*Rezension* F.A.C.E. the challenge

F.A.C.E. the Challenge von Wladimir Klitschko - Buch | Thalia
 (2/5)

Wladimir Klitschko ist ehemaliger Boxchampion und Unternehmer. In seinem Buch „F.A.C.E. – The Challenge“ beschreibt er ausführlich seinen Weg zum Erfolg und gibt den Leser*innen eine Anleitung mit, wie sie ihre Ziele erreichen und ihre Willenskraft schärfen können.

Ich habe schon viele Bücher zur persönlichen Weiterentwicklung gelesen, die Motivation und Erfolg versprechen und eine Anleitung für ein besseres, zielstrebigeres und produktiveres Ich mitgeben. Von „F.A.C.E.“ bin ich leider nicht überzeugt. Ich habe mir mehr von dem Buch versprochen, das aus meiner Sicht viele Floskeln enthält und mir keinen wirklichen Mehrwert bieten konnte.

Das Buch ist in vier große Kapitel aufgeteilt. Jedes der Buchstaben in „F.A.C.E.“ steht für eine Eigenschaft, die man sich aneignen sollte, wenn man Erfolg haben möchte. Focus, Agility, Coordination und Endurance – Konzentration, Beweglichkeit, Koordination und Ausdauer. Das sind die vier Säulen, die auf lange Sicht zum Erfolg führen. Leider ist das Buch voll mit Floskeln und leeren Sätzen, die wir so alle schon mal gehört haben. Glaub an dich, arbeite hart, nehme Rückschläge hin und kämpfe immer weiter. Viel mehr steckt nicht drin in den knapp 200 Seiten. Das „F.A.C.E.“-Konzept mag zwar durchdacht sein, aber von dem Buch profitiert man nicht, da kenne ich viele viele andere Bücher zum gleichen Thema, die sehr viel besser geschrieben sind. Besonders enttäuscht hat mich die Tatsache, dass zu jedem der Kapitel vier Beispielpersonas erfunden wurden, deren Lebensgeschichten so in den Rahmen der Kapitel gequetscht wurden, dass ihre aktuelle Situation perfekt daran angepasst sind und man aus deren Lage etwas lernen soll. Schade, dass man hier mit erfundenen Personen agiert, anstatt sich die Mühe zu machen und echte Beispiele für die „F.A.C.E.“-Methode heranzuziehen. Klitschko und die Co-Autorin Tatjana Kiel betonen immer wieder, wie toll es ist, dass sie anderen Menschen in verschiedenen Seminaren und „F.A.C.E.“-Camps zu mehr Zielstrebigkeit verhelfen. Warum lässt man diese Menschen in dem Buch nicht zu Wort kommen, die doch scheinbar durch seine Methode so viel gelernt haben? Warum greift man hier aus leere Beispielhülsen zurück?

Auf mich wirkt das Buch unauthentisch und wenig bereichernd. Man kann das Buch schnell durchlesen, aber viel neuen Input hat es nicht zu bieten.

Hier gibt es weitere Infos zum Buch aus dem Ariston-Verlag.

*Rezension* Der große Digital-Check

 (5/5)

Checker Tobi kennen viele Kinder aus seiner Wissenssendung, in der er kurzweilig verschiedene Themen kindgerecht erklärt. In dem Buch „Der große Digital-Check“ führt er neugierige Kinder in die Welt des Internets ein. Auf 100 Seiten erklärt er, was eine E-Mail ist, wie Fotografie funktioniert und wie Suchmaschinen arbeiten. Wir erfahren Nützliches zum Thema Social Media und lernen den Umgang mit Fake News kennen. Zudem werden abstraktere Themen wie künstliche Intelligenz erläutert.

