*Rezension* Lullemu, wer bist DU?


 

 

 (3/5)

Der lustige Hund Lullemu hat fast alles, was das Hundeherz begehrt. Doch leider hat er noch keinen Freund gefunden und macht sich somit auf die Suche. Lullemu stellt fest, dass das Freundefinden gar nicht so einfach ist. Unterwegs begegnet er unter anderem einem Hahn, einem Schaf und einem Marienkäfer, doch sie alle haben etwas an Lullemus Erscheinung auszusetzen. Einen Freund zu finden ist wirklich nicht einfach!

 

Das Cover des Buches mit dem Leineneinband sieht wunderschön verspielt aus und ist ein echter Blickfang im Kinderzimmer. Meine Schwester (5) hat sich gleich in das Buch verliebt und wollte, dass ich ihr die Geschichte vorlese. Gesagt, getan. „Lullemu, wer bist DU?“ ist eine Geschichte über das schwierige Suchen nach wahrer Freundschaft. Lullemu trifft auf seiner Suche die unterschiedlichsten Tiere, doch sie alle stellen Bedingungen an den Hund. Bedingungen, die Lullemu nicht erfüllen kann. Für den Frosch sind Schwimmflossen die Voraussetzung  der Freundschaft, der Hirsch möchte erst mit Lullemu befreundet sein, wenn dieser ein Geweih vorzeigen kann. Und so sehr der kleine Hund sich auch bemüht – er kann sich nicht an die anderen Tiere anpassen…

 

Die Geschichte ist in einer einfachen Sprache verfasst. Die kurzen Dialoge zwischen Lullemu und den anderen Tieren ähneln sich alle sehr stark, sodass sich nach einer Zeit ein Gefühl von Vertrautheit einstellt. Am Anfang habe ich die Geschichte meiner Schwester vorgelesen, aber mittlerweile übernimmt sie voller Freude selbst den Part von Lullemu, den man sich leicht merken kann. Auf jeder Seite sind höchstens zwei Sätze abgedruckt, das Vorlesen der Geschichte an sich dauert nicht sehr lange und doch gibt es auf jeder Seite viel zu entdecken. Die großen Tierfiguren sind total süß gemalt und die Geschichten zwischen den Zeilen machen das Buch nochmal so liebenswert. Lullemus Bemühungen, sich den anderen Tieren anzupassen, sind interessant anzuschauen.

 

So sehr meine Schwester und ich diese Bilder auch mögen, habe ich doch einen großen Kritikpunkt. Nach dem Lesen der Geschichte fand ich das Ende doch etwas schade. Lullemu trifft schließlich endlich jemanden, der Lullemu so akzeptiert, wie er ist. Endlich muss er sich nicht mehr verändern, doch sein neuer Freund ist niemand anders als ein weiterer Hund. Was ist nun die Moral der Geschichte? Können nur „gleiche“ Personen Freunde sein? Ist Andersartigkeit nur zu „heilen“, indem man sich in Kreise begibt, wo man nicht mehr auffällt und nicht mehr anders ist? Es wäre schön gewesen, wenn Lullemu ein Individuum einer anderen Tierart getroffen hätte. Es wäre schön gewesen, wenn jemand Lullemus Andersartigkeit genau so akzeptiert hätte. Der Bildungseffekt dieses Bilderbuchs ist somit für mich fragwürdig.

 

„Lullemu, wer bist DU?“ sticht durch tolle Bilder und eine schöne Sprache heraus. Die Geschichte fällt jedoch auch durch ein merk- und fragwürdiges Ende auf. Eine schöne Geschichte zum Zeitvertreib, aber sicherlich nicht das beste Vorzeigebilderbuch.

 

Hier kann man sich die Geschichte aus dem Coppenrath-Verlag bestellen.

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2 Gedanken zu “*Rezension* Lullemu, wer bist DU?

  1. packingbooksfromboxes schreibt:

    Das sieht ja knuffig aus!! Aber wenn es so endet, finde ich das auch irgendwie schade. Ich meine, schön, dass er endlich einen Freund gefunden hat, aber ich sehe das genauso wie du :/

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