*Rezension* Broken Lands

cover broken lands

 (4/5)

Als die chinesische Feuerwerkskünstlerin Jin in der Stadt auftaucht, fühlt sich der Kartenspieler Sam direkt zu ihr hingezogen. Eines Abends schaut er sich in Brooklyn ihre Feuerwerkshow an – und ist begeistert. Die Stadt scheint in einer friedlichen Idylle zu liegen – doch dieser Schein trügt. Denn im Untergrund planen Jack, Walker und Bones böse Machenschaften. Als Jin eines Abends durch die Gassen der Großstadt geht, entdeckt sie eine Leiche, die stark verunstaltet ist. Was geht da bloß vor sich? Jin und Sam geraten von einem Abenteuer in das nächste. Etwas Schreckliches treibt sein Unwesen – und die beiden Freunde müssen es stoppen!

„Broken Lands“ sticht allein schon aufgrund des wunderschönen Covers heraus. Die fliegenden Karten, das Feuer und die halbfertige Brücke zwischen Brooklyn und New York City sind alles Anspielungen auf da Geschehen in der Geschichte.

Der Inhalt an sich ist eine Mischung aus Geschichte und Fantasy. Kate Milford ist es gelungen, diese beiden sehr verschiedenen Genres feinfühlig zu kombinieren, sodass letztlich eine spannende und abenteuerliche Geschichte dabei herausgekommen ist.

Jin und Sam sind beide zwei wundervolle Charaktere, in die man sich einfach verlieben muss. Sie sind noch recht jung, haben aber schon recht viel erlebt. Ihre Art, mit anderen Menschen umzugehen wird wunderschön beschrieben. Sie sind beide höflich und talentiert. Jin kann magische Dinge mit dem Feuer zaubern und Sam ist einer der trickreichsten Kartenspieler, den es gibt. Ihre Fähigkeiten und Schwächen werden liebevoll und detailliert geschildert – schon nach wenigen Seiten fühlt man sich mit ihnen verbunden. Es ist fast so, als würde man die Menschen tatsächlich kennen. Vor allem Sams Schüchternheit im Umgang mit der selbstbewussten Jin ist einfach süß. Die beiden kommen sich im Laufe der Geschichte immer näher, aber ihre Freundschaft und die sich darüber hinaus ergebende Beziehung wirkt keineswegs gezwungen oder unnatürlich, sondern wie im echten Leben auch.

Ein großer Pluspunkt ist die Atmosphäre, die Kate Milford mit ihrem komplex gebauten Roman geschaffen hat. Wenn man sich nach den ersten paar Seiten in die Geschichte eingelesen hat, so ist man ganz im Jahre 1877 gefangen und möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.

Zwischendurch gibt es jedoch immer wieder langatmigere Textstellen, die nicht so leicht zu lesen sind. Die Geschichte zieht sich ab und zu in die Länge, was bei der großen Seitenanzahl und der relativ kleinen Schrift schon mal vorkommen kann.

Jin und ihr Onkel Liao, die aus China kommen, sprechen ab und zu Chinesisch miteinander. Die chinesischen Dialoge sind in dem Roman in pinyin, der Lautschrift, geschrieben. Die deutsche Übersetzung kann man sich aus dem Kontext erschließen – oder in den nächsten Sätzen wird ein Bezug zu dem Gesagten gezogen. Sehr klug gelöst von Kate Milford.

„Broken Lands“ ist ein sehr schönes Jugendbuch über Freundschaften, Liebe, über Abenteuer und den Mut, sich der Gefahr zu stellen.

 

Hier kann man sich die Geschichte aus dem Verlag Freies Geistesleben bestellen.

