*Rezension* Was Paare glücklich macht

Was Paare glücklich macht: Die 10 Geheimnisse der Liebe - Vom Pastor2Go  eBook: Kienbaum, Heiko: Amazon.de: Kindle-Shop
  (2/5)

Heiko Kienbaum erklärt in seinem Buch „Was Paare glücklich macht“, wie eine glückliche Beziehung funktionieren kann. Jedes Kapitel stellt ein „Liebesgeheimnis“ dar, die er erläutert und mit Beispielen diverser Paare unterfüttert. Nach jedem Kapitel gibt es eine kurze Zusammenfassung sowie Tipps und Übungen, die man in den eigenen Alltag integrieren soll, um an der Beziehung zu arbeiten.

Ich bin in einer glücklichen Beziehung und wollte das Buch lesen, weil mich das Gebiet der persönlichen Weiterentwicklung interessiert und ich bisher öfter sehr beeindruckt wurde von der Weisheit und den Erfahrungen anderer Autor*innen. Warum nicht mal ein Buch über Beziehungen lesen, dachte ich. Ich habe mir eine kurzweilige und interessante Lektüre über die Geheimnisse von Liebe und Beziehung erhofft. Erfüllt wurden meine Erwartungen leider nur teilweise.

Das Buch spricht verschiedene Fallstricke einer Beziehung an und thematisiert grundlegende Fragen. Wie gehe ich mit Geld um? Was mache ich, wenn der Partner oder die Partnerin mehr verdient? Wie gehe ich mit Seitensprüngen und Affären um? Und wie mit der Vergangenheit? Was liebe ich an meiner Beziehung und an welchen Aspekten sollte ich noch arbeiten? Jedes sogenannte „Liebesgeheimnis“ thematisiert eines dieser Grundlagenthemen. Die Idee hinter dem Buch ist wirklich nett, leider ist es dem Autor nicht gelungen, dieses interessante Thema, die Liebe, auch interessant zu verpacken. Stattdessen ziehen sich die einzelnen Kapitel, viele Dinge werden mehrfach wiederholt, ab und zu werden die Geschichten verschiedener Paare erzählt, bei denen ich mir als Leserin nicht klar war, in welcher Beziehung diese Menschen zu Heiko Kienbaum stehen oder ob sie wirklich existieren oder bloß ausgedacht als plakatives Beispiel für seine Lektionen dienen sollen.

Die „Geheimnisse der Liebe“, wie sie auf dem Cover des Buches angeteasert werden, sind letztlich simpel wie banal: Bleibe dir treu, baut euch in der Beziehung Routinen ein, lobe deinen Partner, arbeite auf eure Visionen und Ziele hin usw… Die Theorien mögen für sich stimmig sein, aber wirklich was Neues sagen sie nicht.

Der Autor Heiko Kienbaum hat sich früh mit Immobilien zum Millionär gemacht. Allerdings war diese Arbeit nicht erfüllend und der Reichtum nur von kurzer Dauer. In einer Phase beruflicher Neuorientierung hat er Psychologie studiert und arbeitet nun als Paarcoach. Meiner Meinung nach mag er vielleicht ein guter Therapeut sein, das Buch jedoch hat mir keinen neuen Input gegeben.

Alles in allem ein durchwachsenes Buch über Beziehung.

Hier gibt es mehr Infos zum Buch.

*Rezension* Ungebremst leben

Ungebremst leben Buch von Heidi Hetzer versandkostenfrei bei Weltbild.de
  (3/5)

Heidi Hetzer hat jahrelang das Autohaus Opel Hetzer in Berlin geführt. Als Rallyefahrerin und Unternehmerin ist sie weit über Berlin hinaus bekannt. Nun begibt sie sich mit dem Oldtimer „Hudo“ auf eine außergewöhnliche Reise um die Welt. In knapp tausend Tagen reist Heidi, die zu Beginn der Reise 77 Jahre alt ist, allein in einem klapprigen Gefährt einmal um die Erde, tourt durch China, Australien, Südafrika, und Amerika, bis sie schließlich nach gut zweieinhalb Jahren am 12. März 2017 wieder in Berlin ankommt. Das Buch „Ungebremst leben“ erzählt von einer Reise der ganz besonderen Art, von Heidis Liebe zu Autos und dem Fahren und von ihrem Leben.

