*Rezension* Bunker Diary


(5/5)

Er wollte nur helfen. Linus, der sechzehnjährige obdachlose Junge wollte doch bloß dem blinden Mann helfen, der etwas in einen LKW laden wollte. Linus steigt auf den LKW, verschiebt das Gepäckstück – und erkennt seinen Fehler. Doch zu spät, schon wird ihm ein Tuch auf Mund und Nase gedrückt. Als nächstes bekommt Linus mit, dass er in einem Bunker liegt. Allein. Wo ist sein Entführer hin? Warum ist da ein Aufzug und warum liegen daneben Zettel und ein Stift? Warum ist der Bunker in sechs kleinere Zimmer unterteilt? Nach und nach kommen die anderen fünf Menschen in den Bunker, auch sie sind nur unfreiwillig hier. Auch sie hat der Entführer, der nur ER genannt wird, überwältigt. Zu sechst versuchen sie, einen Weg aus dem Bunker zu finden, was schwierig ist, da ER seine Opfer Tag und Nacht per Videokamera und Mikrofon überwacht…

Dies war das erste Buch, das ich von Kevin Brooks gelesen habe. Ein richtig, richtig gutes Buch.

Die Geschichte an sich ist so gut geschrieben! SO GUT! Ich meine, klar, sie ist auch extrem spannend und so, und als Leser befindet man sich in einer Art Rauschzustand, wenn man die Geschichte von Linus liest. Man möchte wissen, was es mit seiner Vergangenheit auf sich hat, wer ER ist und wie Linus und die anderen wieder aus dem Bunker rauskommen. Aber abgesehen von der Spannung der Geschichte merkt man, dass Kevin Brooks sein Werk versteht. Er schreibt lebendig, wodurch der Inhalt sehr atmosphärisch wirkt.

Ich liebe diese philosophischen Absätze, diese Textpassagen, in denen Linus‘ Gedanken abschweifen, in denen er irgendwelche Gedankenexperimente macht, die einem wohl nur in den Sinn kommen, wenn man seit mehr als einem Monat in einem Bunker eingesperrt ist. Der Leser denkt bei den Gedankenexperimenten gleich mit.

Linus ist ein sehr starker Charakter. Ein Junge, kaum erwachsen, von seinem Vater vernachlässigt und von der Gesellschaft ausgestoßen. Er lebt normalerweise auf der Straße und wird von niemandem beachtet. In dem Bunker sorgt er sich liebevoll um das jüngere Mädchen Jenny, das nach einiger Zeit auch in dem unterirdischen Verlies landet.

Was kann man noch zu der Geschichte sagen? Die Grundidee ist einfach, der Inhalt ist heftig. Das Geschehen nimmt jeden Leser mit. „Bunker Diary“ ist ein ganz besonderes, authentisches Jugendbuch, das uns zeigt, wie schwierig es ist, menschlich zu bleiben, wenn der Rest der Menschheit seine Humanität scheinbar verloren hat.

„Bunker Diaries“ – ein Buch, dass mich sehr bewegt hat. Die Geschichte gehört zu jenen, die einem noch lange nach dem Lesen im Gedächtnis bleiben.

Hier könnt ihr die Geschichte aus dem dtv-Verlag kaufen.

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10 Gedanken zu “*Rezension* Bunker Diary

  1. hanniiii schreibt:

    Hallo, hiermit nominiere ich dich für den “Liebster Blog Award”. Schau doch auf meinem Blog vorbei. Ich würde mich freuen wenn du mitmachen würdest.

  2. booksandmore81 schreibt:

    Sehr schöner Bericht 🙂
    Die Geschichte klingt wirklich sehr interessant und wenn ich nicht schon sooo viel zu lesen hätte, würde ich sofort anfangen. Aber es steht auf meiner Liste 🙂

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