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*Rezension* Angelfall

 (5/5)

 

Penryn lebt in einer düsteren Stadt, in der Gewalt und Kriminalität keine Seltenheit ist. Sie sorgt sich zu Hause um ihre verwirrte Mutter und um ihre kleine Schwester Paige, die seit dem mysteriösen Unfall vor mehreren Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist. Als diese eines Tages von einem Engel entführt wird, ist Penryn zu allem bereit, wenn sie nur ihre Schwester sicher wieder nach Hause holen kann. Da kommt ihr der von Paiges Entführer verwundete Engel ganz recht. Er liegt zusammengekrümmt auf dem Boden, seine Flügel wurden ihm abgeschnitten. Penryn nimmt den Engel kurzerhand mit in ein Versteck und pflegt ihn gesund, in der Hoffnung, durch diesen den Aufenthaltsort ihrer Schwester ausfindig machen zu können. Ein gefährliches Unterfangen, wo doch jeder Engel im Grunde ein Feind der Menschen darstellt. Doch Raffe, der flügellose Engel, scheint anders zu sein. Zusammen ziehen sie zu dem Ort, an dem Paige stecken könnte. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen?

 

Diese Geschichte ist einfach grandios! Durch die vielen positiven Leserstimmen waren meine Erwartungen an die Geschichte recht hoch. Letztlich kann ich sagen, dass meine Befürchtungen, „Angelfall“ sei nichts als eine weitere 08/15-DYstopie, unbegründet waren.

 

Ich möchte an dieser Stelle den Schreibstil der Autorin Susan EE herausstellen: Er ist klasse! Die Autorin schreibt unglaublich witzig, an mehreren Stellen der Geschichte musste ich losprusten oder zumindest grinsen, weil ich die Gedanken von Penryn oder die schlagfertigen Bemerkungen von Raffe einfach cool finde. „Angelfall“ wird nicht zuletzt durch die lustigen Zitate zu einer tollen Geschichte, bei der man sich immer fragt, wie es wohl weitergeht.

 

Penryn war mir gleich zu Anfang an sympathisch. Sie ist selbstständig und pflichtbewusst, kümmert sich um den Haushalt und sorgt dafür, dass es ihrer Mutter und ihrer Schwester relativ gut geht. Und dazu ist sie –habe ich es schon erwähnt? =) – total witzig. Selbst ernste Situationen, die eigentlich von ihrer Dramatik her kaum zu übertreffen sind und für Penryn durchaus lebensgefährlich sein können, entschärft sie durch ihren Humor. Das macht die Geschichte nicht weniger spannend, aber doppelt so schön zu lesen.

 

Raffe ist ein interessanter Charakter. Ein winziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass er (natürlich) himmlisch gut aussieht und dazu auch noch unschlagbar cool ist. Natürlich. Wie so viele männlichen Hauptfiguren erfüllt auch Raffe alle Kriterien des Superhelden. Kitsch ist hier durchaus vorprogrammiert. Aber der Kitsch stört mich nicht. Ein wenig Romantik darf schon sein, oder? 😉

 

Die Handlung ist spannend und ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Penryn und Raffe erleben zusammen viele Abenteuer und doch versucht sich Penryn einzureden, dass sie ihn nur braucht, um ihre Schwester zu finden. Mehr ist er nicht. Mehr bedeutet er nicht. Doch ihre Taten sprechen eine ganz andere Sprache und zeigen, dass er ihr doch mehr bedeutet, als sie sich einzureden versuchen.

 

„Angelfall“ endet mit einem fiesen Cliffhanger. Vorerst ist die Handlung abgeschlossen, aber es bleiben auch sehr viele Fragen übrig und das Ende verrät, dass die Geschichte um Penryn und Raffe noch lange nicht abgeschlossen ist. „Angelfall“ ist eine spannende, tolle Dystopie, die sich durch den wunderbaren Schreibstil der Autorin und einer starken Protagonistin kennzeichnet. Ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil!

 

Hier könnt ihr euch diese wirklich lesenswerte Dystopie aus dem Heyne-fliegt-Verlag bestellen.

