*Rezension* Ferdinand Fuchs frisst keine Hühner

 (5/5)

Ferdinand ist kein gewöhnlicher Fuchs, denn er ist Vegetarier und könnte niemals ein Huhn fressen. Das hört sein Papa leider gar nicht gern. Dieser findet nämlich, dass es an der Zeit ist für Ferdinand, sein erstes Huhn zu fangen. Gesagt, getan – Ferdinand macht sich auf den Weg und stellt fest, dass Hühnerfangen gar nicht so einfach ist.

„Ferdinand Fuchs frisst keine Hühner“ ist ein Bilderbuch zum Liebhaben. Die vielen bunten Bilder sind wunderschön gezeichnet und erinnern mich mit den klaren Strukturen und den Gesichtsausdrücken der Tiere ein bisschen an meine eigene Kindheit.

Ferdinand selbst ist ein süßer Fuchs, der am liebsten Detektiv werden will und seine Fähigkeiten unter Beweis stellen kann, als das Huhn, das er fangen soll, verschwindet.

Die Geschichte ist absolut liebenswert und erzählt vom Anders-Sein und davon, dass man nicht immer das tun muss, was alle machen. Ich finde allein die Idee eines Fuchses, der sich vegetarisch ernährt und am liebsten Schweizer Käse mag, großartig.

Ein weiterer Pluspunkt ist die klare, große Druckschrift, die genau der Schrift entspricht, die Kinder in der ersten Klasse lernen. Dadurch kann meine Schwester die Geschichte mittlerweile schon selbst lesen, was sie mit viel Begeisterung auch tut.

Ein sehr empfehlenswertes Buch zum Vorlesen und für Leseanfänger!

 

Hier könnt ihr euch die Geschichte aus dem Prestel-Verlag bestellen.

*Rezension* Nachts, wenn alles schläft…

 (5/5)

 

In dem Bilderbuch „Nachts, wenn alles schläft…“ erwacht die Dunkelheit zum Leben. Britta Teckentrup nimmt den Leser mit auf Reisen. Die Protagonistin der Geschichte, ein kleines Mädchen, nimmt die kleinen Leser und Bildbestauner auf eine zauberhafte Reise durch nächtliche Landschaften – in gereimter Form und mit viel Melodie in der Sprache.

Diese Geschichte habe ich mit meiner kleinen Schwester schon so oft gelesen. Sie mag es, dass sich die gesamte Geschichte reimt und ich mag es, dass die Reime lyrisch klingen und keineswegs gekünstelt, wie es so oft in Bilderbüchern der Fall ist. Mittlerweise kann meine Schwester fast die gesamte Geschichte auswendig, die sich perfekt eignet, um einen langen Tag ausklingen zu lassen und zusammen die Wunder der Nacht zu entdecken.

Das Buch besteht hauptsächlich aus vielen schönen bunten Bildern mit klar umgrenzten Linien, die man sich lange anschauen kann, weil man irgendwann ganz in der Stimmung versinkt, welche von den Bildern geschaffen wird. Der Textanteil ist im Vergleich hierzu deutlich geringer ausgeprägt, auf vielen Seiten steht nur ein halber Satz.

Wenn ich mir das Buch mit meiner kleinen Schwester anschaue, dauert es vielleicht sieben Minuten, bis wird durch sind. Es ist also auch von der Länge her eine tolle Gute-Nacht-Geschichte.

Ich kann „Nachts, wenn alles schläft…“ für einen ruhigen Ausklang vom Tag empfehlen.

 

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*Rezension* Mein bester letzter Sommer

 (4/5)

 

Tessa ist ich sicher, als eine Jungfrau ohne Führerschein zu sterben, schließlich ist sie todkrank. Sie hat ein Loch im Herzen und ihr fehlt die Lungenschlagader, im Klartext bedeutet das, dass ihr nur noch wenige Tage zum Leben bleiben. Diese wenigen Tage möchte sie in ihrem Zimmer in München verbringen, abgeschottet von der Rest der Welt und in Mitleid versunken mit sich selbst. Doch sie hat die Rechnung ohne Oskar gemacht. Eines Abends bekommt sein Vater Besuch von einem alten Studienfreund, der seinen Sohn mitbringt. Tessa ist gleich von Beginn an fasziniert von Oskar, der ihre Gefühle erwidert. Sie beschließen, den Sommer zusammen zu verbringen und nach Italien zu reisen. Wohlwissend, dass sie keine gemeinsame Zukunft haben, sondern nur für den Moment leben.