Das Buch ist in vielen Fragen gegliedert, die auf einer oder zwei Doppelseiten beantwortet werden. Was ist das Recht am eigenen Bild? Was machen Influencer? Wieso können Autos selbstständig fahren? Das sind nur einige der Fragen, denen Checker Tobi auf den Grund geht. Kinder sind von Natur aus neugierig, in diesem Buch wird die Neugierde gestillt. Besonders schön finde ich die vielen Fotos und Illustrationen. Tobi erklärt in einfacher Sprache die Welt auf eine lockere Weise, sodass Kinder viel lernen und auch Erwachsene den einen oder anderen Aha-Effekt erleben.

Das Buch lehrt Kindern den richtigen Umgang mit digitalen Netzwerken, es erzählt von den Möglichkeiten, aber auch von den Gefahren des Internets. Gerade jetzt in Zeiten des Homeschoolings ist „Der große Digital-Check“ eine unterhaltssame und lehrreiche Gebrauchsanleitung für den virtuellen Alltag der Kids. Hier finden sie Antworten auf viele Fragen, die die Eltern in der Präzision vielleicht nicht beantworten können.

Mehrere Bekannte von mir, die im sozialpädagogischen Bereich arbeiten, haben sich die Lektüre bereits von mir ausgeliehen, um damit ihren Unterricht vorzubereiten.

Meine jüngeren Geschwister sind alle begeistert von dem Buch und erklären mir mit den neu gelernten Fakten die digitale Welt.

„Der große Digital-Check“ ist ein spannendes Sachbuch für Kinder, das unterhaltsam über das Internet aufklärt.

Hier gibt es weitere Infos zum Buch aus dem cbj-Verlag.

*Rezension* Vatermilch

Vatermilch von Max & Jakob - Buch | Thalia
(2/5)

Max und Jakob sind Moderatoren zweier erfolgreicher Podcasts. Eines davon heißt „Beste Vaterfreuden“, in diesem erzählen sie sich gegenseitig gnadenlos ehrlich von den Höhen und Tiefen des Vaterwerdens und -seins. Nun haben sie ein Buch über ihre Vaterschaft geschrieben, und wie sie selbst in ihrem Podcast sagen, ist „Vatermilch“ der ehrlichste Blick auf das Familienleben.

Das Buch ist in mehrere Kapitel aufgeteilt und thematisiert alles rund um Schwangerschaft, Geburt und Vatersein aus der Sicht des Mannes. Angefangen vom positiven Schwangerschaftstest über gemeinsam besuchte Geburtsvorbereitungskurse bis hin zu den ersten Babydiensten in der Nacht erzählen Max und Jakob alles, was ihnen auf der Seele liegt. Ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.

Ich habe bereits mehrere Folgen von „Beste Vaterfreuden“ gehört, ein Podcast, den ich stellenweise ganz interessant finde, und habe mir erhofft, in diesem Buch neuen Input zu erhalten. Leider hatte ich mehrfach das Gefühl, als wäre das Buch einfach eine transkribierte und zusammengeschnipselte Aneinanderreihung der Inhalte, die eben so schon mal im Podcast erzählt wurden. Das Buch ist in wörtlicher Rede geschrieben, es ähnelt einer Dialogform, in der mal Max und mal Jakob zu Wort kommt. Die über 200 Seiten lassen sich schnell durchlesen, vielleicht weil so viele Absätze zwischen den einzelnen Aussagen sind, vielleicht aber auch einfach, weil das Buch nicht viel Inhalt enthält.

Mit den Statements der beiden Jungs muss man nicht immer einer Meinung sein. Sie können ziemlich flapsig (freundlich ausgedrückt) sich über das Wunder der Geburt äußern und haben nicht selten extrem kindische Standpunkte, die ich so nicht nachvollziehen kann.

Nach einigen Kapiteln erhält man 11-Punkte-Listen mit Tipps rund um Schwangerschaft, Geburt und dem Vatersein. Diese Listen sind ganz nett gemacht, teilweise aber auch etwas plump und nicht ganz ernst gemeint. Am Ende des Buches sind noch einige der bekannten „Hörermails“ an Max und Jakob inklusive deren Antworten sowie ein Brief von Jakobs Vater an Jakob abgedruckt. Meiner Meinung nach endet das Buch sehr abrupt, es ist ein bisschen, als wäre den Autoren der Plot plötzlich ausgegangen.

