*Rezension* Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben

 

  (4/5)

Wenn es nach der Regierung geht, sollte sich Cia Vale glücklich schätzen. Sie hat zusammen mit ihrem Freund Tomas die Auslese, das Auswahlverfahren für die Aufnahme an der Universität, überstanden und darf nun studieren, um eines Tages als Führungskraft in Tosu City zu arbeiten. Doch Cia ist alles andere als glücklich, denn sie weiß die Wahrheit über die Auslese. Während normalerweise den Kandidaten eine Gehirnwäsche unterzogen wird, sodass sie sich nicht mehr an das Auswahlverfahren erinnern können, hat Cia viele schreckliche Geschehnisse während der Auslese auf einem Tonband festgehalten. Sie erinnert sich – an die Schrecken, an die Gewalt und an die grausamen Taten ihrer Freunde, unter anderem auch an die düstere Seite von Tomas.

Während sie sich eigentlich auf das Studium konzentrieren sollte, setzt sie alles daran, um mehr über den düsteren Hintergrund der Auslese herauszufinden und das brutale Auswahlverfahren ein für allemal zu beenden. Unterstützung erfährt sie hierbei von den Rebellen und von einigen Mitgliedern der Universität, welche kritischer denken als andere. Doch Cia muss aufpassen, denn nicht jede lächelnde Person hat ihr Vertrauen verdient…

„Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben“ ist der zweite Teil der spannenden Reihe rund um Cia und ihrem Freund Tomas. Während im ersten Band sich alles um die brutale Auslese an sich dreht, beschreibt der Folgeband Cias Entwicklung nach dem Überleben des grausamen Tests.

Der zweite Teil ist spannend – und das von der ersten bis zur letzten Seite. Wie beim ersten Band war ich auch diesmal wieder total in Cias Welt gefangen und habe mir ihr mitgelitten und mitgefiebert. Was ich an der Geschichte besonders schätze, ist die Tatsache, dass der Leser durch die vielen Rückblenden sich den Auftaktroman gut in Erinnerung rufen kann. Ich hatte den ersten Teil der Auslese schon vor längerer Zeit gelesen und obwohl ich den damals super gefunden hatte, war mir nicht mehr so viel von der Geschichte in Erinnerung geblieben. Da aber die Hauptfigur Cia Walker und alle anderen Auslese-Teilnehmer ebenfalls keine Gedächtsnisspuren bezüglich der Auslese aufweisen sollen, war das für den Leser ein großer Vorteil, denn so konnte ich mir meine Erinnerung an die Auslese zusammen mit Cia „erarbeiten“.

Cia Vale beeindruckt mich immer wieder aufs Neue. War sie im ersten Band noch anfangs eine naive, ehrgeizige Schülerin, ist sie mittlerweile zur klugen und tapferen Kämpferin herangewachsen. Sie ist wirklich intelligent, was teilweise in der Geschichte aber auch gestellt wirkt. So klug sie auch sein mag, meiner Meinung nach kommt sie auf einige Schlussfolgerungen schneller, als es bei normalen Menschen der Fall gewesen wäre. Hier fragt man sich, ob sie einfach eine unglaublich schlaue Figur ist, oder ob die Autorin Joelle Charbonneau den Plot der Geschichte nicht vielleicht nur schnell und stringent vorantreiben wollte.

Der Schreibstil der Autorin ist wunderbar. Sie schafft es, eine Atmosphäre zu erschaffen, die so viel Spannung enthält, dass man beim Atmen fast die Luft anhalten möchte. Sie versteht es, den Personen so viel Leben zuzuschreiben, dass man fast das Gefühl hat, man würde sie kennen.

Wie im realen Leben sind die Figuren rund um Cia Vale nicht perfekt, sie machen kleine und große Fehler und entpuppen sich teilweise sogar als Verräter. Auch der zweite Band der Reihe kommt nicht ohne ein Blutvergießen aus, jedoch frage ich mich, ob der Tod einer gewissen Person wirklich nötig ist für den weiteren Verlauf der Geschichte.

Was man dem zweiten Band der Geschichte leider anmerkt, ist die Tatsache, dass es sich eben um den berühmt berüchtigten zweiten Teil einer Reihe handelt. Demnach scheint die Autorin Cias Tag in die Länge zu ziehen, damit sie im dritten Band den fulminanten Abschluss der Reihe kreieren kann. Allzu viel passiert in Band zwei nicht, im Vergleich zum Auftaktband lässt die Action stark nach. Aber womöglich wird es im dritten Teil der Reihe nun umso actionreicher.

„Die Auslese – Nichts vergessen und nie vergeben ist ein trotz kleinerer Mängel lesenswertes Buch. Ich kann die Reihe jedem Leser ans Herz legen!

 

Hier kann man sich den Roman aus dem Penhaligon-Verlag bestellen.

 

*Rezension* Edelberb

(3/5)

 

Die berüchtigte Anya Balanchine sitzt ihre Haftstrafe in der Erziehungsanstalt Liberty ab und flieht nach ihrer Entlassung auf eine Kakaoplantage nach Mexiko. Dort lernt sie den gleichaltrigen Theo kennen, der auf den Plantagen arbeitet und sich sofort gut mit ihr versteht. Das Land gefällt Anya, alle sind nett zu ihr und sie fühlt sich wohl, auch wenn es ihr schwer fällt, die Tatsache zu akzeptieren, dass ihre große Liebe Win mittlerweile eine neue Freundin hat. Doch gefährliche Dinge geschehen – sowohl in Mexiko als auch in New York. Anya muss zurück und sich neuen Herausforderungen stellen. Schreckliche Dinge geschehen innerhalb der Familie, Verrat und Misstrauen stehen an der Tagesordnung. Wer soll das Schokoladengeschäft der Balanchines in Zukunft leiten? Und wem kann Anya vertrauen?

