*Rezension* Die Mechanik des Herzens


 (2/5)

Am 16.April 1874 fängt das Leben des kleinen Jack in Edinburgh an. Kurz daraus droht es wieder zu enden, denn Jacks Herz möchte einfach nicht schlagen. Notgedrungen setzt die verrückte Doktor Madeleine, welche seine Geburt begleitet hat, ihm ein neues Herz ein. „Etwas Solides“ soll es sein, und so erwacht Jack kurzerhand mit einer Kuckucksuhr im Herzbeutel erneut zum Leben. Doch das Leben mit einer Kuckucksuhr ist beschwerlich, denn sie muss jeden morgen neu aufgezogen werden. Zudem muss sie stets im Takt bleiben und darf sich niemals starken Gefühlen aussetzen, schon gar nicht der Liebe. Eine ganze Weile geht das gut, doch dann trifft Jack die wunderschöne Tänzerin Miss Acacia und wie es das Schicksal so will, kann er nicht anders. Bei ihrem Anblick schlägt sein Herz höher. Die gefährliche Liebe droht jedoch nicht nur Jack den Kopf zu verdrehen, sondern setzt sein ganzes Leben aufs Spiel…

Das Erste, was an diesem Buch auffällt, ist das wunderschön gestaltete Cover. Was für eine atemberaubend schöne Zeichnung! Da bekommt man doch gleich Lust die Geschichte hinter dem verträumten Liebespaar zu lesen, dachte ich mir, als ich den Roman zum ersten Mal in Händen hielt. Leider verspricht ein tolles Äußeres nicht gleich ein genau so tolles Inneres – und so muss ich letztlich sagen, dass ich von der Geschichte „Die Mechanik des Herzens“ enttäuscht bin.

Es hätte alles so schön sein können. Mich begeistert die Idee, dass ein Junge mit einer Kuckucksuhr als zartes Herz aufwächst und immer darauf bedacht sein muss, sich vor starken Gefühlen zu schützen. Der Gedanke hat etwas von einem Märchen, ist irgendwie bezaubernd. Doch wer diese Rezension bis hierher gelesen hat, hat auch schon das große „Aber“ gemerkt, das in jeder Zeile mitschwingt. Ja, die Idee ist nett, aber der Schreibstil des Autors hat für mich das Märchen leider zerstört.

Die Geschichte wird ohne Feingefühl erzählt. Sie ist aus der Ich-Perspektive von Jack geschrieben und was mir beim Lesen stark aufgefallen ist, sind die kurzen abgehackten Sätze. Hauptsatz reiht sich an Hauptsatz. Der Autor beschreibt Jacks Leben nahezu „mechanisch“. Der Roman gleicht einem Gedankenprotokoll. Die Sätze wirken abgehackt.

So etwa hat es sich beim Lesen angefühlt. Unter anderem aufgrund der abgehackten Sätze war es durchaus schwierig für mich, eine Verbindung zum Protagonisten aufzubauen. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, als würde ich die Geschichte hinter einer Milchglasscheibe betrachten und alles nur verschwommen erkennen. Die Handlung, die Schauplätze, die Figuren. Vor allem die Figuren. Aus Jack hätte man so viel rausholen können, dadurch, dass er aber fast wie eine Maschine wirkt und man kaum etwas von seinem Gefühlsleben mitbekommt (und wenn doch, so sind es lediglich floskelhafte Sprüche), wirkt er weder authentisch noch gefühlsecht, sondern einfach nur leer.

„Die Mechanik des Herzens“ punktet mit einem wunderschönen Cover. Der Inhalt ist dagegen eher schwach.

 

Hier kann man das Buch bestellen.

Advertisements

2 Gedanken zu “*Rezension* Die Mechanik des Herzens

  1. Annika schreibt:

    Schade, die Idee hört sich eigentlich ganz gut an.

    Wenn dir das Cover gut gefällt, sieh dir mal die von Benjamin Lacombe an, die müssten dich ansprechen.

    Grüße
    Annika

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s