„Vatermilch“ ist nicht DAS Must-Have-Buch für alle werdenden Väter und Mütter, so wie die Autoren es selbst in ihrem Podcast promoten. Stattdessen wirkt es wie eine zuweilen etwas lieblos zusammengewürfelte Mischung aus Schnipseln des Podcasts „Beste Vaterfreuden“. Man kann das Buch schon lesen, aber man verpasst auch absolut nichts, wenn man es nicht tut.

Hier gibt es weitere Infos zum Buch aus dem Penguin-Verlag.

*Rezension* Meal Prep (Pascale Weeks)

Meal Prep: Eine Woche vorkochen – gesund, lecker, abwechslungsreich - Für  die ganze Familie: Amazon.de: Weeks, Pascale, Schiborr, Jutta: Bücher
 (4/5)

Pascale Weeks ist eine erfolgreiche Kochbuchautorin aus Frankreich, betreibt einen eigenen Foodblog und zeigt in ihrem neuen Buch „Meal Prep“, wie man effizient für die ganze Woche vorkochen kann. Das Besondere an dem Werk ist, dass „Meal Prep“ kein reines Kochbuch ist. Auf über 200 Seiten gibt uns Weeks Tipps und Tricks an die Hand, um die Küchenarbeit zu erleichtern und schnell leckere Gerichte zu zaubern. Besonders schön finde ich dabei, dass sie wertvolle Tipps gibt, ohne sich ins Wissenschaftliche zu verkünsteln. Weeks sagt, dass man nicht viel Zeit braucht, um für eine ganze Woche vorzukochen. Zwei Stunden sonntags oder an einem anderen Tag in der Woche genügen, um so viele Zutaten vorzubereiten, dass man unterhalb der Woche jederzeit sich schnell eine gesunde Mahlzeit zubereiten kann. Dabei heißt Meal Prep nicht, dass man alles schon fertigkocht und vorm Essen sich die Speisen nur noch kurz warm machen muss. Vielmehr bedeutet Meal Prep, die einzelnen Zutaten so kleinzuschneiden und vorzubereiten, dass man viel Zeit in der Endzubereitung spart und zugleich aber auch eine frische und abwechslungsreiche Mahlzeit vor sich stehen hat.

Das Buch ist untergliedert in Jahreszeiten. Weeks ist es besonders wichtig, dass man Obst und Gemüse nach Saison einkauft, was nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel schont. Für jede Jahreszeit gibt es bestimmte „Menüs der Woche“, die sich in vier Kategorien aufteilen: Basis, Veggie, Speisekammer und Soulfood. Das Speisekammer-Menü hat zum Beispiel an sich den Anspruch, vor allem mit Zutaten aus dem Vorratsschrank (Dosengemüse, Eingelegtes in Gläsern) auszukommen. Das Soulfood-Menü ist besonders herzhaft.

Ich habe schon viele Menüs und Rezepte aus dem Buch nachgekocht und finde das Buch als Inspiration echt super. Die meisten Rezepte sind eher simpel gehalten, schmecken aber dennoch lecker und gesund. Durch die vielen schönen Rezeptfotos hab man zugleich immer vor Auge, wie das Endergebnis aussehen soll. Etwas schade finde ich, dass es extra eine Sektion „Vegetarisch“ geben muss und die meisten anderen Rezepte doch Fleisch enthalten. Natürlich kann man die Fleischzutat auch einfach weglassen oder substituieren, hier hätte ich es jedoch schöner gefunden, wenn es mehr vegetarische Gerichte von vorneherein geben würde.

Insgesamt ist das Buch „Meal Prep“ eine sehr schöne Inspiration für alle, die sich unter der Woche in kürzester Zeit ein gesundes und leckeres Essen zubereiten wollen.

Hier gibt es weitere Infos zum Kochbuch aus dem Goldmann-Verlag.