Den ersten Band der Serie habe ich vor mehreren Monaten verschlungen. Der erste Band war durchweg spannend, die Charaktere waren toll und die Handlung genial. Dementsprechend hatte ich hohe Erwartungen an den Nachfolger von „Bitterzart“. „Edelherb“ ist eine nette Geschichte, kommt jedoch nicht an seinen Vorgänger ran.

Anya ist mittlerweile ein großes Stück erwachsen geworden. War sie im ersten Band noch in großen Liebesdramen verstrickt, so geht es in Band zwei mehr um ernsthaftere Dinge wie den Kampf um Leben und Tod. Anya ist selbstbewusst und eine starke Persönlichkeit. Sie ist eine Kämpfernatur und nicht besonders gefühlvoll. An einigen Stellen in der Geschichte zeigt Anya für meinen Geschmack jedoch zu wenige Emotionen. Es geschehen schreckliche Dinge in der Familie, doch Anya betrachtet die Sachlage dennoch mit Ruhe. Ja, sie ist traurig, wenn Verwandte zu Schaden kommen, aber sie ist noch viel mehr wütend. Dieser Zorn und das Bedürfnis, Rache zu nehmen, ziehen sich durch den ganzen Roman. Wo bleibt der Schmerz? Wo bleibt die Trauer? Sie kommen, aber sie kommen zu kurz.

 

Die Handlung ist geprägt von dem Mafiosi-Flair. Verschiedene illegale Gruppierungen buhlen um Geld, Macht und Ansehen und scheuen auch nicht vor Morden zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Für meinen Geschmack geht es in Band 2 zu sehr um die Frage, wer das Schokoladengeschäft der Balanchine leiten soll und zu wenig um die im Vorgängerband so schön dargestellte Liebe und die Familiengeschichte von Anya. Zu viel Geschäft, zu wenig Gefühl, würde ich sagen.

 

Die Geschichte ist überwiegend spannend, aber dieses Ich-muss-unbedingt-wissen-wie-es-weitergeht-Gefühl ist nicht vorhanden. Teilweise gibt es auch langatmigere Passagen, in denen nicht so viel passiert.

 

Scarlet, die beste Freundin von Anya, ist nach wie vor eine tolle Person mit einem starken Charakter. Jedoch ist auch sie nicht perfekt. Scarlet versteht sich immer besser mit Anyas Ex-Freund Gable, jedoch bringt ihre Beziehung auch viele Probleme mit. Scarlet beginnt, Gable für sein mieses Verhalten zu Anya zu verzeihen, doch dann trifft Gable eine Entscheidung, die Scarlets Naivität und Gutmütigkeit ins Schwanken bringt.

 

„Edelherb“ ist ein netter, zweiter Überbrückungsband der Serie rund um Anya Balanchine und das Schokoladengeschäft ihrer Familie. Die Geschichte ist nicht schlecht und auch der Schreibstil ist ganz nett. Schaut man sich jedoch den zweiten Band im Vergleich zum ersten an, so sieht man doch, dass aus „Edelherb“ viel mehr hätte werden können.

 

Hier könnt ihr euch den Roman aus dem FJB-Verlag bestellen.

*Rezension* Angelfall

 (5/5)

 

Penryn lebt in einer düsteren Stadt, in der Gewalt und Kriminalität keine Seltenheit ist. Sie sorgt sich zu Hause um ihre verwirrte Mutter und um ihre kleine Schwester Paige, die seit dem mysteriösen Unfall vor mehreren Jahren auf den Rollstuhl angewiesen ist. Als diese eines Tages von einem Engel entführt wird, ist Penryn zu allem bereit, wenn sie nur ihre Schwester sicher wieder nach Hause holen kann. Da kommt ihr der von Paiges Entführer verwundete Engel ganz recht. Er liegt zusammengekrümmt auf dem Boden, seine Flügel wurden ihm abgeschnitten. Penryn nimmt den Engel kurzerhand mit in ein Versteck und pflegt ihn gesund, in der Hoffnung, durch diesen den Aufenthaltsort ihrer Schwester ausfindig machen zu können. Ein gefährliches Unterfangen, wo doch jeder Engel im Grunde ein Feind der Menschen darstellt. Doch Raffe, der flügellose Engel, scheint anders zu sein. Zusammen ziehen sie zu dem Ort, an dem Paige stecken könnte. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen?

 

Diese Geschichte ist einfach grandios! Durch die vielen positiven Leserstimmen waren meine Erwartungen an die Geschichte recht hoch. Letztlich kann ich sagen, dass meine Befürchtungen, „Angelfall“ sei nichts als eine weitere 08/15-DYstopie, unbegründet waren.

 

Ich möchte an dieser Stelle den Schreibstil der Autorin Susan EE herausstellen: Er ist klasse! Die Autorin schreibt unglaublich witzig, an mehreren Stellen der Geschichte musste ich losprusten oder zumindest grinsen, weil ich die Gedanken von Penryn oder die schlagfertigen Bemerkungen von Raffe einfach cool finde. „Angelfall“ wird nicht zuletzt durch die lustigen Zitate zu einer tollen Geschichte, bei der man sich immer fragt, wie es wohl weitergeht.

 

Penryn war mir gleich zu Anfang an sympathisch. Sie ist selbstständig und pflichtbewusst, kümmert sich um den Haushalt und sorgt dafür, dass es ihrer Mutter und ihrer Schwester relativ gut geht. Und dazu ist sie –habe ich es schon erwähnt? =) – total witzig. Selbst ernste Situationen, die eigentlich von ihrer Dramatik her kaum zu übertreffen sind und für Penryn durchaus lebensgefährlich sein können, entschärft sie durch ihren Humor. Das macht die Geschichte nicht weniger spannend, aber doppelt so schön zu lesen.

