*Rezension* Emmy & Oliver


 

 (5/5)

Emmy hat überfürsorgliche Eltern, die sie vor Unfällen jeglicher Art schützen wollen. Sie hat eine Freundin namens Caro, der sie alles anvertrauen kann und einen Kumpel namens Drew, der ein Freund zum Pferdestehlen ist. Doch in Emmys Leben klafft eine Lücke, welche eine oliverartige Form aufweist. Oliver. So heißt ihr bester Kindheitsfreund, der eines Tages von dessen eigenem Vater entfährt wurde. 10 Jahre lang hat Emmy Oliver nicht mehr gesehen. Und dann ist er eines Tages wieder da, platzt mitten in das Leben von Emmy, Drew, Caro und all den anderen Leuten in der Stadt. Plötzlich weiß niemand mehr, wie man richtig mit Oliver umgehen soll…

„Emmy und Oliver“ handelt augenscheinlich von einer Thematik, deren Aufbereitung gerade in Kinderbüchern nicht gerade einfach ist. Es geht um Kindesentführung und die Frage nach der Schuld. Es geht um gestohlene Zeit und die schwierige Aufgabe, sich wieder hinein ins Leben und hinein in die Gesellschaft zu integrieren, wenn man plötzlich frei ist und auf der Bildfläche erscheint. Tatsächlich handelt „Emmy und Oliver“ jedoch von so viel mehr. Die Geschichte erzählt von einer Freundschaft, die zart und mit so viel Witz und Charme behaftet ist, dass man sich wünscht, mit den beiden Hauptfiguren des Romans befreundet zu sein.

„Emmy und Oliver“ habe ich in der Annahme gelesen, dass das Buch ja vielleicht ganz nett sein könnte. Tatsächlich ist es eines meiner Lieblingsbücher geworden, das ich allein in diesem Monat schon zweimal verliehen und einmal verschenkt habe. Die Autorin Robin Benway schafft es, den Charakteren Leben einzuhauchen in dem Maß, in dem die Figuren tatsächlich real und greifbar wirken. Jede Person der Geschichte hat Festigkeit und jede Person wirkt wie ein Mensch, den du und ich auf der Straße treffen könnten. Es liegt wohl am Schreibstil der Autorin; ihr gelingt, was nur wenigen Schreibern vorbehalten ist, sie kreiert eine Welt, die nicht übersinnlich, nicht magisch, weder besonders wundervoll noch in irgendeiner Weise außergewöhnlich ist – aber dennoch, dennoch schafft sie es, den Leser mit ihren Worten und denen der Figuren zu faszinieren.

Man versteht, was die Autorin uns sagen möchte und man versteht die Menschen, die in der Geschichte auftauchen. Wir als Leser fühlen mit Oliver, der auf einem Schlag in das alte, fremde Leben zurückgerissen wurde, indem ihm die Flucht von seinem Vater und Entführer gelang. Zugleich versteht man aber auch seine inneren Schuldgefühle, weil er seinen Vater erraten hat und ihn nun aber nicht der Polizei ausliefern möchte. Wir erkennen in Olivers Vater eine Person, die einen schrecklichen Fehler begangen hat, zugleich merken wir aber auch, dass er nicht nur dunkle Seiten in sich trägt. Wir können nachvollziehen, was für ein Gefühlsbrei in Emmy herrscht, die plötzlich ihren alten besten Freund wieder hat, der nun doch so anders geworden ist als früher. Es ist absolut verständlich und nachvollziehbar, dass Emmy wütend ist auf ihre Eltern, die ihr das Surfen und so viele andere Dinge verbieten aus Angst, ihr könnte das Gleiche passieren wie Oliver. Und zugleich versteht man auch Emmys Eltern, die ihre Tochter lieben und beschützen wollen. Und dann sind da noch Drew und Caro, die alle mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, die auf eine sehr nahbare Weise verständlich und real wirken.

Ich mag den Witz, den die Figuren versprühen. Sie haben etwas wunderbar Erfrischendes an sich, so dass ich beim Lesen des Öfteren lachen musste. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. „Emmy und Oliver“ gehört zu der Sorte Geschichte, bei denen es einem ganz warm wird muss Herz; es ist eine Geschichte, die man in einem Zug mit einem Grinsen im Gesicht durchliest.