*Rezension* Die Auslese

 

   (5/5)

 

Malencia  Vale, genannt Cia, ist sechzehn und möchte nichts sehnlicher, als für die Auslese ausgewählt zu werden. Denn nur diejenigen, die bei der Auslese punkten, dürfen später eine Universität besuchen und an dem Wiederaufbau ihrer Heimat Five Lakes Colony mitwirken. Schon ihr Vater hat erfolgreich die Auslese bestanden und nun wünscht sich Cia, in seine Fußstapfen treten zu können. Als sie tatsächlich ausgewählt wird, scheint ein Traum in Erfüllung zu gehen. Doch ihr Vater ist alles andere als glücklich, dass Cia nun nach Tosu-Stadt geht und sich der Auslese stellt. Normalerweise werden die Erinnerungen der Kandidaten nach der Auslese gelöscht, aber Cias Vater besitzt dennoch bruchstückhafte Erinnerungen an die grausame Zeit der Auslese und berichtet seiner Tochter davon. Die erste Zeit in Tosu-Stadt gefällt Cia sehr gut. In den Tests schneidet sie gut ab und zudem kommen sie und Tomas, ein weiterer Ausgewählter aus der Five Lakes Colony, sich immer näher. Doch dann sterben die ersten Teilnehmer während der Testrunden und Cia beginnt an der Richtigkeit der Auslese zu zweifeln. Doch Umkehr ist zu spät. Wer sich krank meldet oder bei den Testrunden zu schlecht abschneidet, wird danach nie mehr gesehen…

 

 

Die Auslese. Wow. Was soll ich dazu sagen? Am Anfang war ich noch skeptisch: wird mir das Buch gefallen? Oder ist es bloß eine weitere Dystopie, die in der großen, weiten Welt der Endzeitromane untergeht? Doch nachdem ich einmal den Buchdeckel aufgeschlagen hatte, konnte ich sagen, dass all meine Sorgen unbegründet waren. Eigentlich wollte ich mich nur kurz in den Roman einlesen, doch das Ganze ist dann zu einer Lesenacht ausgeartet und ich habe gleich fast die ganze Geschichte verschlungen. Es gibt Bücher, die sind toll und es gibt Bücher, die sind sehr toll. Und dann gibt es noch Bücher wie Joelle Charbonneaus „Die Auslese“, bei denen einfach jedes Wort stimmt. Frau Charbonneau hat es einfach drauf!

 

 

Der Roman ist total spannend!  Man kann gar nicht anders, als weiterzulesen. Die Testrunden sind erschütternd und grausam und als Leser fragt man sich, wie fortgeschritten die Dekadenz einer Gesellschaft sein muss, damit Offiziere mit so viel Brutalität ungestraft durchkommen.  Viele Teilnehmer der Auslese sterben nach und nach, doch dem Vorsitz ist es egal, solange einige Teilnehmer übrigbleiben und man immer noch genug Teilnehmer hat. Ich war beim Lesen empört, schockiert, berührt und wie traumatisiert. Ohne Witz, zeitweilig verschwammen die Grenzen zwischen Realität und Auslese– so wirklich hat sich die Geschichte angefühlt.

 

 

Ich bewundere Cia sehr. Sie ist noch total jung, kaum erwachsen und doch muss sie mit so viel Schrecken während der Auslese zurechtkommen. Ihre Entscheidungen und Ergebnisse in den Testrunden zeichnen sie aus- sie handelt nicht egoistisch, sondern bedenkt auch immer noch das Wohl der anderen Personen, ob sie es nun verdient haben oder nicht. Doch ihr Altruismus beinhaltet auch eine gewisse Naivität, was Cia zu einem leichten Opfer macht. Ihr Vater hat ihr eingeschärft, niemandem zu vertrauen. Aber was tun, wenn viele Personen so vertrauenswürdig erscheinen und offenkundig Hilfe brauchen? Cia ist ehrgeizig und möchte liebend gern an die Universität, aber sie spielt im Gegensatz zu manch einem anderen Teilnehmer der Auslese nur mit fairen Mitteln.

 

Tomas ist sehr talentiert und gut zu Cia, jedoch vertraut er anderen Leuten nicht leicht. Cia und Tomas verstehen sich während der Auslese immer besser, doch dann  bekommt sie den Verdacht, dass Tomas womöglich doch nicht so eine reine Weste besitzt. Er scheint ihr etwas zu verschweigen. Nur was?