*Rezension* Wer weiß denn sowas? – Band 3

Wer weiß denn sowas? 3: Was hilft bei schlechtem Handyempfang und warum ist  Blau die Lieblingsfarbe der Menschheit? - Und über 150 weitere knifflige  Fragen aus der beliebten Wissensshow im Ersten: Amazon.de:
 (4/5)

In Band 3 der Bücherreihe zur beliebten ARD-Quizshow „Wer weiß denn sowas?“ gibt es 155 neue Fragen zu verschiedensten Bereichen aus den Themenfeldern Naturwissenschaft, Tiere, Essen und Trinken, Sport und Co. Jede Frage wird auf einer Doppelseite behandelt. Auf der Vorderseite ist die Frage mit den dazugehörigen drei Antwortmöglichkeiten abgedruckt, auf der Rückseite finden wir die richtige Antwort inklusive Erklärtext. Die Struktur des Buches sorgt dafür, dass jede Frage kurzweilig beantwortet wird und man während des Lesens viele Aha-Momente hat.

Wer sein Allgemeinwissen auffrischen will oder einfach eine kurzweilige Lektüre sucht, bei dem man auch noch etwas lernt, macht mit diesem Buch sicher nichts falsch. Die Fragen aus der Quizshow sind überwiegend spannend, man erfährt Haushaltstipps für den Alltag ebenso wie fancy Nerdwissen.

Einige Fragen sind mit kleinen schwarz-weißen Abbildungen versehen, die zwar an sich schöne Illustrationen darstellen, allerdings manchmal schon die richtige Antwort spoilern, was schade ist. Es macht Spaß, sich die Fragen in kleiner Runde mit der Familie durchzulesen und gemeinsam zu überlegen, was die richtige Antwort sein könnte. Warum müssen wir im Wasser häufiger auf Toilette? Was müssen Apotheker bei verschreibungspflichtigen Medikamenten beachten? Wozu dienen die Flecken im Muster der Giraffe? Das sind nur einige Beispiele für die vielen Fragen, die in diesem gut 300-seitigen Buch vorkommen.

Ich kann die Lektüre allen Quizfans wärmstens empfehlen.

Hier gibt es weitere Informationen zum Buch aus dem Heyne-Verlag.

*Rezension* Moodboards

Moodboards: Wünsche visualisieren und verwirklichen - Dieses Buch wird -  Salentin-Träger, Marianne - Amazon.de: Bücher
  (3/5)

Im Zeitalter der Anglizismen ist der Begriff „Moodboard“ zum Trend geworden. In dem gleichnamigen Buch führt uns Marianne Salentin-Träger ein in diese Methode der Fokussetzung und zeigt uns, was man alles erreichen kann, wenn man die eigenen Wünsche, Ziele und Inspirationen visualisiert und täglich damit arbeitet.

Das Buch ist in sieben Kapitel eingeteilt, in denen die Ursprünge der Moodboards erklärt und auf die einzelnen Ebenen, die ein Moodboard ansprechen soll (Bilder, Gedanken, Gefühle) näher eingegangen wird. Den Leser*innen werden Tools an die Hand gegeben, mit denen sie ihr eigenes Moodboard starten können und nicht zuletzt kommen viele verschiedene Menschen zu Wort, die bereits erfolgreich das Moodboard angewendet haben und praktische Tipps geben.

Zum ersten Mal über den Begriff „Moodboard“ bin ich im Rahmen meiner Lektüren zum Thema „Miracle Morning“ gestoßen. Ein Moodboard, das ist ein großes Brett voller Fotos und inspirierender Zitate, ein Ablageort für die eigenen Ziele und Wünsche, ein Ort für Ideen. Wenn man sich ein Moodboard zulegt und sich jeden Tag damit beschäftigt, sich die eigenen Wünsche visualisiert und tagtäglich vor Augen hält, so heißt es, soll es einfacher sein, ja fast ein Kinderspiel, diese Ziele und Träume zu verwirklichen. Letztlich darf man sich nicht zu viel von dem neuen Begriff versprechen, ein Moodboard ist nichts anderes als der neumodische Name für Collage. Letztlich ist jede Sammlung auf Pinterest ein Moodboard, ebenso wie jede zusammengeklebte Fotostrecke.