Ich kannte Heidi Hetzer tatsächlich vor der Lektüre des Buches nicht, dachte aber, dass die Inhaltsangabe vielversprechend klang. Reiseberichte und Erzählungen aus anderen Ländern faszinieren mich und so dachte ich mir, eine alte Dame in einem Oldtimer auf Weltreise, warum auch nicht? „Ungebremst leben“ war eine Lektüre der etwas anderen Art. Ich hatte mir mehr kulturelle Einblicke hinter die Kulissen anderer Länder erhofft, was ich erhalten habe, war: Autos, Autos, Autos. Heidi Hetzer war Autoliebhaberin durch und durch, das merkt man beim Lesen des Buches sehr schnell. Sie beschreibt ausführlich die Werkstatt ihres Vaters, ihre Anfänge als Rallyefahrerin, ihre Erfolge und ihre Faszination zu Autos. Das waghalsige Unterfangen, mit einem Oldtimer durch die Welt zu fahren, funktioniert tatsächlich. Heidi Hetzer fährt 85 000 km in 960 Tagen und bereist unterwegs 46 Länder. Dabei schreibt sie selbst, dass sie im Nachhinein nicht von einer Weltreise sprechen würde, sondern eher von dem „internationalsten Werkstatttest“, der unternommen wurde. Vierunddreißig Mal musste Heidi während der Reise das Auto in die Werkstatt geben, um es reparieren zu lassen. Immer wieder blieb sie zwischendurch auf der Strecke stehen, musste den Wagen abschleppen lassen und sich Hilfe von fremden und befreundeten Menschen holen.

Die Geschichte ihrer Weltreise ist die Geschichte des Oldtimers Hudo. Man bekommt als Leser*in die ganzen Reparaturen, Abbschleppmanöver und die Zeit des Wartens mit, während an Hudo herumgewerkelt wird. Man bekommt leider eher wenig von Land und Leute mit, es sei denn, es handelt sich um andere Autoliebhaber oder Werkstattbesitzer, die wiederum eine Faszination zu Hudo entwickelt haben. Mich konnte dieses ständige „Stopp-and-go“ von Hudo und Heidi leider nicht komplett überzeugen. Ich fand es auch schade, dass sie ständig weiterfahren wollte, wenn sie gerade in einem neuen Land angekommen war. Es schien ihr nicht wirklich um die Länder an sich zu gehen, sondern um das Fahren und Gas geben. Erst rückblickend habe ich verstanden, dass sie in Berlin schon längst eine Ikone war und berüchtigt für ihren sturen Willen und ihre Autos. Hetzer war eine bemerkenswerte Person, die sicher viele Frauen inspiriert hat, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wer Fahrzeuge und Oldtimer liebt, wird in diesem Buch sicher auf seine Kosten kommen. Wer sich einen Reisebericht über verschiedene Länder und deren Kulturen erwartet, wird hier jedoch enttäuscht werden.

Dieser Reisebericht aus dem HEYNE-Verlag kann hier bestellt werden.

*Rezension* 1 Dose Tomaten – 33 Rezepte

1 Dose Tomaten - 33 Gerichte
 (4/5)

Das Kochbuch „1 Dose Tomaten – 33 Rezepte“ verspricht, was der Titel schon sagt: Mit einfachen Zutaten und einer Dose Tomaten leckere Gerichte zaubern. Das Buch kommt ohne Einleitung oder irgendwelchen Schnickschnack daher, auf die Inhaltsangabe, die eine Doppelseite einnimmt, folgt direkt das erste Rezept: die Gemüsecreme. Die insgesamt 33 Rezepte sind abwechslungsreich, von Häppchen wie Kanapees und Tomaten-Tacos über Tomatencurry bis hin zu ausgefallenen Speisen wie Aubergine im Teigmantel ist alles dabei. Fast alles. Einige Klassiker, an die ich sofort denke, wenn es um Tomatenspeisen geht, sind nicht vertreten, wie zum Beispiel Bolognesesoße für Spaghetti, aber vielleicht geht es gerade in diesem Buch darum, auch mal etwas Neues auszuprobieren.