 

Das Einzige, was mich an „Die Auslese“ etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass es doch sehr an „Die Tribute von Panem“ erinnert. In Charbonneaus Roman gibt es Kolonien, in Panem Distrikte. Beide Welten sind nach schweren Kriegen zerstört worden, die Bürger müssen nun unter ärmlichen Bedingungen leben. Five Lakes Colony bzw. Distrikt 12 ist besonders arm, weshalb die Ausgewählten von den anderen Teilnehmern nicht ernst genommen werden. Beide Romane handeln davon, dass Teilnehmer in der Wildnis ausgesetzt werden und um das Überleben kämpfen müssen. Eine Dreiecksgeschichte ist auch bei beiden Geschichten vorhanden. Dann sind da noch ganz viele andere Kleinigkeiten, die mich an Panem erinnern. Zwar ist „Die Auslese“ nichtsdestotrotz wunderbar und genial, aber man fragt sich doch, woher all die Parallelen kommen.

 

 

Falls ihr demnächst einen superspannenden Roman lesen wollt, schnappt euch „Die Auslese“! Die Geschichte ist fantastisch, beim Lesen versinkt man in eine andere Welt. Eine klare Leseempfehlung!

 

Die Auslese. Kauft euch das wunderbare Buch aus dem Penhaligon-Verlag bei Amazon!

*Rezension* Gelöscht

 

 

 (4/5)

Für die sechzehnjährige Kyla ist das sogenannte „Slating“ ihre letzte Chance. Ihr Gedächtnis wird gelöscht und sie nimmt eine neue Identität an. Kyla soll sich nicht mehr an ihr altes Leben als Verbrecherin erinnern müssen. So funktioniert England im Jahre 2054. Junge Menschen, die schwere Verbrechen begehen, bekommen ihr Gedächtnis entfernt und ein Levo-Armband angepasst, das dafür sorgen soll, dass die Jugendlichen nicht erneut Straftaten begehen. Doch irgendetwas ist bei Kyla anders. Sie erinnert sich noch bruchstückhaft an ihr altes Leben. Nach einiger Zeit kommen immer mehr Erinnerungen an ihr altes Ich hoch und sie tut das, was „Slater“ niemals tun sollen: das System infrage stellen. Kyla verliebt sich in einen weiteren „Slater“ namens Ben. Zusammen begeben sie sich auf die Suche nach Antwort und Wahrheit, doch dann hat Ben eine gefährliche Idee- und Kyla weiß nicht mehr, was sie tun soll…

 

Eine Welt, in der junge Verbrecher nicht zu Haftstrafen verurteilt werden, sondern zum Slating. Für uns ist das kaum vorzustellen, doch für Kyla aus dem Roman „Gelöscht“ stellen solche Regeln die bittere Realität dar. „Gelöscht“  hat mich nachdenklich gemacht. Was ist, wenn der Staat das Gedächtnis von Menschen einfach auslöschen darf? Was ist, wenn er dich dazu zwingt, eine neue Identität anzunehmen? Gegen deinen Willen? Sind wir schon so fortgeschritten in unserer Welt voller technologischer und medizinischer Fortschritte, dass wir einfach unsere Traumbabys designen können- und „Straftäter“ auslöschen bzw. neu polen können?

 

Teri Terrys Schreibstil ist flüssig und klar. Die Geschichte wird aus der Sicht von Kyla erzählt. Der Roman liest sich recht schnell. Mir gefällt es, dass ich die Gedanken und Gefühle, die Ängsten und Sorgen von Kyla mit verfolgen kann. Der Schreibstil ist einfach, genau wie Kylas Gedanken, zumindest zu Beginn der Geschichte. Es ist merkwürdig, welche Dinge ihr am Anfang noch Schwierigkeiten bereiten, so weiß sie zum Beispiel nicht, wie man eine Autotür öffnet. Auch wenn ihre Unsicherheit und ihre Ahnungslosigkeit bezüglich alltäglicher Dinge manchmal nerven, so ist es doch authentisch, dass Kyla all diese Dinge nicht weiß. Sie wurde schließlich geslatet, sie weiß nichts. Im Krankenhaus wurde ihr innerhalb weniger Monate etwas Allgemeinwissen beigebracht, aber dennoch hat sie natürlich nicht so viel Lebenserfahrung wie andere Jugendliche in ihrem Alter.

