*Rezension* Haus der tausend Spiegel


 (3/5)

Annik ist eine junge Hexe, die liebend gerne an einer berühmten Hochschule studieren möchte. Um dort aufgenommen zu werden, muss sie eine Aufnahmeprüfung bestehen. Sie wird als Kindermädchen in das Haus der Familie Leuwen geschickt und soll dort ein Rätsel lösen, von dem sie nicht weiß, um welches es sich handelt. Zunächst ist sie überfordert mit der Situation, mit dem kleinen Jungen Elias, der sich in einem Koffer versteckt und partout nicht rauskommen möchte, mit dem Hausherren Gabriel, der stolz und streng wirkt, mit den Bediensteten, die teilweise verschwinden und nie wieder zurückkommen –  ja Annik ist überfordert und möchte fast schon den Job kündigen und einfach nach Hause zurückkehren. Da entdeckt sie Räume in dem Anwesen der Leuwens, die sie ängstigen und von denen sie weiß, dass da Magie im Spiel ist…

Da ich Susanne Gerdoms Roman „Das gefrorene Lachen“ vor vielen Jahren gelesen und geliebt habe, war schnell klar, dass ich auch „Haus der tausend Spiegel“ lesen wollte. Die Geschichte lässt mich mit einem gemischten Gefühl zurück.

Annik ist eine starke junge Hexe, die weiß, was sie will und mutig ihren Weg geht. Es gab schon viele Situationen während des Lesens, bei denen ich mir gedacht hätte, dass ich an ihrer Stelle sicherlich nicht so tollkühn reagiert hätte. Teilweise wirkt ihr Charakter auch deswegen etwas konstruiert. Annik hat viele gute Eigenschaften, so ist sie zum Beispiel ein absoluter Familienmensch und kann gut mit Kindern umgehen, wenn es aber um Jungs geht, spinnt die Autorin um die Figur eine unnötige Dreiecksbeziehung, bei dem der Leser nur mit den Augen rollen kann. Gabriel oder Daniel –Daniel oder Gabriel. Während Gabriel der Hausherr des Anwesens ist und seine Launen nicht einzuschätzen sind, wirkt Daniel sanft und nett, hält jedoch ein Geheimnis vor Annik versteckt. Annik kommt abwechselnd mit beiden Personen in Kontakt und wie es so ist in den Liebesgeschichten, ist ihr Herz verwirrt, weil sie nicht weiß, was sie wirklich möchte.

Ybbas stellt für mich fast einen der stärksten Charaktere der ganzen Geschichte da. Das kleine Fabeltier, das Anniks treuer Begleiter darstellt, ist einfach liebenswürdig.

Der Plot der Geschichte ist verworren und es türmen sich beim Lesen viele Fragen auf. Was hat es mit den Spiegeln in den Räumen auf sich, die immer wieder verschwinden und dann plötzlich erneut auftauchen? Warum gibt es einen Raum voller erstarrter Menschen? Warum scheint auf dem Anwesen der Familie Leuwen eine weitere Hexe ihr Werk zu betreiben?

Die Fragen werden aus meiner Sicht leider am Ende nur teilweise beantwortet – es hängen immer noch lose Enden der Geschichte in der Lust, was ärgerlich ist.

Ich habe „Haus der tausend Spiegel“ mit hohen Erwartungen gelesen, die teilweise erfüllt wurden. Wer auf High-Fantasy mit viel Liebe und Geheimnissen steht, ist mit diesem Roman sicher gut bedient.

 

Hier könnt ihr euch den Roman aus dem cbt-Verlag bestellen.

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