*Rezension* Der Gast


(5/5)

Eines Tages  macht der Erzähler der Geschichte einen Spaziergang, um auf andere Gedanken zu kommen. Da begegnet ihm ein Pferd, den er kurzerhand zu sich nach Hause einlädt. Das rote Pferd macht es sich in dem Haus gemütlich und nimmt nach und nach immer mehr Platz ein. Irgendwann beansprucht das Pferd den ganzen Raum für sich. Was tun? Der Erzähler kommt auf eine tolle Idee: er kann doch einfach an etwas anderes denken! Genau das tut er, woraufhin das Pferd immer kleiner und kleiner wird und schließlich verschwindet. Doch da kommt auch schon der nächste Gedanke, der sich breit macht…

„Der Gast“ ist eine wunderschöne Geschichte über einen Gedanken, der immer größer wird. Marie Dorléans erzählt metaphorisch, aber dennoch in einer einfachen Sprache, sodass auch junge Kinder die Handlung verstehen. Meine Schwester (5) hat die Geschichte schon ganz oft gehört und kann immer noch nicht genug davon bekommen. Die Geschichte lebt von ihren Bildern, auf jeder Seite ist nur wenig Text, sodass man die Handlung schnell erzählt hat.

Doch es gibt so viel auf den einzelnen Seiten zu sehen! Da sind zum Beispiel die Kerzenleuchter, die aussehen wie menschliche Gesichter, die Schubladen am Schrank scheinen Schnurrbärte zu tragen und der Schaukelstuhl besteht aus einer Schlange. Meine Schwester liebt es, die kleinen Details genauer zu untersuchen und ist ganz in ihrem Element, wenn es darum geht, ein neues Gesicht auf einem der Möbel zu entdecken oder eine andere Ungereimtheit festzustellen. Die Skizzen sind auf Kinder abgestimmt und wunderschön.

Das Pferd und der andere Gast, der auf der letzten Seite auftaucht, sind die einzigen Figuren, die rot dargestellt werden, alle weiteren Zeichnungen sind schwarz-weiß, was den Kontrast verstärkt.

In „Der Gast“ geht es um die Macht eines Gedanken, der immer wieder gedacht wird und sich somit im Alltag des Erzählers ausbreitet, doch diese Botschaft ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich, schon gar nicht für jüngere Kinder. So hat auch meine Schwester die Geschichte etliche Male vorgelesen bekommen. Nach vielen Fragen und Antworten wusste sie dann auch, dass das Pferd in der Geschichte kein echtes Pferd ist, sondern eine einzige große Metapher darstellt, eine Metapher für einen Gedanken.

„Der Gast“ ist eine Bildergeschichte, die ich allen jungen Menschen nur empfehlen kann. Das Buch eignet sich perfekt zum Vorlesen und Bestaunen!

Hier könnt ihr das Buch aus dem mixtvision-Verlag bestellen.

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