 

Mich hat es gestört, dass einige Sätze in „Gelöscht“ immer wieder wiederholt werden. Ich mag es nicht, wenn die gleichen Sätze immer und immer wieder im Roman vorkommen. So wird zum Beispiel oft erwähnt, dass Kylas stabiler Levo-Wert daran liegt, dass sie gelaufen ist. Sie liebt das Laufen, denn dann fühlt sie sich frei, kann klar denken und ihr Levo-Wert, der ihre Gefühle kontrolliert, steigt an. Auch erwähnt Teri Terry immer wieder: „Kyla ist anders.“ Ja, sie ist anders. Und irgendwann wissen das selbst die unaufmerksamsten Leser, so oft, wie die Autorin das erwähnt…

 

Die Geschichte beginnt gemächlich, wird dann immer spannender und endet dann- mitten im Nichts. Mir ist das Ende zu offen, viele Fragen bleiben offen. Natürlich, so ein offenes Ende ist die perfekte Marketing-Strategie und soll dazu beitragen, dass die Leser am Ball bleiben, aber trotzdem: ein paar Antworten hätte Teri Terry und doch ruhig geben können. Oder?

 

Die meisten Charaktere finde ich ziemlich sympathisch. Kyla ist zwar zunächst etwas naiv, aber im Laufe der Geschichte wird sie immer nachdenklicher und lässt sich nicht mehr alles bieten. Ihre „Schwester“ Amy, die ebenfalls geslatet wurde und in der gleichen Pflegefamilie wie Kyla lebt, ist von Beginn an sehr nett zu Kyla und hilft ihr, wo sie nur kann. Doch dann gibt es auch dubiose Gestalten, bei denen man nicht weiß, auf welcher Seite die denn nun stehen. So ist zum Beispiel der „Vater“ von Amy und Kyla zwar immer freundlich und nett, aber auch geheimnisvoll. Man bekommt ihn nur selten zu Gesicht, er ist immer unterwegs und scheint mehr zu wissen, als er zugibt.

 

Trotz einiger Schwierigkeiten und Fehler von „Gelöscht“ habe ich die Dystopie doch gerne gelesen. Die Geschichte ist spannend und das Bedürfnis weiterzulesen ist auf jeden Fall vorhanden! 🙂 Ich freue mich schon auf Band 2!

 

Hier könnt ihr „Gelöscht“ aus dem Coppenrath-Verlag kaufen!

*Rezension* Göttlich verliebt

 

 (4/5)

Ein zweiter Trojanischer Krieg steht bevor. Helen versucht mit Orion und Lucas den besagten Krieg zu verhindern, doch es scheint, als haben sie keinen Ausweg. Zu gleicher Zeit entdeckt Helen, dass sie starke Kräfte besitzt, mit denen sie sich nicht nur Freunde macht. Helens Fähigkeiten machen sie zu einer mächtigen, aber auch gefährlichen Person. Aufgrund dieser Gefahr wenden sich einige wichtige Freunde Helens gegen sie. Wem kann sie noch trauen?

 

Der Abschluss der „Göttlich“-Trilogie hat mich gut gefallen. Der erste Band war schon richtig toll, Band zwei war ein Schritt in die falsche Richtung und mit Band drei ist Josephine Angelini ein schönes Finale der Geschichte von Helen und Lucas gelungen.

 

Ihr Schreibstil gefällt mir in „Göttlich verliebt“ besser denn je. Sie schreibt lustig, interessant und poetisch. Angelini besitzt eindeutig Talent. Man liest ihre Geschichten gerne, so konnte ich auch „Göttlich verliebt“ relativ schnell durchlesen.

