*Rezension* Poetry for Future

Samuel J. Kramer (Hg.): Poetry for Future - Satyr Verlag Shop | Shoptyr
 (5/5)

In dem Werk „Poetry for Future“ thematisieren Spoken-Word-Künstler*innen in 45 Texten die Klimakrise. Der Thematik nähern sie sich in fünf Kapiteln namens Wasser, Kinder, Enden, Gegensätze und Sprache. Jedes Kapitel enthält Gedichte und Poetry-Slam-Texte zum Thema, jeder Text steht und spricht für sich. Untermalt wird das Ganze durch QR-Codes, von denen sich 22 im Buch befinden und die den Leser direkt zu einer Audio- oder Videoaufnahme des entsprechenden Textes führen.

Die Anthologie ist macht keine gute Laune und ist nichts für zwischendurch. Man sollte sich Zeit nehmen, um die Gedichte in dem Buch zu verstehen und die Geschichten auf sich einwirken zu lassen. Jeder Künstler*in hat mit einer ganz persönlichen Note zur Anthologie und Botschaft beigetragen. Mit dabei sind bekannte Namen wie Lars Ruppel, der schon viele Poetry-Slam-Meisterschaften gewann und durch seine poetischen, sich reimenden Gedichte auszeichnet, Meral Ziegler, die seit über 10 Jahren die deutschsprachigen Poetry-Slam-Bühnen rockt und natürlich der Herausgeber Samuel Kramer. An dieser Stelle sei es erlaubt, eine kleine Hommage anzufügen, die nicht zu stark nach Fanpost oder Liebesbrief klingen soll, aber Samuel Kramer schreibt wirklich grandios. Seine Texte sind so anders, als die vieler Slam-Poeten. Nicht immer um den Witz bemüht, nicht immer laut und mit Ausrufezeichen, nicht immer schreibt er über die hippen, angesagten Themen wie zum Beispiel die Liebe, um die es doch in so vielen Slam-Texten geht. Und doch berühren seine Werke, eher leise und schleichend, und mitten ins Herz.

Es gibt fast nichts, was so subjektiv ist die Lyrik und natürlich gibt es auch in diesem Sammelband einige Texte, mit denen man eher weniger anfangen kann und andere, die man immer wieder gerne liest. Mein Lieblingstext (von Samuel Kramer) wird ganz am Ende des Buches angeführt. „Vögel“ heißt der Text. Er ist traurig und nachdenklich, und zugleich wunderschön geschrieben:

„Denn mit den Vögeln, die aus unseren Welten verschwinden/ gleich den Federn, die wir immer seltener finden/ gleich dem Dodo, der uns so schwer im Magen liegt/ gleich dem Phönix, der Asche des Adlers verblieb/ gehen mir die Vergleiche und Hoffnungen aus/ Ich tausche gern jede Lösung gegen meinen Applaus“. – Samuel Kramer

Ein wunderschönes, trauriges, zum Nachdenken anregendes Werk über die Klimakrise. Absolut lesenswert.

*Rezension* Ein OM für alle Fälle

Ein OM für alle Fälle: Einfach Meditieren in Bildern -: Amazon.de: BamBu,  Hoffmann, Gabriele: Bücher

 (5/5)

Das Buch „Ein OM für alle Fälle“ beschäftigt sich mit den Grundlagen der Meditation. Jede Übung wird auf vier Seiten beschrieben. Die erste Seite beinhaltet ein großes Bild der Metapher, die in der Meditationsübung behandelt wird. Auf der nächsten Seite wird der Begriff erläutert. Auf weiteren zwei Seiten geht es dann um die Übung an sich. Der Meditationsratgeber wird von BamBu herausgegeben. BamBu hat auch die gleichnamige Meditationsapp entwickelt, die ich wärmstens empfehlen kann. Es gibt eine Pro-Version zu kaufen, aber auch eine mehrtägige, kostenlose Meditationsanleitung, die super motivierend ist und viel Spaß macht. Nachdem ich die (kostenlose Version der) App für mich entdeckt hatte, wollte ich noch tiefer in die Welt der Meditation eintauchen und mit mehr Übungen arbeiten. Dafür eignet sich das Buch ideal.

