt:

        Oh ja, sehr gemütlich! Wenn ich irgendwo in anderen Innenstädten unterwegs bin, muss ich auch immer in eine Buchhandlung 🙂
        Die Mayersche gibt es hier nicht, aber wenn ich mal nach Nordrhein-Westfalen komme, werd ich mich daran erinnern.

      • Buchheldin schreibt:

        😀 Und die Thalia? 🙂

        Ja, in England gibt es auch so viele tolle Bücherläden. Kennst du Waterstones? Foyle’s? Die Charing Cross Road? 🙂

      • packingbooksfromboxes schreibt:

        Thalia gibt es, allerdings „nur“ in den benachbarten Großstädten.

        Ich habe viel über die englischen Buchhandlungen gehört und es ist ein großer Traum mal dorthin zu kommen (leider war ich bisher noch gar nicht in England).
        Warst du schon mal da?

      • Buchheldin schreibt:

        Ja, aber auch erst einmal. 🙂 In der Charing Cross Road in London reihen sich ganz viele kleine und große Bücherläden nebeneinander. 🙂 Das PARADIES. Und Waterstones, die große Buchhandelkette, ist auch einfach wunderbar.

      • packingbooksfromboxes schreibt:

        Das glaube ich sofort! London calling, aber ganz penetrant 😀 Die Reise sollte ich tatsächlich zeitig mal in Angriff nehmen.
        Es gibt einen tollen Briefroman „84 Charing Cross Road“, in dem es um die Brieffreundschaft von Helene Hanff und einem Buchhändler dort geht. Ist, glaube ich, bei Hoffmann und Campe erschienen. Die gebundene Ausgabe ist leider gerade im Nachdruck.

      • Buchheldin schreibt:

        Oh, den Briefroman kenne ich gar nicht, aber ich muss ihn mir dingend mal anschauen. 🙂 Kenne bisher nur „Gut gegen Nordwind“ als Briefroman, der hat mir sehr gut gefallen. 🙂

      • packingbooksfromboxes schreibt:

        Oh ja, mir auch. Das war wirklich toll von der Sprache her (und der Geschichte sowieso).
        Mein Lieblingsbriefroman (so viele habe ich allerdings noch nicht gelesen 😉 ) ist allerdings „Deine Juliet“. Ist bei Rowohlt erschienen und soooo schön englisch.

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