*Rezension* Der Dinge-Erklärer


 (3/5)

 

Randall Munroe hat sich Großes vorgenommen. Der Erfinder von der berühmten Nerd-Website xkcd möchte uns mit seinem zweiten populärwissenschaftlichen Buch die Belange der Welt verständlich machen – dafür benutzt er aber lediglich die tausend häufigsten Wörter des amerikanischen Sprachgebrauchs. Munroe beschreibt in seinem Werk „Der Dinge-Erklärer“ alles Mögliche und Unmögliche, angefangen von Automotoren über Atombomben bis hin zum elektromagnetischen Spektrum ist alles dabei. Das Buch besteht aus aneinandergereihten Schaubildern, die mit Erklärungen bestückt sind und dem Leser helfen sollen, die Welt zu besser zu verstehen.

Ach Munroe, was haben Sie sich da mal wieder in den Kopf gesetzt. Von seinem Werk „What if – Was wäre wenn?“, war ich absolut begeistert – und so ist es eine Selbstverständlichkeit, dass ich sein neues Buch auch in Händen halten wollte. Ich war sehr gespannt auf die Lektüre des besonderen Sachbuchs, allerding muss ich leider sagen, dass mich das Konzept nicht überzeugen konnte.

Ein Buch zu schreiben und dabei nur die tausend häufigsten Wörter zu benutzen – das klingt gewagt und irgendwie auch etwas verrückt. Mich konnte diese Art der Vereinfachung der Sprache nicht überzeugen. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass aufgrund der beschränkten Auswahl der Worte die ganze Sache nicht im Geringsten einfacher gemacht wurde, nein. Vielmehr schien Munroe durch seine eigenen Regeln sich beträchtlich einzuschränken, sodass man nach dem Lesen nicht viel mehr Ahnung davontrug als vor der Lektüre. Die „Aha“-Erlebnisse, die ich bei seinem Buch „What if?“ erleben durfte, blieben hier aus. Ein Beispiel? Das Kapitel über die Organe des Menschen trägt in „Der Dinge-Erklärer“ den Namen „Die Beutel mit Zeug in uns drin“. Der Magen ist unser „Stücketeiler“ und die Harnblase der „Gelbwasserhalter“. Die Erklärungen dazu sind so geschrieben, dass man nach dem Lesen immer noch nicht wirklich eine Ahnung von den Dingen hat. Vielmehr kommt es einem so vor, als versuchte der Autor den Leser mit einer möglichst kurzen und nichtsaussagenden Antwort abzufertigen.

Wer gerne Schaubilder mag und sich auf ein verrücktes und anderes Wissenschaftsbuch einlassen möchte, ist bei „Der Dinge-Erklärer“ sicherlich nicht schlecht aufgehoben. Allen anderen kann ich von der Lektüre aber nur abraten. Da gibt es deutlich bessere Sachbücher im Handel.

 

 

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