Das Buch ist angenehm leicht zu lesen, es enthält viele praktische Tipps zur Umsetzung eines Moodboards, verkünstelt sich jedoch an einigen Stellen auch ins Wissenschaftliche und wird dann etwas langatmig. Letztlich ist es keine große Kunst, eine Collage zu erstellen. Man braucht das Buch nicht zwangsläufig, um zu verstehen, wie man eine Reihe inspirierender Zitate und Bilder aneinanderlegt, um seine eigenen Träume und Ziele zu visualisieren. Am Ende geht es schließlich darum, dass man sich mit seinem eigenen Board wohlfühlt.

Die Stimmen erfolgreicher Menschen, die in diesem Buch zu Wort kommen, sind interessant zu lesen, aber auch etwas einseitig, was dem Konzept des Buches geschuldet ist. Alle schwärmen vom Moodboard und davon, wie es deren Leben verändert hat. Es kommt einem fast so vor, als würde jeder Weg ins Ziel und zum Glück zwangsläufig über ein Moodboard führen.

Schön finde ich die vielen Bilder und Beispiele für Collagen, die in dem Buch aufgeführt sind und der Inspiration dienen.

Alles in allem ist „Moodboards“ eine nette Lektüre für Menschen, die sich näher mit dem Thema Visualisierung der eigenen Ziele beschäftigen wollen. Das Buch macht Lust, direkt selbst Zeitschriften und Schere in die Hand zu nehmen und eine Collage zu gestalten. Ein Buch, das „dein Leben ändern“ wird, wie es auf dem Cover steht, ist es jedoch definitiv nicht.

Hier gibt es mehr Infos zum Buch aus dem IRISIANA-Verlag.

*Rezension* Hausbesuche

Stephanie Quitterer: Hausbesuche. Knaus Verlag (Paperback )
 (4/5)

Stephanie Quitterer ist Regieassistentin am Theater. Als sie Mama wird, hat sie plötzlich viel freie Zeit. Was tun? Stephanie beschließt, mit ihrem Freund Tom eine Wette abzuschließen. In 200 Tagen möchte sie 200 Kuchen backen und sich spontan mit Kaffee und Kuchen bewaffnet bei fremden Menschen in ihrer Nachbarschaft einladen. Ein ungewöhnliches, verrücktes Unterfangen. Von den Erfahrungen dieser Hausbesuche berichtet sie nun im gleichnamigen Buch.

Eine junge Mutter, die Kuchen bäckt und bei wildfremden Menschen an der Haustür klingelt? Das klingt erfrischend, dachte ich, gerade in der jetzigen Zeit, in der niemand auf die Idee kommen würde, spontane Kaffeekränzchen bei anderen Leuten zu starten, sondern jeder um Social-Distancing und Kontaktreduktion bemüht ist. Die Erfahrungen der Autorin spielen in der Vor-Corona-Zeit, in der man spontan sich mit Nachbarn treffen konnte, ob sie wollten oder nicht.

Quitterer erzählt von ihren ersten Backversuchen, von vielen stillen Sprechanlagen, von Absagen und natürlich auch von denjenigen Menschen, die sie tatsächlich spontan in ihre Wohnungen reinlassen. Quitterer ist interessiert an den Geschichten ihrer Nachbarn, jede Person hat ihre eigene Vergangenheit, jeder Mensch hat etwas zu erzählen. Im Laufe der Zeit lernt die Autorin nicht nur, wie man richtig guten Kuchen bäckt, sondern auch, was es heißt, alte Vorurteile zu überwinden und neue Freundschaften in ihrer Nachbarschaft zu schließen.