 

Das Liebesdreieck wird auch in „Göttlich verliebt“ immer wieder erwähnt, was ich schade finde. Dieses ganze Lucas-oder-Orion-Gefasel nervt nach einer geraumen Zeit. Auch wenn wir nach der Lektüre der ersten beiden Bände wissen, dass Helen und Lucas nicht zusammen sein können, so können die beiden Figuren doch nicht die Finger voneinander lassen. Auf der einen Seite mag das ganz rührend sein, aber auf der anderen Seite wird meiner Meinung nach der Fokus zu sehr auf das Liebesdilemma gelegt, was sehr schade ist.

 

Die Handlung von „Göttlich verliebt“ ist (abgesehen von der Liebesgeschichte) richtig spannend und schön zu lesen. Man erfährt durch den Roman viel über die griechische Mythologie und auch wenn man zuvor sich noch nicht mit dem Thema  auseinandergesetzt hat, so wird man doch nach der Lektüre der drei Bände einen groben Überblick über einige Geschichten aus der Mythologie bekommen. Vor allem die zweite Hälfte der Geschichte hat mich begeistern können. Während die Handlung auf den ersten zweihundert Seiten noch eher langsam ist, geht alles Schlag auf Schlag, je mehr der Leser sich dem Ende zuneigt. Action liegt in der Luft. Die Kämpfe sind spannend, die Verwundeten erzeugen Mitgefühl in mir. Ich fieberte beim Lesen mit den Protagonisten mit. Viele unerwartete Wendungen bereichern den Roman und lenken die Geschichte zu dem Ende, das mir sehr gut gefällt.

 

Helen macht in der Geschichte eine überaus positive Entwicklung durch. War sie in Band zwei noch ein eher unsicheres und weinerliches Mädchen, so ist sie nun zu einer starken Frau geworden, die ihren eigenen Weg geht. Sie ist ihren Freunden treu und verzeiht ihnen auch größere Fehler. Mut und Loyalität- das sind ihre Stärken.

 

„Göttlich verliebt“ ist eine tolle Geschichte über Freundschaft und Tapferkeit. Sie handelt von der Wichtigkeit von Zusammenhalt und Vertrauen. Ein toller Abschluss der Trilogie!

 

Hier könnt ihr euch die schöne Geschichte aus dem Dressler-Verlag bestellen.

*Rezension* Rubinrot-Filmhörspiel

 (4/5)

Die sechzehnjährige Gwendolyn Shepherd, genannt Gwen, ist eigentlich ganz normal. Denkt sie zumindest. Außer der Tatsache, dass sie sich mit ihrer nervigen Cousine Charlotte rumschlagen muss, hat sie nicht viele Sorgen. Als sie eines Tages einkaufen geht, bekommt sie plötzlich einen heftigen Schwindelanfall- und landet im nächsten Augenblick in der Vergangenheit!

Gwen hat nämlich das Zeitreise-Gen geerbt und ist somit in der Lage, zwischen den Zeiten hin- und her zu springen.  Zusammen mit Gideon de Villiers, der ebenfalls diese Fähigkeit besitzt, soll sie eine wichtige Mission beenden. Der Chronograf, eine Art Zeitreisemachine, muss nämlich mit dem Blut aller zwölf Zeitreisenden getankt werden. Dann lüftet sich das große Geheimnis. Doch was genau passiert, wenn sich der „Blutkreis“ schließt? Über diese Frage streiten sich die Gemüter. Einige der Zeitreisende sind sich sicher, dass etwas Schreckliches passiert, sobald alle zwölf Genträger ihr Blut in den Chronografen geben, und wollen die Mission sabotieren. Wem kann Gwen vertrauen?

 

Die Bücher von Kerstin Gier sind wirklich absolut wunderbar. Vor einigen Monaten habe ich die Rubinrot-Reihe in einem Rutsch durchgelesen und bin positiv überrascht worden. Die Bücher sind witzig und wunderschön geschrieben. Nun ist der Film rausgekommen und mit ihm auch das Filmhörspiel. 