Absolute Leseempfehlung!

 

Hier geht es zur Verlagswebsite und zur Bestellung des Buches.

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8 Gedanken zu “*Rezension* Emmy & Oliver

  1. aleasbookbox schreibt:

    Liebe Grüße von Lovelybooks 🙂
    Wunderschöne Rezension!
    Ich war ja skeptisch was das anging :/ Es schien mir ein gutes Buch zu sien, aber viele meinten zu mir, dass ich es nicht lesen sollte und wenn ich ehrlich sein soll, habe ich es schon fast verworfen es mir zu holen.
    Aber dann kam dieser Satz:
    “ Es liegt wohl am Schreibstil der Autorin; ihr gelingt, was nur wenigen Schreibern vorbehalten ist, sie kreiert eine Welt, die nicht übersinnlich, nicht magisch, weder besonders wundervoll noch in irgendeiner Weise außergewöhnlich ist – aber dennoch, dennoch schafft sie es, den Leser mit ihren Worten und denen der Figuren zu faszinieren.“
    Wundervoll! Es klingt nach einem Buch, das ich schon lange Zeit suche. Es war für mich schwer, mich dafür zu begeistern mir dieses Buch genauer anzugucken, weswegen diese Rezi nun sehr gelegen kommt. Das Thema Kindesentführung, wie du es ansprichst, ist in diesem Buch sehr präsent und macht, denke ich, für viele das Lesen schwer. Aber ich glaube, wenn ich noch mal jemanden treffe, der meint, dass man das nicht lesen sollte, dem halte ich deine Rezension vors Gesicht 🙂 Du hast mich, was Emmy und Oliver angeht, echt überzeugt. Zu mal ich vom Magellan Verlag bisher eh noch nie enttäuscht wurde 🙂

    Liebste Grüße,
    Cubey (Die sich deinen Blog nun abspeichert! Man ist das schön hier!)

    • Buchheldin schreibt:

      Was für ein lieber Kommentar! ❤ Ich kann dir „Emmy und Oliver“ nur ans Herz legen und bin schon sehr gespannt auf deine Meinung dazu! 🙂 Die Geschichte hat einfach etwas außergewöhnliches, richtig toll ❤❤ 🙂

      • aleasbookbox schreibt:

        Das hoffe ich! Es ist immerhin Magellan! Und Magellan ist doch bekannt für solche Bücher! Ich war nach „Mein bester letzter Sommer“ eher so weg von „dramatischen“Geschichten! Gibt es in Emmy und Oliver den auch eine Liebesgeschichte, oder dreht es sich nur um Freundschaft? 🙂 Frage nur, damit ich meinen Taschentuchvorrat aufstocken kann, für den Notfall! 😉 ♥

      • Buchheldin schreibt:

        Oohh „Mein bester letzter Sommer“ habe ich auch (noch ungelesen) im Schrank stehen!! 🙂 Uni geht derzeit vor, aber ich bin sehr gespannt darauf! Wie hat dir der Roman gefallen?

        Hmmmm… ich würde sagen, vorrangig ist bei Emmy und Oliver die Freundschaft…und wo Freundschaft ist, ist immer auch eine gewisse Form von Liebe mit dabei, oder? 🙂

      • aleasbookbox schreibt:

        Ich glaube dazu habe ich auch eine Rezension geschrieben 🙂
        Ja, sicher 🙂 Eine Art von Liebe die wie ein inniges Band zwischen den Menschen steht, aber ich suche da doch eher nach der Liebe, in der es um Kussi-Bussi geht 😉 Emmy und Oliver landet dennoch auf der „Wird definitiv bald (morgen) gekauft“ 🙂 AUF ZUR BUCHHANDLUNG!

      • aleasbookbox schreibt:

        Sicherlich 🙂 Ich verlasse mich meistens noch auf meine eigene Meinung und lasse sie vor allem bei solchen Büchern schwer beeinflussen 🙂

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