Jede Speise wird auf einer Doppelseite präsentiert, wobei das Rezept an sich nur einen kleinen Teil einer Seite füllt. Besonders ansprechend finde ich die großen Fotos, die zu jedem Rezept vorhanden sind, man kann sich so auch unter den ungewöhnlicheren Kreationen direkt das Endergebnis vorstellen, was Lust aufs Nachkochen macht. 🙂 Bei jedem Rezept steht zudem dabei, wie viel Vorbereitungs- und Garzeit eingeplant werden sollte. Die meisten Rezepte kommen mit einer Vorbereitungszeit von unter 20 min aus, was vor allem für den schnellen Hunger nach Feierabend gut geeignet ist. Ich habe bisher schon mehrere Rezepte nachgekocht und kann die Zeitangaben bestätigen, sie sind sogar eher etwas großzügig gehalten.

Bei mehreren Rezepten ist Fleisch enthalten, diese lassen sich je nach Speise mehr oder weniger gut durch vegetarische Ersatzprodukte ersetzen. Wenn man kein Fleisch mag, kann man es aber sonst auch einfach weglassen. Nicht jedes Chili muss zwangsläufig „con carne“ sein.

Die Dosentomaten, die bei jedem Rezept eine der Hauptzutaten darstellen, lassen sich meist auch durch frische Tomaten ersetzen. Das ist zwar eine schöne Sache, relativiert aber andererseits das Konzept des Buches: Man ist eben nicht auf die Dosentomaten an sich angewiesen und schon gar nicht auf den Saft der Dosentomaten, die in vielen Rezepten nicht gebraucht werden. Zudem ist wichtig zu wissen, dass in mehreren Rezepten keine gehackten Tomaten, sondern ganze Kirschtomaten aus der Dose gemeint sind.

Gerade in der jetzigen Zeit hat wohl jede Person die ein oder andere Dose Tomaten für alle Fälle bei sich zuhause rumstehen, natürlich ohne zu viel davon zu horten. Wer ein bisschen Inspiration für Tomatenrezepte braucht, macht mit diesem Buch sicher nichts falsch.

Hier gibt es mehr Informationen zum Buch. 🙂

*Rezension* Das Buch der Zeit

Kathrin Köller: Das Buch der Zeit. Prestel junior Verlag (Hardcover)
 (5/5)

Die Autorin Kathrin Köller hat mit „Das Buch der Zeit“ ein außergewöhnliches Sachbuch für Kinder erschaffen. Auf 100 Seiten erklärt sie jungen Menschen das Phänomen unseres kostbarsten Gutes, der Zeit. Das Buch teilt sich in vier große Themenblöcke auf namens „Gedanken zur Zeit“, „Einmal durchs Jahr“, „Einmal durch den Tag“ und „Reisen durch die Zeit“. Zu Beginn des Buches definiert sie den Begriff und erzählt in mehreren kurzen Geschichten, wie die Menschen früher über die Zeit gedacht haben. In dem Buch werden verschiedene Arten der Zeitmessung erklärt, unterschiedliche Kalender besprochen und das Zeitbewusstsein bei Tieren und Pflanzen erforscht. Besonders spannend ist auch der letzte große Abschnitt des Buches, der sich, wie der Name des Themenabschnitts schon verrät, mit dem Thema Zeitreisen befasst.