Das Besondere an „Ein OM für alle Fälle“ ist, dass es ohne irgendwelchen Schnickschnack daherkommt, sprich: keine ausführliche Einleitung, woher das Meditieren kommt und warum es so gut für Geist und Seele ist, wie man es in anderen Meditationsbüchern zu Beginn immer liest. Dieses Buch fängt direkt an mit den Übungen. Die Erklärungen an sich sind erstaunlich simpel gehalten, man liest sich kurz ein und kann dann direkt loslegen.

Ich bin keine absolute Meditationsanfängerin, habe bereits mehrere Bücher zum Thema gelesen und verschiedene Apps/ Podcasts ausprobiert. An „Ein OM für alle Fälle“ gefällt mir besonders die einfach gehaltene und doch wunderschöne Aufmachung. Zurzeit meditiere ich jeden Morgen nach dem Aufstehen mindestens fünf Minuten lang. Diese Zeit eignet sich perfekt, um zwei bis drei der Übungen aus dem Buch zu machen. Ich lese immer die neuen Übungen, die ich mir für den Tag vornehme und setze sie dann direkt um. So erweitere ich mein Meditations-Repertoire Tag für Tag. 🙂

Angenehm finde ich auch, dass das Buch eigentlich gar keine Werbung für die App BamBu macht, sondern als eigenständiges Produkt betrachtet werden kann. Absolut empfehlenswert für alle, die gerne ein bisschen mehr „Werkzeug“ für eine gute Meditation erhalten möchten.

 

Hier könnt ihr euch das Buch aus dem Irisiana-Verlag bestellen.

*Rezension* The New Fast Diet

Michael Mosley: The New Fast Diet. Goldmann Verlag (Taschenbuch)

 (5/5)

Dr. Michael Mosley ist Arzt und hat das Prinzip des 5-zu-2-Fastens in Europa populär gemacht. In seinem neuen Werk „The New Fast Diet“ ergänzt und aktualisiert er die Erkenntnisse dieser Form des Intervallfastens, liefert medizinische Hintergründe zur Diät und zeigt am Ende des Buches Essenspläne und Rezeptideen für die Dauer des Fastens auf.

Das ursprüngliche Prinzip des Fastens ist denkbar einfach: An fünf Tagen in der Woche kann man sich gesund, aber normal ernähren, an zwei Tagen pro Woche wird gefastet. Das heißt, Männer sollten nicht mehr als 600 Kalorien zu sich nehmen, Frauen nicht mehr als 500. So weit, so gut. Was gibt es da noch zu verbessern? In „The New Fast Diet“ geht es um eine sanftere Form des Fastens, die auf Dauer durchführbar ist und nicht zu sehr nach Verzicht klingt. Pro Tag sind 800 Kalorien erlaubt. Das ist auch eigentlich schon die ganze Quintessenz. Zugegeben, diese Kernaussage klingt nicht nach der absoluten Idee des Jahrhunderts, aber Mosley schafft es in seinem Ratgeber anhand von zitierten wissenschaftlichen Studien und vor allem anhand von Erfahrungsberichten seiner Patienten den Leser zu einer gesünderen Lebensweise zu animieren. So erklärt er zum Beispiel, dass er allein durch das Fasten seinen Diabetes geheilt hat, was eine kleine Sensation ist, aber kein medizinisches Wunder. In der Medizin heißt es, dass frühe Formen des Diabetes durch Lifestyle-Schulungen und Ernährungsoptimierung verbessert oder gar geheilt werden kann, aber die wenigsten Menschen schaffen es, diese Option durchzuziehen, wenn man stattdessen auch einfach ein Medikament einnehmen kann. Als Arzt weiß Mosley um die Nachteile einer medikamentösen Therapie und heilt durch verminderte Nahrungsaufnahme seine Erkrankung.

Das Buch ist unglaublich motivierend für Menschen, die sich stärker mit dem Thema gesunde Ernährung und Intervallfasten auseinandersetzen wollen. Mosley lässt immer wieder Menschen zu Wort kommen, die seine Form des Fastens bereits erprobt haben und von ihren Erfolgserlebnissen berichten.

In der Praxis habe ich angefangen, das Intervallfasten auszuprobieren und bereits erste Erfolge verzeichnen können. Nichtsdestotrotz muss man aber an dieser Stelle dazu sagen, dass auch eine Nahrungsbeschränkung auf 800 kcal pro Tag zwar sicherlich für die meisten Menschen über einen bestimmten Zeitraum hinweg sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann, aber dennoch mit viel Selbstdisziplin verbunden ist. Ich finde es spannend, dass Mosley sagt, dass man gar nicht unbedingt eine Pause vom Fasten zwischen den Fastentagen einlegen muss. Das Mythos des reduzierten Stoffwechsels nach einer langen Fastenperiode scheint laut Mosley überholt zu sein.

