*Rezension* Flieg, so hoch du kannst


   (3/5)

Holly Holley ist ein ganz normales Teenagermädchen mit ganz normalen Ansprüchen und Problemen für ihr Alter. Sie wäre gerne cool und schlank, würde gerne zu der coolen Clique um Demi gehören und vor allem würde sie liebend gerne mit dem angesagtesten Jungen ihrer Jahrgangsstufe, Raph McDonald zusammenkommen. Doch es ist nicht so einfach, cool zu sein mit einer Mama, die nur nervt und jeden Tag Linsen zubereitet und mit einer besten Freundin, die ein Physikbuch jedem Jungen vorzieht. Als dann auch noch ihre Tante mit ihrer Cousine Cassie zu ihnen zieht, ist das Chaos perfekt. Holly kann zunächst nichts mit Cassie anfangen, da diese die Krankheit Zerebralparese hat, welche dafür sorgt, dass Cassie im Rollstuhl sitzt und nicht reden kann. Doch dann stellt sich heraus, dass Cassie auf Hollys Schule gehen soll, früher oder später wird Holly ihre Cousine also etwas an die Hand nehmen…

Nachdem mir „Das Blubbern von Glück“ von Barry Jonsberg sehr gut gefallen hat, war ich ziemlich gespannt auf seinen anderen Roman. Mit „Flieg, so hoch du kannst“ hat der Autor eine nette Geschichte über den Umgang mit Handicaps geschrieben – ein schöner Roman, der dennoch Mängel aufweist.

Holly Holley ist eine Hauptfigur, die zwar im Laufe der Geschichte immer mehr Facetten ihres Charakters zeigt, an sich allerdings dennoch eher einseitig dargestellt wird. Ihre unerwiderte Liebe zu Raph McDonald wird wieder und wieder thematisiert, ebenso ihr für sie ziemlich kritisches Gewicht sowie ihre Sorge, nicht cool genug zu sein für Demis Clique. Es scheint sich in ihrer Welt alles um das Leben der Schönen und Schlanken zu drehen, Holly möchte „in“ sein, sie möchte dazugehören und alles Coole, Schicke und Lässige mitmachen. Diese Facette ihres Stils spannt sich wie ein roter Faden durch den ganzen Roman und lässt Holly Holley leicht dümmlich wirken. Hinzu kommen ihre Wutausbrüche und das Verhalten gegenüber ihren Mitmenschen, was sich teilweise schon als ziemlich egozentrisch erweist.

Die anderen Charaktere werden dahingegen überwiegend ziemlich positiv dargestellt. Cassie ist eine tolle Person mit vielschichtigen Gedanken, die sie jedoch nicht äußern kann. Ihre Mutter Fern bemüh sich, Cassie und allen anderen Menschen in ihrem Leben gerecht zu werden, allerdings betont sie immer wieder, dass „Cassie der Vordersitz gehört“, was das Scheitern ihrer Beziehung begründet.

Hollys Mutter ist auf gewisse Art und Weise eine schräge Frau mit einer Vorliebe für Linsengerichte, aber sie sorgt sich sehr um ihre Tochter und ist bemüht, eine gute Mutter zu sein.

Man merkt dem Roman an, dass er für ein jüngeres Publikum gedacht ist. Die Geschichte auf den gut 250 Seiten liest sich nicht zuletzt aufgrund der großen Schrift recht schnell, die Charaktere sind zwar nicht allzu vielseitig, erfüllen aber jede für sich ihre Funktion in der Geschichte.

„Flieg, so hoch du kannst“ ist keine Geschichte mit aufbauender Spannung und einem Höhepunkt, vielmehr begleitet der Leser die Familie rund um Holly Holley über eine gewisse Zeitspanne hinweg – und irgendwann ist dann die Geschichte zu Ende.

Mir hat das Besondere an dem Roman etwas gefehlt. Die Botschaft und die Moral der Geschichte sind zu klar erkennbar und werden meiner Meinung nach etwas plump vermittelt.

„Flieg, so hoch du kannst“ erzählt von dem Wert der Freundschaft und davon, die richtigen Entscheidungen zu treffen und sich selbst treu zu bleiben. Ein netter Roman für zwischendurch.

 

Hier könnt ihr zusammen mit Holly fliegen.

 

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