Das Sachbuch ist großartig, um mit den Kindern zwischendurch mal drin zu schmökern und Neues dazuzulernen. Auch für Erwachsene ist das Buch superspannend. Ich wusste längst nicht alle Fakten, die in dem Buch genannt werden. Für ein Schulreferat zum Thema „Zeit“ hat das Buch bereits sehr gute Dienste geleistet. Die Aufmachung des Buches ist sehr liebevoll, die einzelnen Textpassagen sind eher kurz, sodass man die Informationen gut aufnehmen und verarbeiten kann. Die Texte an sich sind kurzweilig geschrieben und wenn man mal etwas nicht auf Anhieb verstanden haben sollte, kann man gut mit einem Erwachsenen über die Themen diskutieren. So habe ich mit meinem Kind zum Beispiel mir mehrere Male den Abschnitt über die Relativitätstheorie angeschaut, bis es bei ihr klick gemacht hat. Hierbei ist positiv hervorzuheben, dass das Buch mit vielen wunderschönen, liebevollen Illustrationen von Irmela Schautz bebildert ist, die das Verständnis erleichtern und den Spaß beim Schmökern verstärken.

„Das Buch der Zeit“ ist ein Sachbuch zu einem eher ungewöhnlichen Thema, das uns aber alle natürlich angeht. Super informativ und spannend, nicht nur für Kinder.

Hier bekommt ihr mehr Informationen zum Buch aus dem Prestel-Verlag.

*Rezension* Griechische Sagen für Kinder

Griechische Sagen für Kinder
 (5/5)

In dem Buch „Griechische Sagen für Kinder“ erzählt Elke Leger die Legenden und Heldengeschichten der alten Griechen neu. Das Buch enthält über 20 Geschichten aus dem alten Griechenland, darunter Klassiker wie zum Beispiel der Kampf um Troja oder der Höllenhund Kerberos, aber auch für junge Kinder weniger bekannte Geschichten wie „Pholemon und Baucis“ oder „Der schöne Narkissos“.

Wer Kinder zwischen 8 -14 Jahren hat, die sich für die griechische Mythologie interessieren, ist mit diesem Buch gut bedient. Elke Leger erzählt die Geschichten wunderbar kindgerecht und kurzweilig. Die Sprache ist für Kinder gut verständlich und die Länge der Geschichten ideal zum Vorlesen am Abend. Jede Geschichte ist nur wenige Seiten lang und mit wunderschönen Illustrationen von Anne Bernhardi versehen. Die Bilder sind detailreich und liebevoll gestaltet, sodass das Buch auch zum Anschauen richtig schön ist.

Besonders hervorzuheben ist das Namensverzeichnis hinten im Buch, wo schwierige griechische Namen von Personen und Dingen, die nicht unbedingt alltäglich sind (wie zum Beispiel das Wort „Lyra“) für Kinder erklärt werden.

Beim Durchblättern und Lesen des Buches merkt man deutlich, dass sich Menschen hier Gedanken gemacht haben, wie man die Welt der alten Griechen den Kindern am besten vermitteln kann.

Alles in allem ist „Griechische Sagen für Kinder“ ein super kurzweiliges Buch mit allen wichtigen griechischen Sagen. Eignet sich ideal zum Vorlesen, Selberlesen und Verschenken. Klare Empfehlung!

Hier könnt ihr euch das Buch aus dem Anaconda-Verlag bestellen.

*Rezension* Überleben unter 1,3 Milliarden Irren

Überleben unter 1,3 Milliarden Irren: Der alltägliche Wahnsinn in China:  Amazon.de: Aschen, Jan: Bücher
  (2/5)

Jan Aschen arbeitet in der Werbebranche und zieht beruflich nach Chinas Metropole Shanghai. Schnell wird deutlich, dass die Uhren in Shanghai schneller ticken als in den deutschen Großstädten. In seinem Buch „Überleben unter 1,3 Milliarden Irren“ beschreibt er, wie das Leben in einer der größten Städte Chinas ist: laut, bunt – und etwas verrückt.