Die Rezepte am Ende des Buches sind schön gestaltet, wobei ich selbst nur wenige davon 1 zu 1 nachgekocht habe. Schön finde ich aber die Essenspläne, damit man mal sieht, wieviel eigentlich 800 kcal sind und was man sich alles innerhalb dieses Rahmens gönnen kann und darf.

„The New Fast Diet“ hat mich als Ernährungsratgeber positiv überrascht. Das Buch ist super informativ und spannend geschrieben, die Tipps und Erfahrungsberichte motivieren zum Mitmachen und gesünder leben.

 

Danke an den Goldmann-Verlag für das Rezensionsexemplar!

*Die Notaufnahmeschwester*

Die Notaufnahmeschwester

  (2/5)

In der Autobiografie „Die Notaufnahmeschwester“ erzählt Ingeborg Wollschläger aus einer langjährigen Berufserfahrung als Krankenschwester in der Notaufnahme. Sie berichtet von Patienten, die alles andere als ein Notfall sind und von Kolleginnen und Kollegen, mit denen sie zusammenarbeiten muss. Als Leser*in wird man mitgenommen hinter die Kulissen der Notaufnahme und erlebt anhand der Beschreibungen und Erzählungen „hautnah“, wie der Alltag im Emergency Room wirklich abläuft.

Ich arbeite selbst im klinisch-medizinischen Bereich und habe auch schon mehrere Notaufnahmen von innen gesehen. Von diesem Buch habe ich mir humorvolle Anekdoten aus dem Klinikalltag erhofft, wie der Buchrücken so schön verspricht. Leider wurde ich enttäuscht.

Eine Sache vorweg: Ich weiß nicht, ob es nur mir so geht oder ob ich vielleicht einen Fehldruck erhalten habe. Aber irgendwie ist die Schrift merkwürdig gedruckt. Die Buchstaben stehen so eng aneinander, dass ich das Gefühl habe, hier hat jemand schlicht die Leerzeichen weggelassen. An einigen Stellen (vor allem weiter hinten in der Geschichte) wird das etwas besser, aber die ersten hundert, hundertfünfzig Seiten lesen sich allein aus diesem Grund schon ziemlich anstrengend. So etwas habe ich noch nie zuvor gesehen.

Ingeborg Wollschläger mag eine kompetente Krankenpflegerin sein – leider wirkt sie in dem Buch alles andere als sympathisch. Auf mich wirkt die ganze Geschichte eher wie eine Abrechnung mit Kollegen, Ärzten und Patienten. Die Autorin schreibt verbittert und leicht überheblich von dem bunten Treiben in der Notaufnahme, beschreibt Fälle, in denen sich die Patienten danebenbenehmen und ihre Notaufnahme vollstopfen, obwohl diese gar keine echten Notfälle sind. Sie typisiert die Menschen in Schlagworte und beschreibt stereotypische Verhaltensweisen dieser Patientengruppen, wobei man sich als Leser*in fragt, ob das jetzt wirklich so wahr ist, was sie schreibt, oder ob sie hier viel verdichtet und übertrieben darstellt. Zudem teilt sie ihre Arbeitskolleginnen und -kollegen in Schlagworte ein und beschreibt auch diese. In ihrem Buch rechnet sie vor allem mit den Ärzten ab, mit denen sie anscheinend in ihrem Berufsleben nicht gut klargekommen ist.

Für mich haben die Geschichten nicht viel mit Humor zu tun. Der Schreibstil ist wenig literarisch und klingt mehr nach einem Protokoll an einzelnen Geschehnissen. Die Geschichten klingen überheblich, fast schon arrogant. Wollschläger beklagt sich viel über Patienten, Kollegen, Ärzte, Praktikanten und stellt sich selbst als allwissende Krankenschwester dar, die ihr geballtes Wissen nicht mit den Praktikanten teilt, wenn diese sich zu blöd anstellen. In den wenigen Anekdoten, in denen sie sich nicht beklagt, geht es meist um Heldentaten ihrerseits, wie zum Beispiel in der Geschichte mit dem obdachlosen Mann, den sie eine Nacht in der Notaufnahme hat übernachten lassen.