 

Raffe ist ein interessanter Charakter. Ein winziger Kritikpunkt ist die Tatsache, dass er (natürlich) himmlisch gut aussieht und dazu auch noch unschlagbar cool ist. Natürlich. Wie so viele männlichen Hauptfiguren erfüllt auch Raffe alle Kriterien des Superhelden. Kitsch ist hier durchaus vorprogrammiert. Aber der Kitsch stört mich nicht. Ein wenig Romantik darf schon sein, oder? 😉

 

Die Handlung ist spannend und ich konnte einfach nicht mehr aufhören zu lesen. Penryn und Raffe erleben zusammen viele Abenteuer und doch versucht sich Penryn einzureden, dass sie ihn nur braucht, um ihre Schwester zu finden. Mehr ist er nicht. Mehr bedeutet er nicht. Doch ihre Taten sprechen eine ganz andere Sprache und zeigen, dass er ihr doch mehr bedeutet, als sie sich einzureden versuchen.

 

„Angelfall“ endet mit einem fiesen Cliffhanger. Vorerst ist die Handlung abgeschlossen, aber es bleiben auch sehr viele Fragen übrig und das Ende verrät, dass die Geschichte um Penryn und Raffe noch lange nicht abgeschlossen ist. „Angelfall“ ist eine spannende, tolle Dystopie, die sich durch den wunderbaren Schreibstil der Autorin und einer starken Protagonistin kennzeichnet. Ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil!

 

Hier könnt ihr euch diese wirklich lesenswerte Dystopie aus dem Heyne-fliegt-Verlag bestellen.

*Rezension* Die Auslese

 

   (5/5)

 

Malencia  Vale, genannt Cia, ist sechzehn und möchte nichts sehnlicher, als für die Auslese ausgewählt zu werden. Denn nur diejenigen, die bei der Auslese punkten, dürfen später eine Universität besuchen und an dem Wiederaufbau ihrer Heimat Five Lakes Colony mitwirken. Schon ihr Vater hat erfolgreich die Auslese bestanden und nun wünscht sich Cia, in seine Fußstapfen treten zu können. Als sie tatsächlich ausgewählt wird, scheint ein Traum in Erfüllung zu gehen. Doch ihr Vater ist alles andere als glücklich, dass Cia nun nach Tosu-Stadt geht und sich der Auslese stellt. Normalerweise werden die Erinnerungen der Kandidaten nach der Auslese gelöscht, aber Cias Vater besitzt dennoch bruchstückhafte Erinnerungen an die grausame Zeit der Auslese und berichtet seiner Tochter davon. Die erste Zeit in Tosu-Stadt gefällt Cia sehr gut. In den Tests schneidet sie gut ab und zudem kommen sie und Tomas, ein weiterer Ausgewählter aus der Five Lakes Colony, sich immer näher. Doch dann sterben die ersten Teilnehmer während der Testrunden und Cia beginnt an der Richtigkeit der Auslese zu zweifeln. Doch Umkehr ist zu spät. Wer sich krank meldet oder bei den Testrunden zu schlecht abschneidet, wird danach nie mehr gesehen…

 

 

Die Auslese. Wow. Was soll ich dazu sagen? Am Anfang war ich noch skeptisch: wird mir das Buch gefallen? Oder ist es bloß eine weitere Dystopie, die in der großen, weiten Welt der Endzeitromane untergeht? Doch nachdem ich einmal den Buchdeckel aufgeschlagen hatte, konnte ich sagen, dass all meine Sorgen unbegründet waren. Eigentlich wollte ich mich nur kurz in den Roman einlesen, doch das Ganze ist dann zu einer Lesenacht ausgeartet und ich habe gleich fast die ganze Geschichte verschlungen. Es gibt Bücher, die sind toll und es gibt Bücher, die sind sehr toll. Und dann gibt es noch Bücher wie Joelle Charbonneaus „Die Auslese“, bei denen einfach jedes Wort stimmt. Frau Charbonneau hat es einfach drauf!

 

 

Der Roman ist total spannend!  Man kann gar nicht anders, als weiterzulesen. Die Testrunden sind erschütternd und grausam und als Leser fragt man sich, wie fortgeschritten die Dekadenz einer Gesellschaft sein muss, damit Offiziere mit so viel Brutalität ungestraft durchkommen.  Viele Teilnehmer der Auslese sterben nach und nach, doch dem Vorsitz ist es egal, solange einige Teilnehmer übrigbleiben und man immer noch genug Teilnehmer hat. Ich war beim Lesen empört, schockiert, berührt und wie traumatisiert. Ohne Witz, zeitweilig verschwammen die Grenzen zwischen Realität und Auslese– so wirklich hat sich die Geschichte angefühlt.

 

 

Ich bewundere Cia sehr. Sie ist noch total jung, kaum erwachsen und doch muss sie mit so viel Schrecken während der Auslese zurechtkommen. Ihre Entscheidungen und Ergebnisse in den Testrunden zeichnen sie aus- sie handelt nicht egoistisch, sondern bedenkt auch immer noch das Wohl der anderen Personen, ob sie es nun verdient haben oder nicht. Doch ihr Altruismus beinhaltet auch eine gewisse Naivität, was Cia zu einem leichten Opfer macht. Ihr Vater hat ihr eingeschärft, niemandem zu vertrauen. Aber was tun, wenn viele Personen so vertrauenswürdig erscheinen und offenkundig Hilfe brauchen? Cia ist ehrgeizig und möchte liebend gern an die Universität, aber sie spielt im Gegensatz zu manch einem anderen Teilnehmer der Auslese nur mit fairen Mitteln.