Das Buch ist ein lustiges und unterhaltsames Sammelsurium an Anekdoten, die Quitterer in der Zeit ihrer Kaffeekränzchen-Besuche niedergeschrieben hat. Der Schreibstil der Autorin ist locker und gut zu lesen, man kommt schnell in die Geschichte rein, die den großen Mehrwert hat, dass sie auf wahren Begebenheiten basiert. Manchmal hatte ich beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin betont humorvoll schreiben wollte und es dabei ein wenig übertrieben hat. Die Kapitel beginnen meist mit einem Kuchenrezept, was eine schöne Einführung ist. Man lernt in dem Buch verschiedene Nachbarn kennen, die Besuch von der Autorin bekommen. Zudem wird Quitterers Freund Tom immer wieder erwähnt, der in dem Buch jedoch eher unsympathisch dargestellt wird und eher als der Kritiker und Nörgler ihrer Vorhaben rüberkommt. An einigen Stellen scheint es fast so, als würde Quitterer über das Schreiben mit ihm abrechnen wollen, aber vielleicht ist es auch nur ihre Art von Humor.

Von den vielen Nachbarn, die sie besucht, bleibt niemand wirklich im Gedächtnis, da sie stets nur auf wenigen Seiten/ Absätzen thematisiert werden. Nichtsdestotrotz finde ich die Idee der Wette bemerkenswert und das Buch unterhaltsam zu lesen.

Eine schöne, leichte Lektüre für zwischendurch. 🙂

Hier gibt es mehr Infos zum Buch aus dem KNAUS-Verlag.

*Rezension* Was Paare glücklich macht

Was Paare glücklich macht: Die 10 Geheimnisse der Liebe - Vom Pastor2Go  eBook: Kienbaum, Heiko: Amazon.de: Kindle-Shop
  (2/5)

Heiko Kienbaum erklärt in seinem Buch „Was Paare glücklich macht“, wie eine glückliche Beziehung funktionieren kann. Jedes Kapitel stellt ein „Liebesgeheimnis“ dar, die er erläutert und mit Beispielen diverser Paare unterfüttert. Nach jedem Kapitel gibt es eine kurze Zusammenfassung sowie Tipps und Übungen, die man in den eigenen Alltag integrieren soll, um an der Beziehung zu arbeiten.

Ich bin in einer glücklichen Beziehung und wollte das Buch lesen, weil mich das Gebiet der persönlichen Weiterentwicklung interessiert und ich bisher öfter sehr beeindruckt wurde von der Weisheit und den Erfahrungen anderer Autor*innen. Warum nicht mal ein Buch über Beziehungen lesen, dachte ich. Ich habe mir eine kurzweilige und interessante Lektüre über die Geheimnisse von Liebe und Beziehung erhofft. Erfüllt wurden meine Erwartungen leider nur teilweise.

Das Buch spricht verschiedene Fallstricke einer Beziehung an und thematisiert grundlegende Fragen. Wie gehe ich mit Geld um? Was mache ich, wenn der Partner oder die Partnerin mehr verdient? Wie gehe ich mit Seitensprüngen und Affären um? Und wie mit der Vergangenheit? Was liebe ich an meiner Beziehung und an welchen Aspekten sollte ich noch arbeiten? Jedes sogenannte „Liebesgeheimnis“ thematisiert eines dieser Grundlagenthemen. Die Idee hinter dem Buch ist wirklich nett, leider ist es dem Autor nicht gelungen, dieses interessante Thema, die Liebe, auch interessant zu verpacken. Stattdessen ziehen sich die einzelnen Kapitel, viele Dinge werden mehrfach wiederholt, ab und zu werden die Geschichten verschiedener Paare erzählt, bei denen ich mir als Leserin nicht klar war, in welcher Beziehung diese Menschen zu Heiko Kienbaum stehen oder ob sie wirklich existieren oder bloß ausgedacht als plakatives Beispiel für seine Lektionen dienen sollen.

Die „Geheimnisse der Liebe“, wie sie auf dem Cover des Buches angeteasert werden, sind letztlich simpel wie banal: Bleibe dir treu, baut euch in der Beziehung Routinen ein, lobe deinen Partner, arbeite auf eure Visionen und Ziele hin usw… Die Theorien mögen für sich stimmig sein, aber wirklich was Neues sagen sie nicht.