Leider wurde ich mit dem Schreibstil der Autorin überhaupt nicht warm. Schade, das Buch hätte großes Potenzial gehabt. So aber bleibt nur hängen, dass „Die Notaufnahmeschwester“ detailreich und wenig sympathisch vom Klinikalltag erzählt.

 

Vielen herzlichen Dank an den Penguin-Verlag für das Rezensionsexemplar. Hier gibt es mehr Infos zum Buch.

*Rezension* Essen ändert alles

Essen ändert alles: Das Rezept für ein gesundes, nachhaltiges Leben eBook:  Stromberg, Holger: Amazon.de: Kindle-Shop

 (2/5)

Holger Stromberg hat schon für die deutsche Fußballnationalmannschaft gekocht, sich im preisgekrönten Restaurant einen Michelin-Stern erarbeitet und in Fernsehsendungen und Kochshows sein Können gezeigt. Nun führt er mit seinem Buch „Essen ändert alles“ den Leser ein in die Welt des nachhaltigen Kochens und erklärt ausführlich wie Essen sein muss, um gesund zu bleiben und den Planeten Erde nebenbei zu retten.

Eins vorweg: „Essen ändert alles“ ist nicht primär ein Kochbuch. Zwar sind am Ende des Buches 35 Rezepte aufgelistet, der Hauptteil beschäftigt sich jedoch mit einer nachhaltigeren Lebens- und Ernährungsweise. Stromberg versucht dem Leser die Wichtigkeit der Nachhaltigkeit näherzubringen, dies ist ihm begingt gelungen. Im ersten Teil des Buches befasst sich der Autor mit verschiedenen Lebensmittelgruppen, erklärt die Wichtigkeit der einzelnen Vitamine, geht auf Kohlenhydrate, Eiweiße und den Unterschied zwischen tierischen und pflanzlichen Stoffen ein. An einigen Stellen kommen Listen mit ein paar zusammengewürfelten Fakten zu einzelnen Lebensmitteln vor, die wenig aufschlussreich sind und eher lieblos zusammenrecherchiert wirken, für den Einzelnen aber vielleicht doch ganz interessant zum Nachschlagen sind (wie zum Beispiel der genaue Eiweißgehalt diverser Hülsenfrüchte oder der Wassergehalt von Gemüsesorten), an anderer Stelle spricht Stromberg Dinge an, die nun wirklich jedem bekannt sein dürften nach dem Motto „Achte auf dein Immunsystem, iss viel Gemüse und trinke genug“.

In dem Kapitel „Mineralstoffe und Spurenelemente“ leistet er sich einen groben Schnitzer. Hier scheint er entweder Fluorid (was in physiologischen Mengen absolut wichtig für den Knochen- und Zahnaufbau ist) mit Fluor zu verwechseln oder sich schlichtweg nicht mit den chemischen Grenzwerten des Fluorids beschäftigt zu haben. Stromberg empfiehlt, wie er selbst fluoridfreie Zahnpasta zu verwenden. Wer an der Uni Grundlagenvorlesungen der Chemie besucht hat (oder im Chemieunterricht in der Schule aufgepasst hat), weiß aber genau, wie wichtig Fluorid für den Erhalt des Zahnschmelzes ist. In den Mengen, in denen das Salz in der Zahnpasta steckt, ist es zudem überhaupt nicht gefährlich für den Körper, im Gegenteil.

Im Abschnitt Meal Prep, dem hippen Wort für „Vorkochen und Zutaten vorbereiten“, erklärt Stromberg seine Tipps, wie man das Kochen unter der Woche verkürzen kann. Leider wird der groß angekündigte Abschnitt auf zwei Seiten wenig praxistauglich erklärt, so empfiehlt Stromberg zum Beispiel für das Aufbewahren von vorgeschnittenem Gemüse ein Vakuumisierungsgerät. Alles klar.

Schade finde ich auch, dass das Buch durchweg im Imperativ gehalten ist. Iss weniger Fleisch. Ernähre dich pflanzenbasiert. Verwende fluoridfreie Zahnpasta. Viel erhobener Zeigefinger, was da unterschwellig mitschwingt.

