*Rezension* Achtsam morden am Rande der Welt


Achtsam morden am Rande der Welt
  (3/5)

Björn Diemel, der Rechtsanwalt mit krimineller Vergangenheit, hat einen eher weniger lustigen Geburtstag hinter sich. Nun möchte er endlich zur Ruhe kommen und begibt sich auf eine Pilgerreise. Auf dem Jakobsweg ereignen sich jedoch mysteriöse Zwischenfälle, Björn hat den Verdacht, dass ein Mitpilger ihn versucht zu töten. Nach allen Regeln der Achtsamkeit versucht er, mit seiner misslichen Lage Frieden zu schließen und Ruhe zu bewahren. Gar nicht so leicht, wenn rund um ihn herum plötzlich Mitpilger wegsterben.

„Achtsam morden am Rande der Welt“ ist der dritte Band der Erzählungen rund um den Rechtsanwalt Björn Diemel aus der Feder von Karsten Dusse. Mit viel Sarkasmus und trockenem Humor nimmt er die Leser*innen mit auf Björn Diemels Weg, sich selbst zu finden. Während ich die ersten beiden Bände ziemlich schnell gelesen hatte, hat sich der dritte Band für mich eher in die Länge gezogen. Der Plot ist leider nicht so originell wie in den ersten beiden Teilen, das Ende etwas plump und vorhersehbar. Der Humor, den ich in den ersten beiden Bänden sehr geschätzt habe, ist mittlerweile eher trocken als lustig, generell scheint es leider, als sei das Buch in zu kurzer Zeit mit zu wenig Inhalt geschrieben worden. Hin und wieder versucht sich Dusse an Anspielungen auf die aktuelle Politik und Coronakrise, da ist zum Beispiel der Chinese, der verdächtigt wird, Diemels Leben auf den Kopf zu stellen, da sind Anspielungen auf Impflicht und Abstandsregeln und teilweise bekommt man während des Lesens das Gefühl, dass Dusse sich mit alldem nicht so richtig anfreunden kann. Ist es Sarkasmus und Ironie, hinter denen er seine politische Meinung versteckt? Oder ist es gerade der Witz, der die politische Meinung entwaffnet? So oder so, es stellt sich die Frage, wie viel Politik einem humoristischen Krimiroman guttut und inwiefern der Künstler sich von seiner Kunst bzw. der Autor sich von den Aussagen in seinem Buch distanziert.

Die Storyline des Buches ist etwas bemüht, die Geschichte beruht auf eine Abfolge ziemlich unwahrscheinlicher Zufälle. Der Autor hat da schon mehrfach etwas tricksen müssen, um sich den Inhalt gerade zu biegen. Leider ist die Handlungsabfolge ziemlich abwegig und abstrus, vielleicht gehört das dazu zu einem Krimiroman, der nicht auf Genauigkeit und Realitätstreue ausgelegt ist, nichtsdestotrotz stören die grotesken Zufälle beim Lesen der Geschichte.

Der dritte Band der „Achtsam morden“-Reihe ist eine nette Lektüre mit Schwächen. Leider nicht so packend, nicht so lustig und nicht so inhaltsreich wie die Vorgänger. Kann man lesen, muss man aber nicht.

Hier gibt es weitere Infos zum Buch aus dem HEYNE-Verlag.

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