*Rezension* Ruinen


  (3/5)

 

Das Ende der Welt ist näher denn je. Die Menschheit stirbt aus, da Neugeborene in der Regel kaum mehr als wenige Tage überleben. Die Partials verenden, weil ihr eingebautes Verfallsdatum immer näher rückt. Kira Walker sucht verzweifelt nach einer Möglichkeit, um die Menschen und die Partials zu retten. Sie erhofft sich, ein ultimatives Heilmittel gegen die RM-Seuche zu finden, das Problem des Verfallsdatums der Partials zu lösen und zugleich mehr über ihre eigene Vergangenheit und vor allem über ihren Vater herauszufinden. Doch bei dem Versuch, die Welt zu retten, läuft Kira gegen die Zeit. Denn wenn es darum geht, das eigene Überleben zu sichern, greifen manch Andere zu drastischen Mitteln – und sei es Völkermord.

„Ruinen“ ist der dritte Band einer Trilogie, die zwar grandios anfängt, doch im zweiten und dritten Teil immer mehr von dem ursprünglichen Charme verliert.

Dan Wells ist ein genialer Schriftsteller, keine Frage. Gegen Ende der Geschichte, wenn sich die verschiedenen Handlungsstränge zu einem einzigen vereinigen und der Leser die Wahrheit erfährt, merkt man, dass sich Wells bei der Konzeption des Romans jede Menge gedacht hat. Leider jedoch reicht der Plot nicht, um die knapp 500 Seiten Roman mit Handlung zu füllen, weshalb der Autor anscheinend beschließt, die Seiten des Buches mit Beschreibungen zu füllen. Beschreibungen von Kiras verzweifelter Suche nach einer Heilung für die Welt, Beschreibungen von den Landschaften, an denen sie vorbeikommt, Beschreibungen von ihren Gefühlen, von dem Teufelskreis, von der aussichtslosen Lage. Während der Auftakt der Trilogie vor Spannung und Action an einem einzigen Abend durchgelesen war, tropft die Handlung von „Ruinen“ langsam vor sich hin. Die Geschichte wird extrem in die Länge gezogen, in mehreren Kapiteln passiert kaum etwas Nennenswertes und irgendwann fragt man sich als Leser, ob der Autor überhaupt weiß, wie seine Geschichte ausgehen soll. Wirklich in Fahrt kommt „Ruinen“ erst im letzten Viertel des Romans, was ich sehr schade finde.

Kira Walker ist selbstständiger und selbstbewusster denn je. Sie hat mittlerweile viele Charakterzüge einer jungen Kämpferin und einer Soldatin in sich, die selbstlos versucht, die Menschheit zu retten. Ein ziemlich großes Unterfangen für eine so junge Protagonistin. Manchmal wirkt sie mit ihrem extremen Charakter schon fast irreal.

 

Die Geschichte wird aus mehreren unterschiedlichen Perspektiven erzählt, die kapitelweise wechseln. Dadurch bekommt die Geschichte zwar mehr Abwechslung, stellenweise läuft man allerdings auch Gefahr, durch das allzu schnelle Hin- und Herspringen der Sichtweisen etwas erwirrt zu werden.

Überhaupt mischt sich die Verwirrung an mehreren Stellen in die Geschichte ein, so habe ich zum Beispiel relativ früh den Überblick verloren über all die verschiedenen Figuren und war mir nicht mehr sicher, welcher Mensch oder Partial mit welchem Namen von welcher Herkunft inwiefern bei der Geschichte eine Rolle spielt.

Im Gegensatz zu dem ersten und teilweise auch zu dem zweiten Band konnte mich „Ruinen“ leider nicht wirklich fesseln. Ich konnte mich nicht gut in die zähe Beschreibungen von Kiras Welt hineinversetzen und habe mich des Öfteren dabei ertappt, einige Seiten zu überspringen.

„Ruinen“ ist der mittelmäßiger Abschluss einer guten Trilogie, die leider im Laufe der Bände immer schwächer wird.

 

Hier kann man sich die Geschichte aus dem ivi-Verlag bestellen.

 

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