Alles in allem ist „Essen ändert alles“ ein Buch mit interessanten Ansätzen zum Thema nachhaltiger Ernährung, leider ist die Umsetzung und Gestaltung des Buches eher schwach.

 

Danke an den südwest-Verlag für das Rezensionsexemplar. Hier gibt es mehr Infos zum Buch.

*Rezension* Teach ‚Em All

Teach Em All Buch von Caro Blofeld versandkostenfrei bei Weltbild.de

 (4/5)

Caro Blofeld ist Metal-Fan, unschwer zu erkennen an ihrem Äußeren. Zudem ist sie Lehrerin an einer Berufsschule, was auf dem ersten Blick etwas außergewöhnlich erscheint. In ihrem Buch „Teach ´Em All“ räumt sie mit Vorurteilen gegenüber klassischen Lehrerklischees auf, erschafft zugegebenermaßen zeitgleich ein paar neue Vorurteile, erzählt aus ihrem Schulalltag und berichtet von urkomischen, lustigen, spannenden und traurigen Geschichten. Immer dabei: ihr schonungslos ehrlicher Schreibstil und eine große Portion Humor und Ironie.

Eine Sache vorweg: Man sollte nicht alles ernst nehmen, was Blofeld schreibt. Einige Dinge erscheinen verdichtet und übertrieben, aber so scheint sie halt zu sein, so ist ihr Schreibstil und das zeichnet sie aus. Die Autorin schreibt ehrlich und direkt, nimmt kein Blatt vor den Mund und scheut sich auch nicht dafür, die Schattenseiten des Schulsystems (und des Lehrerkollegiums) offen anzusprechen bzw. aufzuschreiben. In der Wortwahl spiegelt sich die Persönlichkeit der Autorin wider. Die vielen Kraftausdrücke und die direkte Art sind zu Beginn der Lektüre gewöhnungsbedürftig, aber man merkt richtig, dass sie mit viel Herzblut bei der Sache war und sich von anderen Menschen nicht in ihre Texte hat reinreden lassen.

Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz gehalten, was das Lesen angenehm macht. Sie bauen auch nicht aufeinander auf, sondern sind eher eine Ansammlung loser Kurzgeschichten. Man muss sie also nicht unbedingt von vorne bis hinten durchlesen, so schreibt auch die Autorin selbst, dass es keine feste Reihenfolge gebe. Die einzelnen Geschichten sind interessant und kurzweilig. Es ist schön, einen Einblick hinter die Kulissen des Schulsystems zu erhalten und die Sicht einer außergewöhnlichen Lehrerin zu erfahren.

Alles in allem ist „Teach ´Em All“ ein spannendes Buch über eine super interessante Lehrerin.

 

Hier gibt es mehr Infos zu dem Buch aus dem Edel-Books-Verlag.

*Rezension* Das große Buch der Block- und Bleistiftspiele

Das große Buch der Block- und Bleistiftspiele

 (5/5)

Der Autor Matthias Mala versammelt in seinem Werk „Das große Buch der Block- und Bleistiftspiele“ insgesamt 139 Spielideen, für die man nur ein Blatt Papier und einen Stift benötigt. Man kann die meisten Spiele zu zweit oder mit mehreren Personen spielen, einige Spiele eignen sich auch als Einzelbeschäftigung, wobei der Spaßfaktor in der Runde natürlich größer ist.

Das Buch ist das perfekte Beispiel dafür, dass man eben nicht immer die neueste Spielkonsole oder teure und aufwendige Brettspiele braucht, um viel Spaß zu haben. Gerade zurzeit herrscht vor allem bei Kindern oft Langeweile, weil sie pandemiebedingt sich weniger mit Freunden treffen und viele Freizeitaktivitäten wegfallen. Ich habe ein zusammen mit mehreren elfjährigen Kindern schon über zehn Spiele aus dem Buch ausprobiert und wir sind begeistert. Es ist schön zu sehen, dass man so wenig braucht, um die Kreativität anzuregen und gemeinsam Spaß zu haben. Besonders gut gefällt uns „Blindenhund“, ein Spiel für zwei Personen, bei dem eine Person den „blinden“ Mitspieler mit gesprochenen Anweisungen durch ein gezeichnetes Labyrinth führen soll. „Eselsohren“ ist ebenfalls ein schönes Spiel, bei dem man eine Art „Schiffe versenken“ auf ein Quadrat mit neun Feldern spielt. Das besondere an dem Buch ist, dass der Autor sich die meisten Spiele selbst ausgedacht hat. Beeindruckend, denn sie wirken so simpel – und sind gerade deswegen so spannend.