Man kennt sie schon, die Geschichten über das Kranksein, über die letzten Wochen vor dem Tod, über abzuarbeitende To-Do-Listen und Liebesbeziehungen ohne das Morgen. Und auch wenn „Mein bester letzter Sommer“ keine Ausnahme von diesem Schema darstellt, hat die Geschichte eine Atmosphäre geschaffen, die mich dazu gebracht hat, immer weiter zu lesen. Letztlich habe ich Tessa und Oskars Geschichte innerhalb von einem Vormittag durchgelesen. Was zurückbleibt, ist das Gewissen, dass Tessa eine wunderbare starke Frau ist und Oskar der beste Freund, den man sich wünschen kann.

Anne Freytag schafft es, diese Momente in einer Beziehung mithilfe der Ich-Perspektiven von Tessa und Oskar einzufangen, die zwar kitschig sind, aber innerhalb der kleinen Welt, die sich zwei Liebende geschaffen haben, auch Perfektion darstellen. Nicht nur Tessa musste grinsen, wenn sie mal wieder einen on Oskars Nachrichten las, auch ich musste es. Nicht nur Tessa musste lachen, wenn sie merkte, wie verrückt sie sich gerade benahmen. Die ganze Geschichte ist todtraurig, und doch schafft es die Autorin durch die Lebendigkeit ihrer Figuren ein Stück Leichtigkeit in den Plot mit einzuweben. Das ist eine große Leistung, die das Lesen so viel entspannender macht.

Oskar ist ein toller junger Mann, der diese Begabung hat, die Traumprinzen typischerweise in Büchern haben: Ja, auch er sagt immer das Richtige und scheint Tessa ohne Worte zu verstehen. Tessa hingegen ist hin- und hergerissen zwischen ihrer Leidenschaft zu Oskar und ihrem Wunsch, ihn nicht durch ihren Tod zu verletzen. Sie ist zu Beginn der Geschichte ein schüchternes und unsicheres Mädchen, das in ihrem bisherigen Leben nach Perfektion gestrebt hat und immer in allem die Beste sein wollte. Nun entdeckt sie dank Oskar neue Facetten ihres Ichs und lernt, einfach mal zu leben, anstatt über alles dreimal nachzudenken.

Stellenweise ging mir die Handlung zu schnell, sodass mir die Geschichte unwirklich vorkam. Dies war etwa dann der Fall, als Tessa sich die Beziehung zu Oskar schon genau ausgemalt hatte, ohne dass man zu diesem Zeitpunkt von einer Beziehung hätte sprechen können.

Irgendwann überlagern sich zudem mehrere Schicksalsschläge der Protagonisten direkt hintereinander, die das Ganze zum einen unfassbar traurig und zum anderen aber auch etwas verzerrt wirken lassen, gerade so, als hätte man nach einem Gipfel an Dramatik gesucht, um dem Roman eine gewisse Würze zu verleihen, die er eigentlich nicht braucht.

„Mein bester letzter Sommer“ ist eine schöne Geschichte über das Leben und den Tod, auf weniger pathetischer Ebene aber ist es einfach die Geschichte zweier Menschen, die sich kennengelernt haben und sich wirklich mögen. Die Geschichte von Tessa und Oskar. Die Geschichte von Teskar.

 

Hier könnt ihr euch die Geschichte aus dem Heyne-Verlag bestellen.

 

 

*Auspackbericht* Midsommarwichteln 2016

Hallo liebe Leute!

Ich habe lange nichts mehr von mir hören lassen, weil ich mitten in der Vorbereitung meines Examens bin. Als kleine Abwechslung und Motivationskick für zwischendurch habe ich es mir aber nicht nehmen lassen, am Lovelybooks-Midsommar-Wichteln teilzunehmen. Heute ist es soweit, heute dürfen die Wichtelpakete aufgemacht werden. Was in meinem Paket alles drin war, möchte ich euch in diesem Artikel zeigen.

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Allein die Verpackung des Wichtelpakets ist wunderschön. Ich mag den Karton, der in einem direkt sommerliche Gefühle hochkommen lässt.

Die einzelnen Päckchen waren liebevoll verpackt, ich habe einen Brief von meiner Wichtelmama bekommen und sogar eine Karte für meine kleine Schwester ist dabei.

Folgendes verbarg sich im Paket:

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*“Kirschen im Sommer“ – ein Buch von meiner Wunschliste, ich habe mich sehr gefreut, dankeschön!!