Da ich selbst mehrere Jahre lang in China gearbeitet habe und auch viele Male Shanghai besucht habe (zuletzt 2019), war ich erfreut, ein Buch über eben diese Stadt zu lesen und in Erinnerungen zu schwelgen. Leider gelingt es Jan Aschen nur bedingt, ein realistisches Bild der Stadt zu zeichnen. Stattdessen bedient er viele Vorurteile über Chinesen, die so nicht unbedingt richtig sind, so redet er zum Beispiel immer wieder übers Hunde essen dort und impliziert so das falsche Bild, als wäre dies in China ein gängiges und verbreitetes Gericht. Aschen scheint zwiegespalten zu sein vom Reich der Mitte und zeigt dies deutlich: Einerseits betont er, wie glücklich er sich schätzen darf, in China zu leben und zu arbeiten und kritisiert die anderen Ausgewanderten, die sogenannten „Expats“, welche sich in den deutschen Communitys gemeinsam über das Leben in China echauffieren. Andererseits tut er eben dies in seinem Buch – sich immer und immer wieder über die gleichen Dinge aufregen. Im Buch wiederholt er mehrere Dinge, die ihm am chinesischen Alltag aufgefallen sind, so als wollte er sicherstellen, dass auf den letzten Seiten auch wirklich jeder Leser verstanden hat, dass das Überqueren einer Straße in Shanghai lebensgefährlich und die Stadt an sich überaus hässlich sei.

Die einzig guten Dinge, die er der Stadt/ dem Land abgewinnt: Aschen hebt positiv hervor, dass man in China überall rauchen darf, auch in ausgewiesenen Nichtraucherbereichen (er ist selbst Raucher, wie er schreibt), was ihm nicht gerade Sympathiepunkte einbringt. Zudem betont er, wie schön die Stadt zumindest bei Nacht aussieht, wenn überall die Lichter angegangen sind, wie günstig man Bier trinken und in Restaurants essen kann und wie superpraktisch es ist, dass man sich ein Dienstmädchen für ein paar wenige Euros im Monat anheuern kann. Soll das alles sein?

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass China so viel mehr bietet als günstige Hausangestellte und billige Besäufnisse. Schade ist, dass aber gerade diese beiden Punkte repetitiv hervorgehoben werden und sich Aschen immer wieder damit brüstet, seine Hausangestellte im Gegensatz zu den anderen ach so überheblichen Expats gut zu behandeln.

Das Buch lässt sich recht schnell lesen, hätte aber aufgrund der Wiederholungen auch ruhig halb so dick sein können. An wenigen Stellen sind ein paar lustige Elemente eingebaut, an mehreren Stellen ist zu erkennen, dass der Autor zumindest lustig sein wollte.

Leider kann ich dieses Buch nicht weiterempfehlen.

Hier könnt ihr euch das Buch aus dem Heyne-Verlag bestellen.

*Rezension* Poetry for Future

Samuel J. Kramer (Hg.): Poetry for Future - Satyr Verlag Shop | Shoptyr
 (5/5)

In dem Werk „Poetry for Future“ thematisieren Spoken-Word-Künstler*innen in 45 Texten die Klimakrise. Der Thematik nähern sie sich in fünf Kapiteln namens Wasser, Kinder, Enden, Gegensätze und Sprache. Jedes Kapitel enthält Gedichte und Poetry-Slam-Texte zum Thema, jeder Text steht und spricht für sich. Untermalt wird das Ganze durch QR-Codes, von denen sich 22 im Buch befinden und die den Leser direkt zu einer Audio- oder Videoaufnahme des entsprechenden Textes führen.

Die Anthologie ist macht keine gute Laune und ist nichts für zwischendurch. Man sollte sich Zeit nehmen, um die Gedichte in dem Buch zu verstehen und die Geschichten auf sich einwirken zu lassen. Jeder Künstler*in hat mit einer ganz persönlichen Note zur Anthologie und Botschaft beigetragen. Mit dabei sind bekannte Namen wie Lars Ruppel, der schon viele Poetry-Slam-Meisterschaften gewann und durch seine poetischen, sich reimenden Gedichte auszeichnet, Meral Ziegler, die seit über 10 Jahren die deutschsprachigen Poetry-Slam-Bühnen rockt und natürlich der Herausgeber Samuel Kramer. An dieser Stelle sei es erlaubt, eine kleine Hommage anzufügen, die nicht zu stark nach Fanpost oder Liebesbrief klingen soll, aber Samuel Kramer schreibt wirklich grandios. Seine Texte sind so anders, als die vieler Slam-Poeten. Nicht immer um den Witz bemüht, nicht immer laut und mit Ausrufezeichen, nicht immer schreibt er über die hippen, angesagten Themen wie zum Beispiel die Liebe, um die es doch in so vielen Slam-Texten geht. Und doch berühren seine Werke, eher leise und schleichend, und mitten ins Herz.