Fazit: Die Kinder sind begeistert und können sich auch gut ohne mich mehrere Stunden mit den Spielen aus dem Buch beschäftigen. Ein sehr inspirierendes und schönes Buch mit vielen Spielideen!

Hier könnt ihr euch das Buch aus dem anaconda-Verlag bestellen.

*Rezension* I’m a Nurse

I'm a Nurse

 (4/5)

Franziska Böhler ist Krankenschwester auf einer Intensivstation. In ihrem Buch „I’m a nurse“, das in Zusammenarbeit mit der Ghostwriterin Jarka Kubsova entstanden ist, schildert sie ihre Erlebnisse aus dem Krankenhausalltag und appelliert an uns alle, Gesundheit ernst zu nehmen und die Berufe des Gesundheitssystems stärker wertzuschätzen. Das Buch umfasst Geschichten aus verschiedenen Bereichen des Klinikalltags – angefangen bei der Geburtshilfe, erläutert Böhler Missstände im Kreißsaal und bei der Versorgung schwangerer Frauen. Böhler zeigt Schwierigkeiten im Umgang mit Kindern auf, beschreibt die aktuelle Situation in den Krankenhäusern auf Intensiv- und Normalstationen und erläutert die Wichtigkeit der Medizin am Lebensende. Sie gibt uns einen persönlichen Einblick in ihre Arbeitswelt, in ihren Alltag, den die meisten Menschen nur aus Krankenhausserien kennen, zeigt Missstände und Problematiken des deutschen Gesundheitswesens auf und appelliert an die Politik, an die Krankenhäuser, an das Klinikpersonal und an uns alle, etwas zu ändern.

Böhler kennen viele auf Instagram unter dem Namen @thefabulousfranzi. Schön länger folge ich sie dort, ihre Gedanken und Geschichten zum Klinikalltag berühren mich. Nun hat sie mit Jarka Kubsova ein Buch geschrieben – ein Buch, das ich interessiert aufgeschlagen, zwischendurch wegen schwer verdaulicher Passagen weglegt, und doch in wenigen Tagen durchgelesen habe. Ja, Böhler beschreibt die Missstände des deutschen Gesundheitssystems deutlich. Sie zeigt auf, was alles nicht läuft – warum heutzutage bei Geburten immer mehr Interventionen angeordnet werden, was an Palliativmedizin bedeutend ist und wie es sein kann, dass Unternehmen Unterstützungen vom Staat in Milliardenhöhe erhalten, während bei Pflegekräften ein monatelang umkämpfter Bonus kleinlichst ausgerechnet wird. Ich arbeite selbst im medizinischen Bereich in einer großen Klinik, habe aus diversen Praktika während des Studiums in verschiedene Krankenhäuser Einblicke bekommen und kann nur sagen, ja, die Umstände, die Böhler schildert, sind vorhanden. Sie beschönigt nichts, sie dramatisiert nichts, sie zeigt nur die Realität auf, eine Realität, die erschreckend für den Leser ist, die der Leser aber insgeheim doch schon längst kannte. Spätestens seit der Corona-Pandemie sollte Pflegemangel jedem Menschen ein Begriff sein, dieses Buch ist ein Aufruf, mehr noch, er ist ein Schrei, ein Appell an uns alle, für gerechtere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen zu kämpfen und den Pflegeberuf stärker wertzuschätzen.

Böhler und Kubsova schaffen es, die Texte gleichzeitig sanft und leise zu schreiben und zugleich eine starke Botschaft mit Ausrufezeichen zu transportieren, ohne dabei zu aggressiv zu wirken. Zwischendurch kommen immer wieder Böhlers Follower zu Wort, die in kurzen Geschichten von ihren eigenen Erfahrungen und Berührungspunkten mit dem Gesundheitswesen berichten, was das Buch enorm bereichert.