*Haftnotizzettel – kann man nie genug von haben, vor allem jetzt, wo es auf die Prüfungen zugeht

* Tee in ganz vielen verschiedenen Sorten – die Auswahl ist super, ich habe mich sehr gefreut

*SkipBo – wuhuuu, das ist so toll!! Dankeschön!🙂

*eine Dose mit der Aufschrift „London“ – kann man immer gebrauchen, die Metalldose ist richtig schön, ich habe den Tee erstmal da reingepackt

* eine Pappschachtel mit Eulen drauf – voll süß =)

*ein kleines Lego-Spielzeug für meine Schwester – das ist megalieb, dass du an sie gedacht hast! Meine Schwester hat sich total gefreut!

* ein grüner Schal – an sich richtig nett, ehrlich gesagt riecht mir der Schal aber zu stark nach Chemie, daher werde ich ihn wohl eher nicht tragen

*ein Lesezeichen mit der Aufschrift „Time for You“ – finde ich sehr schön und hat auch direkt Anwendung gefunden

*holländische Gummibärchen – hab ich schon probiert, schmeckt gut.🙂

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Liebe Wichtelmama,

du hast mir mit diesem Wichtelpaket eine große Freude bereitet. =) Vielen lieben Dank!

Dies ist schon mein viertes Wichteln bei Lovelybooks, ich kann es allen Bücherliebhabern empfehlen. Es ist jedes mal schön, eine unbekannte Person zu überraschen und selbst überrascht zu werden.🙂

Liebe Grüße!

Buchheldin

*Verlagsvorstellung* Magellan-Verlag

 

Heute möchte ich euch einen ganz besonderen Verlag vorstellen, nämlich den mit dem Wal. Der Magellan-Verlag existiert noch nicht so lange, kann aber schon jede Menge tolle Romane vorweisen, unter anderem auch „Emmy & Oliver“ (eine meiner liebsten Neuentdeckungen).

Ich hatte das Vergnügen, der lieben Viola vom Magellan-Verlag ein paar Fragen stellen zu dürfen. Sie ist für die Pressearbeit zuständig und konnte mir einen interessanten Einblick in das Verlagsleben geben.

Hallo liebe Viola!

Der Magellan-Verlag ist ja noch recht jung auf dem Büchermarkt. Wie lange existiert er schon und wie viele Bücher sind bisher im Verlag erschienen?

Momentan befinden wir uns in unserem vierten Verlagsprogramm und bisher sind insgesamt 93 Titel in unserem Verlag erschienen.

Wie ist der Verlagsname „Magellan“ zustande gekommen?

Der Verlagsname geht auf den portugiesischen Seefahrer Ferdinand Magellan zurückgeht, der zu neuen Ufern aufbrach Freude am Entdecken hatte. Diesem Beispiel wollen wir folgen – und wer könnte uns auf dieser Reise besser begleiten als unser Wal?

Der Magellan-Verlag zeichnet sich laut eurer Homepage durch Bücher aus, die sich „optisch und haptisch vom Mainstream abheben“. Inwiefern ist in der heutigen heterogenen Buchbranche ein „Mainstream“ zu verzeichnen? Gibt es durch eure Zielsetzung bestimmte Themen, die ihr von Anfang an ausschließt?

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, anspruchsvolle und gleichzeitig unterhaltsame realistische Kinder- und Jugendliteratur zu publizieren. Das schließt schon einmal von vornherein einige Genres, auch wenn diese gerne gelesen werden, aus. 

Ihr legt viel Wert darauf, eure Bücher möglichst umweltfreundlich und klimaneutral zu drucken, produziert überwiegend regional und beschäftigt unter anderem Werkstätten für behinderte Menschen. Wie gelingt es euch, bei diesem Verantwortungsbewusstsein für unsere Umwelt mit den anderen großen Verlagen mitzuhalten?

Nun, natürlich ist das nicht ganz einfach, diese Philosophie einzuhalten und gleichzeitig wettbewerbsfähig zu sein. Allerdings steckt jeder einzelne von uns so viel Liebe und Herzblut in seine Arbeit, dass wir mit Überzeugung sagen können: Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Was ist dein Lieblingsbuch aus dem Magellan-Verlag und warum?

Es gibt dieses eine Buch mit dem kleinen Wal auf dem Cover – ich glaube, das ist mein absolutes Lieblingsbuch!

 

Wie sieht es aus bei euch? Kennt ihr Bücher aus dem Magellan-Verlag? Welche Romane davon habt ihr schon gelesen und was könnt ihr mir empfehlen?