Es gibt fast nichts, was so subjektiv ist die Lyrik und natürlich gibt es auch in diesem Sammelband einige Texte, mit denen man eher weniger anfangen kann und andere, die man immer wieder gerne liest. Mein Lieblingstext (von Samuel Kramer) wird ganz am Ende des Buches angeführt. „Vögel“ heißt der Text. Er ist traurig und nachdenklich, und zugleich wunderschön geschrieben:

„Denn mit den Vögeln, die aus unseren Welten verschwinden/ gleich den Federn, die wir immer seltener finden/ gleich dem Dodo, der uns so schwer im Magen liegt/ gleich dem Phönix, der Asche des Adlers verblieb/ gehen mir die Vergleiche und Hoffnungen aus/ Ich tausche gern jede Lösung gegen meinen Applaus“. – Samuel Kramer

Ein wunderschönes, trauriges, zum Nachdenken anregendes Werk über die Klimakrise. Absolut lesenswert.

*Rezension* Ein OM für alle Fälle

Ein OM für alle Fälle: Einfach Meditieren in Bildern -: Amazon.de: BamBu,  Hoffmann, Gabriele: Bücher

 (5/5)

Das Buch „Ein OM für alle Fälle“ beschäftigt sich mit den Grundlagen der Meditation. Jede Übung wird auf vier Seiten beschrieben. Die erste Seite beinhaltet ein großes Bild der Metapher, die in der Meditationsübung behandelt wird. Auf der nächsten Seite wird der Begriff erläutert. Auf weiteren zwei Seiten geht es dann um die Übung an sich. Der Meditationsratgeber wird von BamBu herausgegeben. BamBu hat auch die gleichnamige Meditationsapp entwickelt, die ich wärmstens empfehlen kann. Es gibt eine Pro-Version zu kaufen, aber auch eine mehrtägige, kostenlose Meditationsanleitung, die super motivierend ist und viel Spaß macht. Nachdem ich die (kostenlose Version der) App für mich entdeckt hatte, wollte ich noch tiefer in die Welt der Meditation eintauchen und mit mehr Übungen arbeiten. Dafür eignet sich das Buch ideal.

Das Besondere an „Ein OM für alle Fälle“ ist, dass es ohne irgendwelchen Schnickschnack daherkommt, sprich: keine ausführliche Einleitung, woher das Meditieren kommt und warum es so gut für Geist und Seele ist, wie man es in anderen Meditationsbüchern zu Beginn immer liest. Dieses Buch fängt direkt an mit den Übungen. Die Erklärungen an sich sind erstaunlich simpel gehalten, man liest sich kurz ein und kann dann direkt loslegen.

Ich bin keine absolute Meditationsanfängerin, habe bereits mehrere Bücher zum Thema gelesen und verschiedene Apps/ Podcasts ausprobiert. An „Ein OM für alle Fälle“ gefällt mir besonders die einfach gehaltene und doch wunderschöne Aufmachung. Zurzeit meditiere ich jeden Morgen nach dem Aufstehen mindestens fünf Minuten lang. Diese Zeit eignet sich perfekt, um zwei bis drei der Übungen aus dem Buch zu machen. Ich lese immer die neuen Übungen, die ich mir für den Tag vornehme und setze sie dann direkt um. So erweitere ich mein Meditations-Repertoire Tag für Tag. 🙂

Angenehm finde ich auch, dass das Buch eigentlich gar keine Werbung für die App BamBu macht, sondern als eigenständiges Produkt betrachtet werden kann. Absolut empfehlenswert für alle, die gerne ein bisschen mehr „Werkzeug“ für eine gute Meditation erhalten möchten.