Der Autor Heiko Kienbaum hat sich früh mit Immobilien zum Millionär gemacht. Allerdings war diese Arbeit nicht erfüllend und der Reichtum nur von kurzer Dauer. In einer Phase beruflicher Neuorientierung hat er Psychologie studiert und arbeitet nun als Paarcoach. Meiner Meinung nach mag er vielleicht ein guter Therapeut sein, das Buch jedoch hat mir keinen neuen Input gegeben.

Alles in allem ein durchwachsenes Buch über Beziehung.

Hier gibt es mehr Infos zum Buch.

*Rezension* Ungebremst leben

Ungebremst leben Buch von Heidi Hetzer versandkostenfrei bei Weltbild.de
  (3/5)

Heidi Hetzer hat jahrelang das Autohaus Opel Hetzer in Berlin geführt. Als Rallyefahrerin und Unternehmerin ist sie weit über Berlin hinaus bekannt. Nun begibt sie sich mit dem Oldtimer „Hudo“ auf eine außergewöhnliche Reise um die Welt. In knapp tausend Tagen reist Heidi, die zu Beginn der Reise 77 Jahre alt ist, allein in einem klapprigen Gefährt einmal um die Erde, tourt durch China, Australien, Südafrika, und Amerika, bis sie schließlich nach gut zweieinhalb Jahren am 12. März 2017 wieder in Berlin ankommt. Das Buch „Ungebremst leben“ erzählt von einer Reise der ganz besonderen Art, von Heidis Liebe zu Autos und dem Fahren und von ihrem Leben.

Ich kannte Heidi Hetzer tatsächlich vor der Lektüre des Buches nicht, dachte aber, dass die Inhaltsangabe vielversprechend klang. Reiseberichte und Erzählungen aus anderen Ländern faszinieren mich und so dachte ich mir, eine alte Dame in einem Oldtimer auf Weltreise, warum auch nicht? „Ungebremst leben“ war eine Lektüre der etwas anderen Art. Ich hatte mir mehr kulturelle Einblicke hinter die Kulissen anderer Länder erhofft, was ich erhalten habe, war: Autos, Autos, Autos. Heidi Hetzer war Autoliebhaberin durch und durch, das merkt man beim Lesen des Buches sehr schnell. Sie beschreibt ausführlich die Werkstatt ihres Vaters, ihre Anfänge als Rallyefahrerin, ihre Erfolge und ihre Faszination zu Autos. Das waghalsige Unterfangen, mit einem Oldtimer durch die Welt zu fahren, funktioniert tatsächlich. Heidi Hetzer fährt 85 000 km in 960 Tagen und bereist unterwegs 46 Länder. Dabei schreibt sie selbst, dass sie im Nachhinein nicht von einer Weltreise sprechen würde, sondern eher von dem „internationalsten Werkstatttest“, der unternommen wurde. Vierunddreißig Mal musste Heidi während der Reise das Auto in die Werkstatt geben, um es reparieren zu lassen. Immer wieder blieb sie zwischendurch auf der Strecke stehen, musste den Wagen abschleppen lassen und sich Hilfe von fremden und befreundeten Menschen holen.

Die Geschichte ihrer Weltreise ist die Geschichte des Oldtimers Hudo. Man bekommt als Leser*in die ganzen Reparaturen, Abbschleppmanöver und die Zeit des Wartens mit, während an Hudo herumgewerkelt wird. Man bekommt leider eher wenig von Land und Leute mit, es sei denn, es handelt sich um andere Autoliebhaber oder Werkstattbesitzer, die wiederum eine Faszination zu Hudo entwickelt haben. Mich konnte dieses ständige „Stopp-and-go“ von Hudo und Heidi leider nicht komplett überzeugen. Ich fand es auch schade, dass sie ständig weiterfahren wollte, wenn sie gerade in einem neuen Land angekommen war. Es schien ihr nicht wirklich um die Länder an sich zu gehen, sondern um das Fahren und Gas geben. Erst rückblickend habe ich verstanden, dass sie in Berlin schon längst eine Ikone war und berüchtigt für ihren sturen Willen und ihre Autos. Hetzer war eine bemerkenswerte Person, die sicher viele Frauen inspiriert hat, ihren eigenen Weg zu gehen.

Wer Fahrzeuge und Oldtimer liebt, wird in diesem Buch sicher auf seine Kosten kommen. Wer sich einen Reisebericht über verschiedene Länder und deren Kulturen erwartet, wird hier jedoch enttäuscht werden.

Dieser Reisebericht aus dem HEYNE-Verlag kann hier bestellt werden.

*Rezension* 1 Dose Tomaten – 33 Rezepte

1 Dose Tomaten - 33 Gerichte
 (4/5)

Das Kochbuch „1 Dose Tomaten – 33 Rezepte“ verspricht, was der Titel schon sagt: Mit einfachen Zutaten und einer Dose Tomaten leckere Gerichte zaubern. Das Buch kommt ohne Einleitung oder irgendwelchen Schnickschnack daher, auf die Inhaltsangabe, die eine Doppelseite einnimmt, folgt direkt das erste Rezept: die Gemüsecreme. Die insgesamt 33 Rezepte sind abwechslungsreich, von Häppchen wie Kanapees und Tomaten-Tacos über Tomatencurry bis hin zu ausgefallenen Speisen wie Aubergine im Teigmantel ist alles dabei. Fast alles. Einige Klassiker, an die ich sofort denke, wenn es um Tomatenspeisen geht, sind nicht vertreten, wie zum Beispiel Bolognesesoße für Spaghetti, aber vielleicht geht es gerade in diesem Buch darum, auch mal etwas Neues auszuprobieren.

Jede Speise wird auf einer Doppelseite präsentiert, wobei das Rezept an sich nur einen kleinen Teil einer Seite füllt. Besonders ansprechend finde ich die großen Fotos, die zu jedem Rezept vorhanden sind, man kann sich so auch unter den ungewöhnlicheren Kreationen direkt das Endergebnis vorstellen, was Lust aufs Nachkochen macht. 🙂 Bei jedem Rezept steht zudem dabei, wie viel Vorbereitungs- und Garzeit eingeplant werden sollte. Die meisten Rezepte kommen mit einer Vorbereitungszeit von unter 20 min aus, was vor allem für den schnellen Hunger nach Feierabend gut geeignet ist. Ich habe bisher schon mehrere Rezepte nachgekocht und kann die Zeitangaben bestätigen, sie sind sogar eher etwas großzügig gehalten.

Bei mehreren Rezepten ist Fleisch enthalten, diese lassen sich je nach Speise mehr oder weniger gut durch vegetarische Ersatzprodukte ersetzen. Wenn man kein Fleisch mag, kann man es aber sonst auch einfach weglassen. Nicht jedes Chili muss zwangsläufig „con carne“ sein.

Die Dosentomaten, die bei jedem Rezept eine der Hauptzutaten darstellen, lassen sich meist auch durch frische Tomaten ersetzen. Das ist zwar eine schöne Sache, relativiert aber andererseits das Konzept des Buches: Man ist eben nicht auf die Dosentomaten an sich angewiesen und schon gar nicht auf den Saft der Dosentomaten, die in vielen Rezepten nicht gebraucht werden. Zudem ist wichtig zu wissen, dass in mehreren Rezepten keine gehackten Tomaten, sondern ganze Kirschtomaten aus der Dose gemeint sind.

Gerade in der jetzigen Zeit hat wohl jede Person die ein oder andere Dose Tomaten für alle Fälle bei sich zuhause rumstehen, natürlich ohne zu viel davon zu horten. Wer ein bisschen Inspiration für Tomatenrezepte braucht, macht mit diesem Buch sicher nichts falsch.

Hier gibt es mehr Informationen zum Buch. 🙂