*Rezension* Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat


 (4/5)

Alex Woods weiß, dass manchmal im Leben Dinge passieren, die man nie für möglich gehalten hätte. Er selbst wurde als zehnjähriges Kind von einem Meteoriten am Kopf getroffen, was an sich schon ein extrem unwahrscheinliches Erlebnis darstellt. Zudem hat er diesen Zusammenprall auch noch überlebt, was an ein Wunder grenzt.

Alex, der mit seiner Mutter alleine wohnt, findet sich eines Tages auf der Flucht vor einer Bande wütender Jungen in dem Gartenhaus des Nachbarn Mr. Peterson wieder. Das Gartenhaus wird von den Raufbolden demoliert, die kurz nach der Tat weglaufen und Alex mit einem wütenden Mr. Peterson zurücklassen. Als Strafe für den Schaden soll Alex regelmäßig dem Nachbarn bei einigen Arbeiten helfen – aus der erzwungenen Lage wächst schon bald eine besondere Freundschaft heraus. Mr. Peterson führt Alex in die geheimnisvolle Welt der Literatur ein – insbesondere die Bücher von Kurt Vonnegut haben es ihnen angetan. Diese Freundschaft mit dem Nachbarn und die Dinge, die Alex von seinem alten Freund lernt, führen dazu, dass Alex mit siebzehn Jahren mit 113 Gramm Marihuana und Mr. Petersons Asche in einer Urne an der Grenze in Dover von Polizisten angehalten wird…

„Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ ist in vielerlei Hinsicht ein höchst ungewöhnliches Buch. Ich weiß selbst nicht genau, was ich vor dem Lesen von dem Buch erwartet habe. Eine leichte Lektüre? Einen philosophischen Roman? Eine Komödie? Dem Titel nach zu schließen wäre alles möglich.

Es dauert eine Weile, bis man sich in die Geschichte eingelesen hat. Die ersten hundert Seiten führen in Alex‘ Welt ein und sind nicht sonderlich spannend, zumal ich mich beim Lesen ständig gefragt habe, worauf der Autor Gavin Extence denn überhaupt hinaus möchte. Ich bekam die halbe Lebensgeschichte von Alex präsentiert, die im Grunde nur die Vorgeschichte der eigentlichen Handlung des Buches darstellt. Es gibt den Alex, der von einem Meteoriten getroffen wird und den Alex, der Freundschaft mit Mr. Peterson schließt. Merkwürdig ist nur, dass die beiden Teile des Romans nicht sonderlich viel miteinander gemein haben. Der Meteorit spielt eher eine Nebenrolle in der Geschichte, der Unfall von Alex wird zu Beginn zwar lang und ausführlich beschrieben, nimmt aber im Laufe der Geschichte eine immer unwichtigere Rolle ein.

Erst zirka ab Seite 130 beginnt meiner Meinung nach die eigentliche Geschichte, die Bekanntschaft mit Mr. Peterson. Ab da liest sich die Geschichte relativ schnell. Mr. Peterson ist ein interessanter Charakter. Er ist ein alter, weiser Mann, der viel Ahnung von Literatur hat und anspruchsvolle Gespräche mit Alex führt. Zugleich besitzt er auf dem Dach eine eigene kleine Cannabisfarm und raucht das Zeug schon seit etlichen von Jahren.

Alex ist ein durchschnittlicher Junge, der uns Lesern wohl gerade deshalb so nahe kommt. Er wirkt so echt und lebensnah.

Der Roman steckt voller schöner Sätze, die ich mir mit Post-Its markiert habe. Gavin Extence hat das Schreiben drauf und sein Debüt liest sich, als hätte er schon dutzende andere Werke veröffentlicht.

Gavin Extence hat mit „Das unerhörte Leben des Alex Woods oder warum das Universum keinen Plan hat“ einen tollen Debütroman mit viel Potential erschaffen, der vor allem von seinen Lebensweisheiten und Sentenzen, den klugen Ausrufen der Protagonisten und der zitierten Literatur lebt. Die Verbindung zwischen dem Unfall, dem Meteoriten und der Freundschaft mit Mr. Peterson erschließt sich mir nicht. Alles in allem liefert das Buch aber einige sehr schöne Lesestunden. Ich kann die Geschichte auf jeden Fall weiterempfehlen!

 

Hier könnt ihr euch die Geschichte aus dem ivi-Verlag bestellen!

 

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