 

Hier könnt ihr euch das Buch aus dem Irisiana-Verlag bestellen.

*Rezension* The New Fast Diet

Michael Mosley: The New Fast Diet. Goldmann Verlag (Taschenbuch)

 (5/5)

Dr. Michael Mosley ist Arzt und hat das Prinzip des 5-zu-2-Fastens in Europa populär gemacht. In seinem neuen Werk „The New Fast Diet“ ergänzt und aktualisiert er die Erkenntnisse dieser Form des Intervallfastens, liefert medizinische Hintergründe zur Diät und zeigt am Ende des Buches Essenspläne und Rezeptideen für die Dauer des Fastens auf.

Das ursprüngliche Prinzip des Fastens ist denkbar einfach: An fünf Tagen in der Woche kann man sich gesund, aber normal ernähren, an zwei Tagen pro Woche wird gefastet. Das heißt, Männer sollten nicht mehr als 600 Kalorien zu sich nehmen, Frauen nicht mehr als 500. So weit, so gut. Was gibt es da noch zu verbessern? In „The New Fast Diet“ geht es um eine sanftere Form des Fastens, die auf Dauer durchführbar ist und nicht zu sehr nach Verzicht klingt. Pro Tag sind 800 Kalorien erlaubt. Das ist auch eigentlich schon die ganze Quintessenz. Zugegeben, diese Kernaussage klingt nicht nach der absoluten Idee des Jahrhunderts, aber Mosley schafft es in seinem Ratgeber anhand von zitierten wissenschaftlichen Studien und vor allem anhand von Erfahrungsberichten seiner Patienten den Leser zu einer gesünderen Lebensweise zu animieren. So erklärt er zum Beispiel, dass er allein durch das Fasten seinen Diabetes geheilt hat, was eine kleine Sensation ist, aber kein medizinisches Wunder. In der Medizin heißt es, dass frühe Formen des Diabetes durch Lifestyle-Schulungen und Ernährungsoptimierung verbessert oder gar geheilt werden kann, aber die wenigsten Menschen schaffen es, diese Option durchzuziehen, wenn man stattdessen auch einfach ein Medikament einnehmen kann. Als Arzt weiß Mosley um die Nachteile einer medikamentösen Therapie und heilt durch verminderte Nahrungsaufnahme seine Erkrankung.

Das Buch ist unglaublich motivierend für Menschen, die sich stärker mit dem Thema gesunde Ernährung und Intervallfasten auseinandersetzen wollen. Mosley lässt immer wieder Menschen zu Wort kommen, die seine Form des Fastens bereits erprobt haben und von ihren Erfolgserlebnissen berichten.

In der Praxis habe ich angefangen, das Intervallfasten auszuprobieren und bereits erste Erfolge verzeichnen können. Nichtsdestotrotz muss man aber an dieser Stelle dazu sagen, dass auch eine Nahrungsbeschränkung auf 800 kcal pro Tag zwar sicherlich für die meisten Menschen über einen bestimmten Zeitraum hinweg sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann, aber dennoch mit viel Selbstdisziplin verbunden ist. Ich finde es spannend, dass Mosley sagt, dass man gar nicht unbedingt eine Pause vom Fasten zwischen den Fastentagen einlegen muss. Das Mythos des reduzierten Stoffwechsels nach einer langen Fastenperiode scheint laut Mosley überholt zu sein.

Die Rezepte am Ende des Buches sind schön gestaltet, wobei ich selbst nur wenige davon 1 zu 1 nachgekocht habe. Schön finde ich aber die Essenspläne, damit man mal sieht, wieviel eigentlich 800 kcal sind und was man sich alles innerhalb dieses Rahmens gönnen kann und darf.

„The New Fast Diet“ hat mich als Ernährungsratgeber positiv überrascht. Das Buch ist super informativ und spannend geschrieben, die Tipps und Erfahrungsberichte motivieren zum Mitmachen und gesünder leben.

 

Danke an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar!