*Rezension* Metamorphose am Rande des Himmels


Metamorphose am Rande des Himmels

 (2/5)

Tom Cloudman braucht sie, die Aufmerksamkeit, wenn er wieder einmal eines seiner atemberaubenden Kunststücke vorführt, die Anspannung kurz vor einem Auftritt, die Menschen, welche ihm applaudieren, wenn er erneut einen waghalsigen und gefährlichen Stunt einlegt. Tom ist ein leidenschaftlicher Akrobat, gilt jedoch leider auch als „schlechtesten Stuntman aller Zeiten“. Zwar wünscht er sich nichts sehnlicher, als fliegen zu können, da jedoch die irdischen Möglichkeiten begrenzt sind, zieht er sich bei dem Versuch immer wieder Verletzungen zu. Zudem wird auch sein Leben begrenzt durch die Rote Beete, so nennt er nämlich den Tumor, der in seinem Körper heranwächst und jeden Tag größer zu werden scheint. Die Rote Beete raubt ihm Kraft und Energie. Seine einzige Lichtquelle ist Endorphina, eine geheimnisvolle Vogelfrau, welche ihm ein Angebot macht. Sie könnte ihn in einen Vogel verwandeln, wenn er dies wirklich möchte. Doch der Weg der Metamorphose ist äußerst gefährlich…

Was an dem Buch auf den ersten Blick auffällt, ist das atemberaubend schöne Cover. Wie auch schon bei der Bildgestaltung zu „Die Mechanik des Herzens“ hat der Illustrator auch diesmal wieder eine zauberhafte und mystische Atmosphäre geschaffen, die direkt Lust auf das Lesen erweckt.

Die Geschichte des Autors Mathias Malzieu lebt von dem Skurrilen und von dem Vermischen der Grenzen zwischen der normalen Welt und allem Übersinnlichen. Der Schreibstil Malzieus ist von Metaphern durchwebt und voller Andeutungen. Leider waren diese Metaphern für meinen Lesegeschmack zu viel des Guten, sodass ich mit dem Schreibstil nicht warm werden konnte. Zum einen sind die Sätze des Autors kurz und wirken beinahe abgehackt, zum anderen werden viele (ja, im Grunde schon zu viele) große Worte verwendet wie „Liebe“ und „Unschuld“, die nach dem wiederholten Gebrauch einen Teil ihres Charmes einbüßen. Es ist schwierig, in Worte zu fassen, was mich genau an dem Schreibstil des Autors stört. Die Sätze sind bizarr und wunderlich, die Momente werden eingefangen, aber sie werden nicht mit der hinreichenden Authentizität beschrieben. Das ist es wohl. Authentizität. Das ist es, was mir an dem Roman gefehlt hat. Die Sätze wirken künstlich und nahezu absurd, die Erlebnisse von Tom und der Vogelfrau Endorphina erscheinen grotesk und unreal. Vielleicht wollte der Autor genau dies bezwecken. Auf mich jedoch wirkte der Stil befremdlich.

Aus diesem Grund bin ich auch nicht mit den Protagonisten des Romans zurecht gekommen. Tom und Endorphina sind zu unscharf skizziert, es scheint, als handelten sie rein willkürlich nach der Laune des Schreibers ohne jede Festigkeit der Figur.

„Metamorphose am Rande des Himmels“ war für mich leider eine Enttäuschung. Der Schreibstil des Autors ist auf eine unnahbare Art skurril, sodass mich die Geschichte letztlich nicht packen konnte.

 

Hier geht es zur Verlagswebsite und zur Bestellung des Buches.

 

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