 

Gespannt habe ich also die erste CD reingelegt und bin sogleich mitten ins Geschehen hineingezogen worden. Das Hörspiel beginnt rasant, die Erzählerin Cornelia Dörr verzaubert den Hörer in die Welt von Gwendolyn- ab der ersten Sekunde. Sie hat eine angenehme Stimme und auch die anderen Darsteller aus dem Film sind gut verständlich, was bei Filmhörspielen eine Seltenheit ist! Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber jetzt, wo ich das Hörspiel gehört habe, bin ich umso gespannter auf die Verfilmung. Maria Ehrich in der Hauptrolle der Gwendolyn Shepherd hat es mir besonders angetan. Ihre Stimme wirkt frech, lustig und irgendwie sympathisch- genau wie die Figur Gwendolyn eben.

 

Das Hörspiel ist mit spannender Musik unterlegt, was sich positiv auf die Atmosphäre der Geschichte auswirkt. Das Abenteuer von Gwendolyn und Gideon ist ja so schon richtig spannend, aber durch die tolle Musik fiebern die Hörer richtig mit.

 

In dem Roman „Rubinrot“ gibt es so viele schöne Textstellen. Einige werden auch in dem Hörspiel erwähnt, was ich richtig toll finde. Schade ist jedoch, dass manche Floskeln, die sich durch den gesamten Roman ziehen, in dem Hörspiel nicht aufzufinden sind. Dabei denke ich vor allem an Gideon und Gwendolyn: „Bereit?“-„Bereit, wenn du es bist.“

 

Desweiteren hätte man einige Szenen in dem Hörspiel noch länger gestalten können. In einigen wenigen Stellen passieren die Dinge Schlag auf Schlag, diese hätte man noch weiter ausführen können. Man hätte eine weitere CD produzieren sollen. Ein bisschen länger in der Welt von Gwendolyn träumen- was ist falsch daran? 😉

 

Ich habe mir die Geschichte mittlerweile von unzählige Male angehört. Sie entspannt so schön und lädt zum Träumen ein. Ein „Muss „ für „Rubinrot“-Fans und alle, die es werden wollen!

 

Filmhörspiel kaufen? Hier entlang 🙂 Noch mehr tolle Geschichten zum Lauschen gibt es im Hörverlag.

*Rezension* Sternenfeuer-Vertraue Niemandem

(5/5)

Die beiden Raumschiffe Empyrean und New Horizon sind auf einer alles entscheidenden Mission. Zusammen sind sie auf dem Weg zum Planeten New Earth, wo sie sich eine neue Existenz aufbauen wollen. Die Hoffnungen der Menschheit auf dem zerstörten Planeten Erde liegen in diesen beiden Schiffen.

Nachdem die New Horizon überraschend ihr Schwesterschiff Empyrean angegriffen hat und alle Erwachsenen entführt hat, übernimmt der junge Kieran an der Empyrean das Kommando. Zusammen mit den anderen Kindern versuchen sie, die New Horizon aufzuholen und die Eltern der Kinder zurückzuholen. Kierans Rivale Seth sitzt derweil in der Brig, im Schiffsgefängnis, wo er für vergangene Taten büßt. Doch dann geht die Zellentür von Seth urplötzlich auf und er kommt frei.Wer hat ihn gerettet? Für kurze Zeit wiegt er sich in Sicherheit, doch dann erfährt er, dass die Technik auf der Empyrean aus dem Ruder läuft…Hauptverdächtigter Nummer 1: Seth. Wer hat ihn befreit, um ihn als Sündenbock für die Missgeschicke hinzustellen? Nach und nach ist sich Seth sicher, dass an Bord ein blinder Passagier rumläuft und sein Unwesen treibt…Fest entschlossen, ihn ausfindig zu machen und seine eigene Unschuld zu beweisen, macht er sich auf die Suche nach dem Unbekannten…und bringt sich dabei selbst in Lebensgefahr…

 

Wie beschreibt man ein Buch, das man innerhalb weniger Tage verschlungen hat? Ein Buch, das man überall mitgenommen hat?Ein Buch, das einen gefesselt hat? Spannend? Abenteuerlich? Überragend? Der zweite Band der Sternensaga (Rezi zu Band eins–> hier entlang)  kann mit all diesen Adjektiven beschrieben werden…und doch kommen die Wörter dem Wert der Geschichte nicht gerecht. „Sternenfeuer- Vertraue Niemandem“ ist MEGASPANNEND von der ersten bis zur allerletzten Seite. Wirklich. Ich dachte noch, ich lese nur mal kurz in die Geschichte rein, aber dann war es um mich geschehen. Ich las und las und konnte einfach nicht mehr aufhören.

 

Amy Kathleen Ryan schreibt grandios. Sie benutzt die richtigen Wörter und erschafft ein Kopfkino vor dem inneren Auge des Lesers, das realistischer wirkt als jeder teure 3D-Film.

 

 „Sternenfeuer“ ist nicht irgendein 08/15-SciFi-Roman , in dem im All in Raumschiffen gegeneinander gekämpft wird. „Sternenfeuer“ enthält natürlich viel Action und Kampf, aber auch eine Riesenportion Gefühl ist in dieser Geschichte zu finden. Da ist Waverly, die einst mit Kieran, dem Anführer der Empyrean, zusammen war. Doch sie haben sich auseinandergelebt . Waverly ist mit dem, was Kieran tut, nicht zufrieden und stellt sich sogar gegen ihn. Eine traurige Wende eines einst so süßen Paares. Und dann ist da noch Seth, der Rivale von Kieran. Er ist unsterblich in Waverly verliebt, doch seine Hoffnungen stehen schlecht. Kieran ist ein angesehener Anführer. Und was ist Seth? Nichts als ein Geächteter.

 

Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass man nie weiß, wer denn nun der Gute und wer der Böse ist. Hier kämpft kein guter Harry gegen den bösen Voldemort. Kein Batman gegen Joker. Der Leser weiß, dass Anna Marther, Anführerin der New Horizon, die Erwachsenen von der Empyrean entführt hat. Sie hat auch dafür gesorgt, dass man den Mädchen der Empyrean gewaltsam Eizellen stiehlt und diese dann in Leihmüttern auf der New Horizon verpflanzt, da alle Frauen auf der New Horizon von Natur aus keine Kinder erzeugen können. Sie wird zunächst als böse Figur der Geschichte dargestellt. Doch dann kommt Kieran einem düsteren Geheimnis des ehemaligen Kapitäns der Empyrean auf die Spur und sofort wendet sich die Geschichte. Ist Anne Marther nun etwa doch nicht so böse, wie sie zu Beginn wirkte? Das gleiche Spiel gilt auch bei den Migliedern der Empyrean. Kieran wird von vielen als Held und Retter gefeiert. Aber dann lässt er seine politischen Gegner ohne Gerichtsverfahren in die Brig werfen. Waverly ist mutig und entschlossen. Sie ist von kämpferischer Natur und selbstbewusst. Doch als es darum geht, Informationen über den genauen Aufenthaltsort ihrer Eltern zu erhalten, verlässt sie ihre Menschlichkeit und ist zu unfassbar grausamen Taten fähig.

 

Das ist etwas, was ist sehr an diesem Roman zu schätzen weiß. Die Charaktere sind keine geschliffenen Diamanten. Sie alle haben ihre Macken, ihre Ecken und Kanten. Alle machen Fehler, fügen anderen Menschen Schaden zu. Die Charaktere haben Gefühle. Sie lachen und weinen, sind hoffnungsvoll oder enttäuscht, agressiv oder ruhig. Die Charaktere leben. Die Geschichte lebt.

 

Das Ende der Geschichte deutet den weiteren Verlauf der Mission an. Ich bin schon total gespannt auf den dritten Band!

„Sternenfeuer-Vertraue Niemandem“ ist ein galaktischer Treffer ins Schwarze. Unbedingt lesen!

 

Neugierig geworden? Hier kann man sich das Buch bestellen.

Vielen Dank an den Knaur-Verlag für dieses wunderbare Werk!