*Rezension* Mut zur Freiheit


(5/5)

 

Als Yeonmi Park klein war, war ihr allergrößter Wunsch, sich einmal richtig satt zu essen. Sie wettete mit ihrer Schwester, dass sie bestimmt zehn Brote auf einmal essen könne. Doch der Speiseplan der jungen Nordkoreanerin sah leider oft ganz anders auf. Aufgewachsen in einer menschenverachtenden Diktatur, leiden sie und ihre ganze Familie oft wochenlang Hunger. Ihr Leben ist eine Abenteuerfahrt, bei der man nicht weiß, ob man demnächst hochfährt oder fällt. Mal laufen die Geschäfte des Vaters auf dem Schwarzmarkt gut und die Familie hat genug Geld, um Reiskuchen zu backen – und dann sind da wieder Zeiten, in denen sie gar nichts haben. Yeonmis große Schwester Eunmi hält es nicht mehr länger aus in diesem rückschrittlichen Land, in der man den Diktator anbeten muss und eigene Meinungen unerwünscht sind. Sie flieht nach China in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Als die Hungerkrise die Familie zu zerstören droht, wagen Mutter und Tochter Yeonmi einen mutigen Schritt und flüchten ebenfalls nach China, dem sagenumwobenen Land auf der anderen Seite des Flusses. Dort sollen junge Nordkoreanerinnen gut empfangen werden, heißt es. Doch stattdessen geraten Mutter und Kind in die Hände von Menschenhändlern. Was Yeonmi dann erlebt, ist grausamer denn je.

Es ist schwierig, eine Autobiografie zu beurteilen und die eigene Meinung darüber zu schreiben. Fantasygeschichten und Krimis zu bewerten ist das eine, ein Leben zu bewerten eine ganz andere. Einerseits fühlt man sich nicht dazu befugt, andererseits ist es nun ein Buch und verdient somit auch angemessene Kritik.

Die Geschichte der Yeonmi Park hat mich beim Lesen sehr berührt. Ich muss zugeben, dass ich vor der Lektüre noch nichts über ihre Person wusste, umso erschreckender war es dann, knapp zwei Jahrzehnte Leben und Leiden auf 300 Seiten komprimiert vorzufinden. Yeonmis Leben war von Grausamkeit und Unmenschlichkeit geprägt – und dennoch konnte man beim Lesen feststellen, was für eine beeindruckende Frau dieses Buch geschrieben hat. Trotz all der Schrecken und dem Leid hat Yeonmi in ihrem Herzen den Glauben an das Gute im Menschen bewahrt. Obwohl sie unter einer Schreckensherrschaft aufgewachsen ist, in der Menschen aufgrund ihrer eigenen Meinung von der Regierung ermordet werden, findet sie dennoch selbst die Kraft, nach ihrer Flucht aus Nordkorea bei wohltätigen Organisationen mitzuwirken und anderen Menschen zu helfen.

„Mut zur Freiheit“ ist ein Buch, das man nach dem Lesen erst einmal sacken lassen muss. Anhand der Autobiografie habe ich viel über das diktatorische Regime in Nordkorea gelernt. Durch die Lektüre wird man so dankbar für das eigene Leben, das man führt, für all die Menschen, die einen unterstützen. Man wird so dankbar für Menschen wie Yeonmi, die mittlerweile der Hölle entkommen ist, in den USA lebt und sich weltweit für Menschenrechte einsetzt.

Die Autobiografie erweitert den eigenen Horizont und öffnet einem die Augen für die Geschehnisse dort auf der anderen Seite der Erde. Sehr empfehlenswert!

 

Hier kann man das Buch bestellen.

 

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