Liebe Grüße!

Buchheldin

*Rezension* Emmy & Oliver

 

 (5/5)

Emmy hat überfürsorgliche Eltern, die sie vor Unfällen jeglicher Art schützen wollen. Sie hat eine Freundin namens Caro, der sie alles anvertrauen kann und einen Kumpel namens Drew, der ein Freund zum Pferdestehlen ist. Doch in Emmys Leben klafft eine Lücke, welche eine oliverartige Form aufweist. Oliver. So heißt ihr bester Kindheitsfreund, der eines Tages von dessen eigenem Vater entfährt wurde. 10 Jahre lang hat Emmy Oliver nicht mehr gesehen. Und dann ist er eines Tages wieder da, platzt mitten in das Leben von Emmy, Drew, Caro und all den anderen Leuten in der Stadt. Plötzlich weiß niemand mehr, wie man richtig mit Oliver umgehen soll…

„Emmy und Oliver“ handelt augenscheinlich von einer Thematik, deren Aufbereitung gerade in Kinderbüchern nicht gerade einfach ist. Es geht um Kindesentführung und die Frage nach der Schuld. Es geht um gestohlene Zeit und die schwierige Aufgabe, sich wieder hinein ins Leben und hinein in die Gesellschaft zu integrieren, wenn man plötzlich frei ist und auf der Bildfläche erscheint. Tatsächlich handelt „Emmy und Oliver“ jedoch von so viel mehr. Die Geschichte erzählt von einer Freundschaft, die zart und mit so viel Witz und Charme behaftet ist, dass man sich wünscht, mit den beiden Hauptfiguren des Romans befreundet zu sein.

„Emmy und Oliver“ habe ich in der Annahme gelesen, dass das Buch ja vielleicht ganz nett sein könnte. Tatsächlich ist es eines meiner Lieblingsbücher geworden, das ich allein in diesem Monat schon zweimal verliehen und einmal verschenkt habe. Die Autorin Robin Benway schafft es, den Charakteren Leben einzuhauchen in dem Maß, in dem die Figuren tatsächlich real und greifbar wirken. Jede Person der Geschichte hat Festigkeit und jede Person wirkt wie ein Mensch, den du und ich auf der Straße treffen könnten. Es liegt wohl am Schreibstil der Autorin; ihr gelingt, was nur wenigen Schreibern vorbehalten ist, sie kreiert eine Welt, die nicht übersinnlich, nicht magisch, weder besonders wundervoll noch in irgendeiner Weise außergewöhnlich ist – aber dennoch, dennoch schafft sie es, den Leser mit ihren Worten und denen der Figuren zu faszinieren.

Man versteht, was die Autorin uns sagen möchte und man versteht die Menschen, die in der Geschichte auftauchen. Wir als Leser fühlen mit Oliver, der auf einem Schlag in das alte, fremde Leben zurückgerissen wurde, indem ihm die Flucht von seinem Vater und Entführer gelang. Zugleich versteht man aber auch seine inneren Schuldgefühle, weil er seinen Vater erraten hat und ihn nun aber nicht der Polizei ausliefern möchte. Wir erkennen in Olivers Vater eine Person, die einen schrecklichen Fehler begangen hat, zugleich merken wir aber auch, dass er nicht nur dunkle Seiten in sich trägt. Wir können nachvollziehen, was für ein Gefühlsbrei in Emmy herrscht, die plötzlich ihren alten besten Freund wieder hat, der nun doch so anders geworden ist als früher. Es ist absolut verständlich und nachvollziehbar, dass Emmy wütend ist auf ihre Eltern, die ihr das Surfen und so viele andere Dinge verbieten aus Angst, ihr könnte das Gleiche passieren wie Oliver. Und zugleich versteht man auch Emmys Eltern, die ihre Tochter lieben und beschützen wollen. Und dann sind da noch Drew und Caro, die alle mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen haben, die auf eine sehr nahbare Weise verständlich und real wirken.

Ich mag den Witz, den die Figuren versprühen. Sie haben etwas wunderbar Erfrischendes an sich, so dass ich beim Lesen des Öfteren lachen musste. Mir hat das Buch sehr gut gefallen. „Emmy und Oliver“ gehört zu der Sorte Geschichte, bei denen es einem ganz warm wird muss Herz; es ist eine Geschichte, die man in einem Zug mit einem Grinsen im Gesicht durchliest.

Absolute Leseempfehlung!

 

Hier geht es zur Verlagswebsite und zur Bestellung des Buches.