Das Buch heißt „I’m a nurse – Warum ich meinen Beruf als Krankenschwester liebe – trotz allem“. Und ja, es geht sehr viel um dieses „trotz allem“, um all das Schlechte, das Negative am Gesundheitssystem. Und ja, die Probleme sind zweifellos da, dürfen und sollen nicht verharmlost werden und haben ihre Daseinsberechtigung. Und doch hätte ich mir gewünscht, dass Böhler nicht nur die negativen Seiten aufzeigt, nicht nur beschreibt, was alles schiefläuft, so dass man Angst bekommt, selbst einmal ein Kind zu gebären, selbst einmal krank zu werden, selbst einmal eine Klinik aufsuchen zu müssen. Das Bild des Gesundheitssystems wäre runder geworden, wenn Böhler auch die guten Seiten erwähnt hätte, denn die gibt es durchaus auch, ich spreche aus eigener Erfahrung durch meine Arbeit in der Klinik.

„I’m a nurse“ ist ein interessantes und wichtiges Buch über die Arbeit in Gesundheitsberufen. Ein Buch, das uns alle angeht. Super lesenswert!

 

Hier könnt ihr euch das Buch aus dem Heyne-Verlag bestellen.

*Rezension* Der Ernährungskompass – Das Kochbuch

Der Ernaehrungskompass - Das Kochbuch

 (4/5)

Bas Kast hat mit seinem Buch „Der Ernährungskompass“ ein umfassendes Standardwerk zum Thema Ernährung geschaffen. Nun zeigt er mit seinem Kochbuch, wie gesunde Ernährung funktionieren kann und gibt mit 111 Rezepten Inspiration, eine gesunde und ausgewogene Essens- und Lebensweise zu verfolgen. Zu Beginn des Kochbuchs werden die wichtigsten Erkenntnisse und Quintessenzen vom „Ernährungskompass“ zusammengefasst erläutert. Die Rezepte an sich gliedern sich in „Morgens“, „Mittags“ und „Abends“.

Das Kochbuch zeichnet sich durch seine Einfachheit aus. Die Rezepte sind für Berufstätige und Menschen mit wenig Zeit zum Kochen gut geeignet, es geht nicht darum, sich in der Küche zu verkünsteln, sondern mit möglichst wenig Aufwand ein gesundes und ausgewogenes Essen zu kreieren. So liefert Kast unter anderem verschiedene Fischrezepte (wer den Ernährungskompass gelesen hat, weiß, dass er ein großer Fischfan ist) und beschreibt leckere Appetithäppchen wie Blaubeersorbet, die alle super schnell zubereitet sind. Besonders lecker finde ich sein Rezept für das Schokoladeneis (ja, auch so etwas gehört zur ausgewogenen Ernährung 😉), das an sich einfach eine Variante des Nice Creams auf Bananenbasis darstellt. Überwiegend finde ich es schön, dass die Rezepte so leicht nachzumachen sind, an einigen Stellen war ich jedoch ein wenig überrascht, dass Kast bestimmte Speisen als eigenständiges Rezept angibt. So ist sein Rezept für Spiegelei mit Avocado auf getoastetem Vollkornbrot letztlich genau das. Man nehme ein Spiegelei mit Avocado, lege diese auf ein getoastetes Vollkornbrot und voila, fertig. Brauche ich für so etwas ein Rezept? Vermutlich nicht. Liefert das Rezept Inspiration für ein gesundes Frühstück? Wahrscheinlich schon. Ähnlich verhält es sich mit den verschiedenen Müslivariationen.

Besonders interessant finde ich die Tomatensuppe mit Fisch und Kichererbsen, ein wie ich finde äußerst extravagantes Rezept mit einer ungewöhnlichen Kombination an Zutaten. Habe mich erst nicht an diese Kombi getraut, sie dann letztlich doch ausprobiert und was soll ich sagen – ist echt ganz lecker. 🙂

Das Kochbuch macht einen hochwertigen Eindruck und ist durchgehend bebildert. Schade ist nur, dass nicht alle Rezepte ein passendes Rezeptbild vorweisen. So sind lediglich zwei Birnen neben dem Rezept für Selleriesuppe mir Birne und Gorgonzola zu sehen. Hier hätte ich mir gewünscht, dass das Kochbuch wirklich die Speisen abbildet, die erläutert werden, damit man sich einen besseren Eindruck von den Gerichten machen kann.

Alles in allem ist das Kochbuch eine schöne Ergänzung zum Ernährungskompass. Es liefert 111 gesunde Rezepte und noch viel mehr Inspiration für weitere Kreationen für eine gesunde Küche.

 

Hier könnt ihr euch das Buch aus dem C.Bertelsmann-Verlag bestellen.