 

Tomas ist sehr talentiert und gut zu Cia, jedoch vertraut er anderen Leuten nicht leicht. Cia und Tomas verstehen sich während der Auslese immer besser, doch dann  bekommt sie den Verdacht, dass Tomas womöglich doch nicht so eine reine Weste besitzt. Er scheint ihr etwas zu verschweigen. Nur was?

 

Das Einzige, was mich an „Die Auslese“ etwas gestört hat, ist die Tatsache, dass es doch sehr an „Die Tribute von Panem“ erinnert. In Charbonneaus Roman gibt es Kolonien, in Panem Distrikte. Beide Welten sind nach schweren Kriegen zerstört worden, die Bürger müssen nun unter ärmlichen Bedingungen leben. Five Lakes Colony bzw. Distrikt 12 ist besonders arm, weshalb die Ausgewählten von den anderen Teilnehmern nicht ernst genommen werden. Beide Romane handeln davon, dass Teilnehmer in der Wildnis ausgesetzt werden und um das Überleben kämpfen müssen. Eine Dreiecksgeschichte ist auch bei beiden Geschichten vorhanden. Dann sind da noch ganz viele andere Kleinigkeiten, die mich an Panem erinnern. Zwar ist „Die Auslese“ nichtsdestotrotz wunderbar und genial, aber man fragt sich doch, woher all die Parallelen kommen.

 

 

Falls ihr demnächst einen superspannenden Roman lesen wollt, schnappt euch „Die Auslese“! Die Geschichte ist fantastisch, beim Lesen versinkt man in eine andere Welt. Eine klare Leseempfehlung!

 

Die Auslese. Kauft euch das wunderbare Buch aus dem Penhaligon-Verlag bei Amazon!

*Rezension* Gelöscht

 

 

 (4/5)

Für die sechzehnjährige Kyla ist das sogenannte „Slating“ ihre letzte Chance. Ihr Gedächtnis wird gelöscht und sie nimmt eine neue Identität an. Kyla soll sich nicht mehr an ihr altes Leben als Verbrecherin erinnern müssen. So funktioniert England im Jahre 2054. Junge Menschen, die schwere Verbrechen begehen, bekommen ihr Gedächtnis entfernt und ein Levo-Armband angepasst, das dafür sorgen soll, dass die Jugendlichen nicht erneut Straftaten begehen. Doch irgendetwas ist bei Kyla anders. Sie erinnert sich noch bruchstückhaft an ihr altes Leben. Nach einiger Zeit kommen immer mehr Erinnerungen an ihr altes Ich hoch und sie tut das, was „Slater“ niemals tun sollen: das System infrage stellen. Kyla verliebt sich in einen weiteren „Slater“ namens Ben. Zusammen begeben sie sich auf die Suche nach Antwort und Wahrheit, doch dann hat Ben eine gefährliche Idee- und Kyla weiß nicht mehr, was sie tun soll…

 

Eine Welt, in der junge Verbrecher nicht zu Haftstrafen verurteilt werden, sondern zum Slating. Für uns ist das kaum vorzustellen, doch für Kyla aus dem Roman „Gelöscht“ stellen solche Regeln die bittere Realität dar. „Gelöscht“  hat mich nachdenklich gemacht. Was ist, wenn der Staat das Gedächtnis von Menschen einfach auslöschen darf? Was ist, wenn er dich dazu zwingt, eine neue Identität anzunehmen? Gegen deinen Willen? Sind wir schon so fortgeschritten in unserer Welt voller technologischer und medizinischer Fortschritte, dass wir einfach unsere Traumbabys designen können- und „Straftäter“ auslöschen bzw. neu polen können?

 

Teri Terrys Schreibstil ist flüssig und klar. Die Geschichte wird aus der Sicht von Kyla erzählt. Der Roman liest sich recht schnell. Mir gefällt es, dass ich die Gedanken und Gefühle, die Ängsten und Sorgen von Kyla mit verfolgen kann. Der Schreibstil ist einfach, genau wie Kylas Gedanken, zumindest zu Beginn der Geschichte. Es ist merkwürdig, welche Dinge ihr am Anfang noch Schwierigkeiten bereiten, so weiß sie zum Beispiel nicht, wie man eine Autotür öffnet. Auch wenn ihre Unsicherheit und ihre Ahnungslosigkeit bezüglich alltäglicher Dinge manchmal nerven, so ist es doch authentisch, dass Kyla all diese Dinge nicht weiß. Sie wurde schließlich geslatet, sie weiß nichts. Im Krankenhaus wurde ihr innerhalb weniger Monate etwas Allgemeinwissen beigebracht, aber dennoch hat sie natürlich nicht so viel Lebenserfahrung wie andere Jugendliche in ihrem Alter.

 

Mich hat es gestört, dass einige Sätze in „Gelöscht“ immer wieder wiederholt werden. Ich mag es nicht, wenn die gleichen Sätze immer und immer wieder im Roman vorkommen. So wird zum Beispiel oft erwähnt, dass Kylas stabiler Levo-Wert daran liegt, dass sie gelaufen ist. Sie liebt das Laufen, denn dann fühlt sie sich frei, kann klar denken und ihr Levo-Wert, der ihre Gefühle kontrolliert, steigt an. Auch erwähnt Teri Terry immer wieder: „Kyla ist anders.“ Ja, sie ist anders. Und irgendwann wissen das selbst die unaufmerksamsten Leser, so oft, wie die Autorin das erwähnt…

 

Die Geschichte beginnt gemächlich, wird dann immer spannender und endet dann- mitten im Nichts. Mir ist das Ende zu offen, viele Fragen bleiben offen. Natürlich, so ein offenes Ende ist die perfekte Marketing-Strategie und soll dazu beitragen, dass die Leser am Ball bleiben, aber trotzdem: ein paar Antworten hätte Teri Terry und doch ruhig geben können. Oder?

 

Die meisten Charaktere finde ich ziemlich sympathisch. Kyla ist zwar zunächst etwas naiv, aber im Laufe der Geschichte wird sie immer nachdenklicher und lässt sich nicht mehr alles bieten. Ihre „Schwester“ Amy, die ebenfalls geslatet wurde und in der gleichen Pflegefamilie wie Kyla lebt, ist von Beginn an sehr nett zu Kyla und hilft ihr, wo sie nur kann. Doch dann gibt es auch dubiose Gestalten, bei denen man nicht weiß, auf welcher Seite die denn nun stehen. So ist zum Beispiel der „Vater“ von Amy und Kyla zwar immer freundlich und nett, aber auch geheimnisvoll. Man bekommt ihn nur selten zu Gesicht, er ist immer unterwegs und scheint mehr zu wissen, als er zugibt.

 

Trotz einiger Schwierigkeiten und Fehler von „Gelöscht“ habe ich die Dystopie doch gerne gelesen. Die Geschichte ist spannend und das Bedürfnis weiterzulesen ist auf jeden Fall vorhanden! 🙂 Ich freue mich schon auf Band 2!

 

Hier könnt ihr „Gelöscht“ aus dem Coppenrath-Verlag kaufen!

Die Auslese- Ankündigung

Hallo!

 

Am 26.8. erscheint Joelle Charbonneaus Werk „Die Auslese“ auf Deutsch im Penhaligon Verlag. Ich freue mich schon total auf das Buch, schaut euch nur mal diesen richtig, richtig coolen Trailer an (übrigens soll die Geschichte sogar verfilmt werden, siehe hier)! 🙂

 

 

Ich finde den Trailer ja richtig toll. Und die Inhaltsangabe auch. 🙂

 

Inhalt:

Sie wurden auserwählt, um zu führen – oder zu sterben

Nach den verheerenden Fehlern der Vergangenheit war sich die Gesellschaft einig, dass nur noch die Besten politische Macht ausüben dürfen. Von nun an sollten die Psychologen darüber urteilen, in wessen Händen die Zukunft des Landes liegen sollte. So entstand die Auslese.

Cia ist sechzehn und damit eine der Jüngsten, die zu den Prüfungen antreten, die darüber entscheiden, ob man für ein Amt geeignet ist. Zunächst ist sie von Stolz erfüllt – bis die erste Kandidatin stirbt! Jetzt breitet sich Angst aus, und Cia erkennt: Nur die Besten überleben …

Dich erwarten Gefahr, Liebe – und nackte Angst!

(Bild-/Textquelle: Penhaligon Verlag)

Seid ihr auch schon auf den Roman gespannt? 🙂

 

Liebe Grüße!

Buchheldin

*Rezension* Die Scanner

 

 (4/5)

 

Rob lebt in einer Welt, in der Bücher und Printmedien überhaupt nicht mehr erwünscht sind. Wer braucht schon Bücher, wenn es Ultranetz gibt? Rob ist ein Buchagent und als solcher nimmt er seinen Kunden Bücher ab, scannt diese ein und stellt das Buch online auf Ultranetz. Das Printmedium wird vernichtet. „Alles Wissen für alle! Jederzeit! Kostenlos!“. So lautet das Motto der Buchagenten. Die meisten Menschen trennen sich früher oder später von ihren Büchern, denn Rob und sein Buchagent-Freund Jojo zahlen ihnen gutes Geld. Nur einen können die beiden anscheinend einfach nicht überreden. Arne Bergmann, der Leser, der sein Buch nicht rausrückt. Nach und nach stellt sich heraus, dass Arne Mitglied einer geheimen Büchergilde ist… Er führt Rob in die Welt der Bücher ein. Nun muss Rob sich entscheiden, auf welcher Seite er stehen möchte. Ultranetz oder Arne Bergmann? Wem kann er vertrauen?

 

„Die Scanner“ ist ein Roman, der nachdenklich stimmt. Rob lebt in einer digitalisierten Welt. Bücher erscheinen sinnlos, es gibt doch schließlich den Konzern Ultranetz. Mithilfe der „Mobril“, die Computer und Brille in einem ist, kann man sich jederzeit Informationen besorgen. Dafür sorgen Rob und Jojo, die für die Scan-AG, der Tochterfirma von Ultranetz, diese Informationen beschaffen. Doch kann die Bequemlichkeit wirklich der einzige Grund sein, alle Bücher zu vernichten? Printmedien zu verbrennen, nur weil man die Informationen auch einfacher beschaffen kann? Nach und nach kommt Rob einem düsteren Geheimnis der Scan-AG auf die Spur…

 

Die Geschichte ist interessant. Die Beschreibungen von Robs Welt gefallen mir gut. Rob lebt in einer Welt, in der die meisten Menschen aufgrund von Gehirnwäsche total naiv sind und das Staatssystem nicht in Frage stellen. Beziehungen werden über die Mobril erhalten, man muss die Liebe seines Lebens nicht persönlich sehen, da das Chatten den Zweck doch genauso gut erfüllt. Wer Urlaub machen möchte, geht in ein großes Gebäude, in der man verschiedene Themenhallen vorfindet.

 

Schade ist nur, dass der Roman „Die Scanner“ so dünn ist. Ich konnte mich nicht in die Hauptfiguren hineinversetzen und somit habe ich das Gefühl, die Geschichte wirklich nur gelesen zu haben, anstatt richtig erlebt. Zudem wird der Leser nicht Schritt für Schritt in die Geschichte eingeführt, sondern man wird sofort mit einer Flut von neuen Begriffen überschüttet, deren Sinn mir auf dem ersten Blick vollkommen unklar war. So habe ich mir zum Beispiel erst nach und nach die Definition der „Mobril“ zusammenbasteln können.

 

Je mehr die Geschichte sich ihrem Ende nähert, desto spannender ist es. Das Ende ist meiner Meinung nach richtig gut gelungen, es ist total überraschend und unerwartet.

 

„Die Scanner“ beruht auf einer grandiosen Idee von einer weniger grandiosen Welt. Schade ist nur, dass ich nicht wirklich in der Geschichte versinken konnte. Dystopiefans werden bei diesem Roman dennoch sicherlich auf ihre Kosten kommen.

 

Hier könnt ihr den Roman aus dem Fischer Verlag bestellen.

*Rezension* Bitterzart

 (5/5)

 

Anya Balanchine hat kein leichtes Leben. Ihr Vater, Mafiaboss des berüchtigten Balanchine-Kartells, der einst illegal mit Schokolade gehandelt hatte, ist ebenso wie ihre Mutter ermordet worden. Obwohl Anya erst sechzehn Jahre alt ist, kümmert sie sich um ihre todkranke Großmutter Nana, ihre kleine Schwester Natty und ihren großen Bruder Leo, der während dem tödlichen Anschlag auf seine Mutter verletzt wurde und seitdem eine geistige Behinderung hat. An Anyas High School taucht eines Tages ein neuer Junge auf. Goodwin, genannt Win, ist freundlich, schön, und verliebt sich in Anya. Diese möchte seine Gefühle nur zu gerne erwidern, doch Wins Vater, der stellvertretende Staatsanwalt, verbietet ihr die Beziehung aufgrund ihres Hintergrunds. Als Anyas Ex-Freund Gable mit einer Vergiftung im Krankenhaus liegt, fällt der Verdacht auf Anya. Sie soll Gable vergiftete Schokolade gegeben haben. Und damit fangen ihre Probleme erst richtig an…

 

Der Zukunftsroman „Bitterzart“  macht seinem Namen alle Ehre. Ich konnte beim Lesen ganz tief in die Geschichte eintauchen, war geschockt von der bitteren Zukunft ohne Schokolade, genoss die zarte Liebesgeschichte zwischen Anya und Win und war begeistert von der bittezarten Dystopie. Und ich bin es immer noch.

 

Anya hat einen tollen Charakter. Sie ist selbstbewusst, mutig und pflichtbewusst. Für ihre Familie würde sie alles tun. Anya glaubt an Gott. Sie ist nicht perfekt und sie macht Fehler, sie tut anderen Menschen Unrecht und verletzt ihre Gefühle. Aber sie ist lernfähig, entschuldigt sich bei ihren Freunden, akzeptiert andere Meinungen und erweitert dadurch ihren Horizont. Immer wieder wird sie auf die Probe gestellt und muss sich zwischen Herz und Verstand entscheiden. Ich habe das Gefühl, dass Anya im Laufe der Geschichte eine starke Entwicklung durchmacht. Am Ende der Geschichte ist sie kein junges Mädchen mehr, sondern eine reife, junge Frau, die viel erlebt hat und noch mehr erleben wird.

 

Anya hat das große Glück, eine beste Freundin namens Scarlet zu haben. Das ist eine der tollen Eigenschaften der Autorin Gabrielle Zevin. Sie verleiht nicht nur den Hauptfiguren Individualität, nein, sondern jede einzelne Person, die in dem Roman auftaucht, besitzt das gewisse Etwas, das sie so einzigartig macht. Bei Scarlet ist es ihre Loyalität, das bewundere ich an ihr. Sie ist eine wunderbare beste Freundin, verzeiht Anya ihre Schwächen und Fehler und hilft, wo sie nur kann. Zugleich weiß sie aber auch, wo Schluss ist und ab wann sie an ihre eigenen Bedürfnisse denken muss.

 

Die Liebesgeschichte zwischen Win und Anya ist, wie soll ich sagen? Irgendwie süß. Obwohl dieses Ich-liebe-dich-aber-meine-Familie-hasst-dich-Getue mittlerweile nicht mehr sonderlich originell ist, hat Gabrielle Zevin das Thema sehr gut umgesetzt. Wenn ich Win mit einem Wort charakterisieren sollte, würde ich sagen, dass er „freundlich“ ist. Das gefällt mir an Win total, auch wenn „freundlich“ auf dem ersten Blick nicht sonderlich spannend klingt. Win ist kein Draufgänger, er ist weder ein Angeber, noch sonderlich mysteriös, wie es in so vielen 08/15-Romanen für die männliche Hauptperson üblich ist. Win ist einfach freundlich, er ist lustig, nett und hilfsbereit zu Anya und Scarlet. Zudem ist er ziemlich schön, sein äußeres Erscheinungsbild wird zu Beginn kurz beschrieben, später aber nur noch selten erwähnt. Man merkt, dass es bei dieser Beziehung nicht um das Äußere geht, Gabrielle Zevin übertreibt es mit den Beschreibungen nicht, sondern konzentriert sich auf die inneren Werte und die gemeinsamen Erlebnisse von Anya und Win.

 

Die Geschichte lässt sich in einem Rutsch durchlesen. Ich mag die Tatsache, dass man merkt, dass Anya ihre Geschichte „Bitterzart“ erzählt und manchmal den Leser mehr oder weniger direkt anspricht. Und ich mag die Weisheiten ihres Vaters, die sie immer wieder im Laufe der Geschichte erwähnt. Da verzeihe ich auch gerne die Tatsache, dass in dem Roman ab und zu Rechtschreibfehler auftauchen, die man hätte vermeiden können.

 

„Bitterzart“ ist eine gelungene Dystopie mit einem Ende, das mich neugierig auf den zweiten Band macht. Band 2 heißt „Edelherb“ und erscheint noch in diesem Jahr bei Fischer FJB.

 

Hier könnt ihr „Bitterzart“ aus dem FJB-Verlag kaufen!

*Rezension* Aufbruch

 (5/5)

 

Kira Walker lebt in einer Welt, in der die medizinischen und technischen Forschungen so weit fortgeschritten sind, dass man Krieger erschaffen kann, die praktisch unbesiegbar sind. Die Menschheit hat diese Krieger, „Partials“ genannt, erschaffen, damit diese für die Menschen die Kriege gewinnen. Doch nach den letzten Kriegen haben sich die Partials gegen die Menschheit gewandt, der RM-Virus ist ausgebrochen und hat mehr als 99 Prozent der Erdbevölkerung getötet. Seitdem leben die Partials getrennt von dem kläglichen Rest der Menschheit. Kira gehört zu denjenigen, die gegen das Virus immun sind. Doch diese Immunität nützt nicht viel, denn die Existenz der Menschheit ist bedroht. Neugeborene infizieren sich mit dem RM-Virus und sterben in ihrer ersten Lebenswoche. Kira erhofft sich Hilfe beim Feind. Ausgerechnet die Partials können der Schlüssel für ihr Überleben sein, denn diese sind immun gegen das Virus. Kira beschließt, sich einen Partial zu schnappen und diesen medizinisch zu untersuchen, um eventuell einen Impfstoff gegen den RM-Virus entwickeln zu können…

 

„Aufbruch“ ist eine Dystopie der besonderen Art. Die Geschichte ist von der ersten Seite an so spannend, dass ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Und mit „spannend“ meine ich atemberaubend, brillant, lebendig- einfach perfekt!

 

Dan Wells hat einen wunderbaren Schreibstil! Er versteht es, die richtigen Wörter zu benutzen und Spannung aufzubauen. „Aufbruch“ gehört zu den Büchern, die man nicht nur liest, sondern in denen man versinkt, in denen man lebt. Ich habe beim Lesen mit Kira gefiebert und gelitten. Ich habe so sehr gehofft, dass Kira tatsächlich einen Partial entführen kann und nicht unterwegs selbst getötet wird  als wäre sie eine gute Freundin.  Dan Wells hat mit dem Auftakt einer neuen Trilogie ein wunderbares Werk geschaffen. Er hat eine Geschichte geschrieben, die der Leser nicht nur passiv begleitet, nein, man hat wirklich das Gefühl, Teil der Handlung zu sein. Auch auf Long Island zu leben. Zusehen zu müssen, wie jeden Tag viele, viele Babys sterben. Nichts dagegen tun zu können. Dann ist da diese Hoffnung, einen Impfstoff entwickeln zu können, einen Partial beschaffen zu können. Dieser kleine Funke namens Hoffnung. Die Gefahr. Die Verzweiflung. Die Ohnmächtigkeit und Wut. Liebe. Trauer. Glück. Was Kira empfindet, empfand ich beim Lesen auch.  „Aufbruch“ ist eine Geschichte voller Emotionen. Lebendig. Echt. Ich liebe das Buch.

 

Kira ist noch eine Jugendliche, sechzehn Jahr alt, kaum erwachsen und doch setzt sie sich in den Kopf, die gesamte Menschheit retten zu wollen. Sie hat hohe Ziele, aber sie hat auch die Kraft und besitzt das Potential, um diese zu erreichen. Kira ist sympathisch und liebenswürdig, mutig und intelligent. In der Vergangenheit hat sie viel durchgemacht, sie wirkt reif für ihr Alter. Kira hat eine medizinische Ausbildung hinter sich und kennt sich mit Viren und ihrer Verbreitung aus. Sie ist eine Person, die der Leser während der Geschichte immer mehr ins Herz schließt. Sie wirkt so echt, so real, weil sie Dinge denkt und Dinge macht, die viele von uns in ihrer Situation auch denken/ tun würden.

 

Auch die anderen Charaktere besitzen alle Individualität. Der erste Partial, der im Buch namentlich erwähnt wird, heißt Samm. Partials werden von den Menschen als Monster und Maschinen charakterisiert, ohne Gefühle, auf das Töten programmiert. Doch Samm ist anders. Ich möchte an dieser Stelle nicht zu viel verraten, sicher ist nur, dass er keineswegs als Monster und Maschine dargestellt wird.

 

Man merkt, dass Dan Wells weiß, wovon er schreibt. Ein roter Faden zieht sich durch die gesamte Handlung und rundet die Geschichte ab. Dennoch gibt es viele überraschende Wendungen während der Geschichte. Wem kann man vertrauen? Wer ist ein Verräter? Was sind die wahren Intentionen der Figuren? Der Leser wird immer wieder überrascht. Die Geschichte endet mit einem fiesen Cliffhanger, aus dem man alles Mögliche und doch rein gar nichts schließen kann.

 

„Aufbruch“ gehört zu den Büchern, nachdem man erst mal eine Pause braucht, bevor man ein anderes Buch anfängt zu lesen. Weil man einfach noch zu sehr in Kiras Welt und in der Geschichte drinsteckt und noch nicht auftauchen kann. Nicht auftauchen möchte.

 

„Aufbruch“ gehört zu den besten Dystopien, die ich gelesen habe. Kiras Geschichte ist manchmal traurig, brutal und düster, manchmal aber auch lustig und schön. Von vorne bis hinten wirkt die Geschichte lebendig. Absolut empfehlenswert!!!

 

Hier kann man sich das wundervolle, atemberaubende, rundum perfekte Buch aus dem ivi-Verlag kaufen!

 

*Rezension* Sternenfeuer-Vertraue Niemandem

(5/5)

Die beiden Raumschiffe Empyrean und New Horizon sind auf einer alles entscheidenden Mission. Zusammen sind sie auf dem Weg zum Planeten New Earth, wo sie sich eine neue Existenz aufbauen wollen. Die Hoffnungen der Menschheit auf dem zerstörten Planeten Erde liegen in diesen beiden Schiffen.

Nachdem die New Horizon überraschend ihr Schwesterschiff Empyrean angegriffen hat und alle Erwachsenen entführt hat, übernimmt der junge Kieran an der Empyrean das Kommando. Zusammen mit den anderen Kindern versuchen sie, die New Horizon aufzuholen und die Eltern der Kinder zurückzuholen. Kierans Rivale Seth sitzt derweil in der Brig, im Schiffsgefängnis, wo er für vergangene Taten büßt. Doch dann geht die Zellentür von Seth urplötzlich auf und er kommt frei.Wer hat ihn gerettet? Für kurze Zeit wiegt er sich in Sicherheit, doch dann erfährt er, dass die Technik auf der Empyrean aus dem Ruder läuft…Hauptverdächtigter Nummer 1: Seth. Wer hat ihn befreit, um ihn als Sündenbock für die Missgeschicke hinzustellen? Nach und nach ist sich Seth sicher, dass an Bord ein blinder Passagier rumläuft und sein Unwesen treibt…Fest entschlossen, ihn ausfindig zu machen und seine eigene Unschuld zu beweisen, macht er sich auf die Suche nach dem Unbekannten…und bringt sich dabei selbst in Lebensgefahr…

 

Wie beschreibt man ein Buch, das man innerhalb weniger Tage verschlungen hat? Ein Buch, das man überall mitgenommen hat?Ein Buch, das einen gefesselt hat? Spannend? Abenteuerlich? Überragend? Der zweite Band der Sternensaga (Rezi zu Band eins–> hier entlang)  kann mit all diesen Adjektiven beschrieben werden…und doch kommen die Wörter dem Wert der Geschichte nicht gerecht. „Sternenfeuer- Vertraue Niemandem“ ist MEGASPANNEND von der ersten bis zur allerletzten Seite. Wirklich. Ich dachte noch, ich lese nur mal kurz in die Geschichte rein, aber dann war es um mich geschehen. Ich las und las und konnte einfach nicht mehr aufhören.

 

Amy Kathleen Ryan schreibt grandios. Sie benutzt die richtigen Wörter und erschafft ein Kopfkino vor dem inneren Auge des Lesers, das realistischer wirkt als jeder teure 3D-Film.

 

 „Sternenfeuer“ ist nicht irgendein 08/15-SciFi-Roman , in dem im All in Raumschiffen gegeneinander gekämpft wird. „Sternenfeuer“ enthält natürlich viel Action und Kampf, aber auch eine Riesenportion Gefühl ist in dieser Geschichte zu finden. Da ist Waverly, die einst mit Kieran, dem Anführer der Empyrean, zusammen war. Doch sie haben sich auseinandergelebt . Waverly ist mit dem, was Kieran tut, nicht zufrieden und stellt sich sogar gegen ihn. Eine traurige Wende eines einst so süßen Paares. Und dann ist da noch Seth, der Rivale von Kieran. Er ist unsterblich in Waverly verliebt, doch seine Hoffnungen stehen schlecht. Kieran ist ein angesehener Anführer. Und was ist Seth? Nichts als ein Geächteter.

 

Das Besondere an dieser Geschichte ist, dass man nie weiß, wer denn nun der Gute und wer der Böse ist. Hier kämpft kein guter Harry gegen den bösen Voldemort. Kein Batman gegen Joker. Der Leser weiß, dass Anna Marther, Anführerin der New Horizon, die Erwachsenen von der Empyrean entführt hat. Sie hat auch dafür gesorgt, dass man den Mädchen der Empyrean gewaltsam Eizellen stiehlt und diese dann in Leihmüttern auf der New Horizon verpflanzt, da alle Frauen auf der New Horizon von Natur aus keine Kinder erzeugen können. Sie wird zunächst als böse Figur der Geschichte dargestellt. Doch dann kommt Kieran einem düsteren Geheimnis des ehemaligen Kapitäns der Empyrean auf die Spur und sofort wendet sich die Geschichte. Ist Anne Marther nun etwa doch nicht so böse, wie sie zu Beginn wirkte? Das gleiche Spiel gilt auch bei den Migliedern der Empyrean. Kieran wird von vielen als Held und Retter gefeiert. Aber dann lässt er seine politischen Gegner ohne Gerichtsverfahren in die Brig werfen. Waverly ist mutig und entschlossen. Sie ist von kämpferischer Natur und selbstbewusst. Doch als es darum geht, Informationen über den genauen Aufenthaltsort ihrer Eltern zu erhalten, verlässt sie ihre Menschlichkeit und ist zu unfassbar grausamen Taten fähig.

 

Das ist etwas, was ist sehr an diesem Roman zu schätzen weiß. Die Charaktere sind keine geschliffenen Diamanten. Sie alle haben ihre Macken, ihre Ecken und Kanten. Alle machen Fehler, fügen anderen Menschen Schaden zu. Die Charaktere haben Gefühle. Sie lachen und weinen, sind hoffnungsvoll oder enttäuscht, agressiv oder ruhig. Die Charaktere leben. Die Geschichte lebt.

 

Das Ende der Geschichte deutet den weiteren Verlauf der Mission an. Ich bin schon total gespannt auf den dritten Band!

„Sternenfeuer-Vertraue Niemandem“ ist ein galaktischer Treffer ins Schwarze. Unbedingt lesen!

 

Neugierig geworden? Hier kann man sich das Buch bestellen.

Vielen Dank an den Knaur-Verlag für dieses wunderbare Werk!